Snake Pit Poetry – Einar Selvik

Ich bin kein Fan von Gorgoroth. Und als ich  irgendwann mal am Rande hörte, dass der Drummer mit dem fast unaussprechlichen Künstlernamen „Kvitrafn“ ein Projekt namens Wardruna auf die Beine gestellt hat, habe ich das erstmal abgetan.

In Staffel 2 der Serie VIKINGS ist dann irgendwann mal ein Skalde aufgetaucht und hat -lediglich mit einer Trommel bewaffnet – die Wikinger-Scharen in den Drachenbooten mit einem Lied verabschiedet, als diese nach England aufgebrochen sind.

Dieser Auftritt, der gerade mal 1,5 Minuten gedauert hat, hat mich grübeln lassen. War das nicht…? Das ist doch der Kvtrxlzlx von Gorgoroth gewesen…? 

Über diesen kleinen Auftritt in der Fernsehserie bin ich dann erst auf Wardruna und dann auf die ganzen anderen kleineren Projekte von Einar Selvik gestoßen, die mich – je mehr ich mich damit beschäftige – zunehmend gefangen nehmen und beeindrucken. Er selber sagte während eines Auftrittes, dass er auf der Suche nach der Musik und den Melodien unserer Ahnen sei. Die Texte sind uns (beispielsweise mit der Edda) überliefert worden, aber eben nicht die Melodien.

Somit nutzt er Nachbauten der damals verfügbaren Instrumente, die musikalischen Strukturen von alten Volksliedern und Melodien, eine gehörige Portion Fantasie und kreiert NEUE Lieder. Die Instrumente der damaligen Zeit geben eine überraschend klare Vorgabe der Möglichkeiten „Musik zu machen“.

Er selber sagt, dass es heute Lieder für alles mögliche gibt… für Apfelringe, Faltencremes, Waschmittel und weiß der Geier was. Für die Dinge, die uns wirklich etwas angehen sind die Lieder selten geworden. Hochzeiten, Beerdigungen, Beziehungen zu den Göttern, Sagen und Geschichten, und so weiter… und wir brauchen diese Geschichten und Melodien. Sie sind wichtig… es ist wichtig die Überlieferungen zu erhalten und weiter zu geben. Die alten Melodien sind leider verloren. Wir müssen uns Neue Melodien erschaffen.

Einar Selvik macht das mit Bravour und selten hat mich ein Künstler mit seiner Musik wirklich so berührt.  Zudem ist er derzeit mega-umtriebig und ich freue mich schon auf seine Auftritte mit dem Projekt „Nordvegen„. Ich wünsche mir, dass er zufällig während meines Norwegen-Urlaubs einen Auftritt in der Region Rogaland hat… ich bin gespannt.

Aber genug der Worte. Hört rein und geniesst es (wenn es denn euren Geschmack trifft)… 🙂

 

Eigi hugðak orma
at aldrlagi mínu;
verðr mjök mörgu sinni,
pats minnst varir sjálfan.

Eigi hugðak orma
at aldrlagi mínu;
verðr mjök mörgu sinni,
pats minnst varir sjálfan.

Nú munk nár af bragði
ok nær dyrum deyja.

Gnyðja mundu grísir,
ef galtar hag vissi,
mér er gnótt at grandi,
grafa inn rönum sínum,
ok harðliga hváta,
hafa mik sogit, ormar;
nú munk nár af bragði,
ok nær dyrum deyja.

 

Übersetzung:

I did not look to a snake
to be my bane
things happen very often to one
that one thinks of the least.
I did not look to a snake
to be my bane
things happen very often to one
that one thinks of the least.
Soon now will my body
die among the beasts.
The young pigs would squeal
if they knew the state of the boar
of the injury done to me
Snakes dig in my flesh
stab at me harshly
and have sucked on me
soon now will my body
die among the beasts

Erkenntnisse

2017 war ein lehrreiches Jahr. Es hat vieles umgeworfen, Veränderungen geradezu eingefordert und mich aus meiner eingebildeten, arroganten Komfortzone herausgerissen. 2017 hat mich dazu gebracht Gewohnheiten zu hinterfragen, Einstellungen und Meinungen zu ändern und meine Weltanschauung zu überdenken. Es war spannend, enervierend, überraschend… und ich bin noch lange nicht durch. Dieses seltsame Jahr wird noch lange nachhallen und die Auswirkungen werden sich erst nach und nach herausbilden und offensichtlich werden.

Ein Spruch, der sich in diesem Jahr leider mehrfach bewahrheitet hat ist folgender:

„Gib einem Menschen Macht und es zeigt sich sein wahrer Charakter“.

Ich würde ihn um den Passus „Druck“ erweitern und ihn wie folgt abwandeln:

Gib einem Menschen Macht und/oder setze ihn unter Druck und es zeigt sich sein wahrer Charakter.

Dazu passt auch gleich die nächste Erkenntnis:

Der erste Eindruck ist meistens (immer) richtig

Wer mich etwas besser kennt weiß, ich spiele gerne mit meiner Herkunft. Immer mit einem zwinkernden Auge und etwas Schmäh, die Österreicher bieten aber auch echt genug Ansätze. Trotzdem ich mich mit Österreich nur schwer wirklich identifizieren konnte, habe ich den kleinen Alpenstaat als meinen Herkunftsort definiert und 44 Jahre mit dem Hintergrund gelebt. Mehr oder weniger ein Zufall hat dann allerdings aufgezeigt, dass dieser Staat nur eine kurze Passage in meiner Familiengeschichte spielt und sich nicht auf das Blut niedergeschlagen hat. Ich bin in etwa soviel Österreicher/Deutscher wie Marokkaner oder Chinese – nämlich gar nicht. Trotz österreichischem Pass fühlt es sich nun – nach etwas vergangener Zeit – seltsam an, entwurzelt und irgendwie orientierungslos. Mein nächster Urlaub führt mich daher in die Region meiner Herkunft.

Bayern ist ein Übergang. Seitdem ich hier lebe, habe ich verschiedene Phasen durchlebt. Von anfänglichem Abwehrverhalten bis hin zum Versuch „Bayer“ zu werden bin ich aktuell im Stadium des „ganz OK-findens“. Ich mag das bayerische Bier und die Landschaft, liebe ausgedehnte Touren durch die bayerische Natur und die Wirtshäuser, aber das war’s auch. Bayern ist schön, aber es ist nicht „zu Hause“ – wobei ich den Begriff „Heimat“ auch nicht mit einem Ort verbinde, sondern eher und lieber mit der Verbundenheit zu Menschen.

Auch in diesem Jahr hat sich mal wieder gezeigt, dass Gesundheit das höchste Gut ist. Ich kann nur für meinen Familie da sein, wenn ich gesund bin. Ebenso kann ich meinen Job nur gut machen, wenn ich gesund bin. Ich kann aber auch nur gesund bleiben, wenn mir mein Job und mein Lebensumfeld gut tut. Das Eine bedingt das Andere. Dieses Verhältnis stimmt schon seit einigen Jahren nicht mehr. Trotz aller Vorsicht und getroffenen Maßnahmen. Ein Punkt den ich angehen muss.

Minimalismus kann zu einer Sucht werden. Es ist eine Ansage gegen den Konsumrausch, gegen die eingeschlagene Richtung dieser, unsrigen, westlichen Gesellschaft. Zum Minimalismus gehört Mut, Disziplin und Willenskraft, denn man begibt sich in den Gegensatz dessen, was uns Tag für Tag begegnet, vorgespielt und intoniert wird. Der permanente Vergleich mit und das Übertrumpfen müssen von anderen scheint wie ein Spiel zu sein ist aber letztlich bitterer Ernst. Ich selber habe 2017 leider nur wenig Minimalismus gewagt und bin phasenweise in ein regelrechten Konsumwahn geraten. Mehr Minimalismus wagen gehört daher auf die kommende Agenda.

Veränderungen sind nicht immer gut. Veränderungen sind im Leben allerdings nötig. Die Frage ist, ob man die Eier hat eine negative Veränderung in eine positive Veränderung zu wandeln. Und wann ist der richtige Zeitpunkt? Diese Frage wird mich noch eine Weile begleiten, mehr dazu dann sicherlich im Lauf 2018 in diesem Blog.

All diese Erkenntnisse sind – bis auf die Österreich-Sache – nicht neu, sie haben sich aber im Laufe des Jahres 2017 regelrecht aufgedrängt. Ich habe ja diese Theorie, dass jedem Menschen ein gewisser Weg mitgegeben wurde (völlig religionsunabhängig), und je weiter man sich von diesem Weg entfernt und eine Richtung einschlägt, die völlig konträr läuft wird man darauf aufmerksam gemacht. Sei es durch eine Krankheit, die einen aus dem Alltag rausnimmt, ein Gespräch, das man nicht vergisst, eine Begegnung, die einen nachdenken lässt, bis hin zu großen Ereignissen, die einen in eine gewisse Richtung drängen.

Daher ist es vielleicht falsch von „Erkenntnissen“ zu sprechen, vielleicht wäre „Erinnerung“ das besser Wort gewesen.

Ich denke, ich werde diesen Beitrag hier etwa alle 3 Monate im kommenden Jahr hervorholen und über diese Erinnerungen eine Kleinigkeit schreiben. Vielleicht muss ich mir diese Punkte einfach regelmäßig ins Gedächtnis rufen, um nicht in einen gewissen gesellschaftlich-döseligen Trott zu fallen.

So – jetzt aber genug für dieses Jahr!

Genießt die Rauhnächte und die evtl. freien Tage – ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und – wie lesen uns!

Alsdann!

Tao Te King – Kapitel 8 (17.12.2017)

Kapitel 8 ist in meinen Augen das erste Kapitel, das einen klaren Handlungsrahmen vorschlägt, um in sich das Tao zu kultivieren. Trotz des an sich recht klaren Inhalts gibt es hier etwaige Übersetzungen, die manchmal in Details, aber auch in in Grundsätzlichkeiten Arecht stark differieren. Ich habe mir hier drei Übersetzungen herausgesucht – lest also einfach selbst:

1. Richard Wilhelm:

Höchste Güte ist wie das Wasser. Des Wassers Güte ist es, allen Wesen zu nützen ohne Streit. Es weilt an Orten, die alle Menschen verachten. Drum steht es nahe dem SINN. Beim Wohnen zeigt sich die Güte an dem Platze. Beim Denken zeigt sich die Güte in der Tiefe. Beim Schenken zeigt sich die Güte in der Liebe. Beim Reden zeigt sich die Güte in der Wahrheit. Beim Walten zeigt sich die Güte in der Ordnung. Beim Wirken zeigt sich die Güte im Können. Beim Bewegen zeigt sich die Güte in der rechten Zeit. Wer sich selbst behauptet, bleibt frei von Tadel.

2. Gia Gu-Feng:

Das Höchste Gut gleicht dem Wasser. Wasser kommt den zehntausend Dingen zugute und kämpft nicht. Es fließt an Orten, die Menschen vermeiden. So ist es Nahe dem WEG. Kein Kampf kein Tadel. Im Wohnen sei nahe dem Boden. In der Meditation gehe tief ins Herz. In Beziehungen sei sanft und freundlich. In der Sprache sei offen und ehrlich. Im Umgang mit Menschen sei fair und gerecht. In allen Dingen sei sorgfältig und tüchtig. in jeder Bewegung (jedem Handeln) wähle den rechten Zeitpunkt.

3. Deutsche Daoistische Vereinigung, Liu De-Ming:

Das höchste Gut gleicht dem Wasser. Sein Gutes nützt den zehntausend Wesen, doch ohne Streit. Es verweilt an Orten, die viele Menschen verabscheuen, daher ist es dem DAO nah. An guten Orten wohnen, im Herzen tiefgründig sein, Geben durch gutes Mitgefühl, gute Aufrichtigkeit im Reden, regieren durch gute Ordnung, bei Angelegenheiten gutes Können zeigen, im Handeln die gute Zeit wählen. Denn nur wenn man nicht streitet, gibt es keine Unzufriedenheit.

Grundsätzlich ist das Kapitel ja ziemlich klar. Die Ratschläge um ein gutes Leben zu führen sind eigentlich in jeder Übersetzung OK, selbst wenn mir hier die Übersetzung von Gia Gu-Feng am besten gefällt. Es ist einfach Geschmackssache. Eigentlich sollte jeder solche, oder so ähnliche Ratschläge schon mal in seinem Leben gehört haben, so unterschiedlich sind sie nicht zu unserem westlichen Weltbild… 😉

Einen Passus in diesem Kapitel kann ich aber nicht recht nachvollziehen, oder verstehen. Der Vergleich mit dem Wasser ist logisch und durchaus passend. Und solange die Wasserreserven dieser Welt noch der Allgemeinheit zugänglich und noch nicht vollständig privatisiert – oder von Nestlé gekauft sind, gut verständlich.

„Es verweilt an Orten, die Menschen vermeiden. So ist es Nahe dem Weg.“ Ein richtige Erklärung hierzu habe ich noch nicht gefunden. Ich hab versucht es für mich zu interpretieren, komme aber auch nicht so recht weiter… aber vielleicht bin ich ja auf dem richtigen Weg:

Wasser sucht sich seinen Weg immer nach unten. Man findet Wasser in der Regel in der Dunkelheit, in Höhlen, in der Erde. Wasser folgt seinem natürlichen Lauf, es drängt nicht, es fordert nicht – es fließt einfach und folgt den Gegebenheiten.

Der Mensch strebt ständig nach Verbesserung. Im übertragenen Sinne strebt er nach oben, dem Himmel entgegen. Er will mehren, ist nie zufrieden, gibt sich nicht dem natürlichen Lauf hin, er versucht ständig den Lauf zu verändern, ihn sich Untertan zu machen.

Letztlich würde es bedeuten sich von den eigentümlichen Bestrebungen eines Menschen frei zu machen und sich – wie das Wasser – dem Lauf des Lebens hinzugeben. Die Frage hierbei ist aber: Hätte man das nicht einfacher beschreiben können?

In eigener Sache:

Auch wenn ich kein Christ bin, ist Weihnachten natürlich eine Zeit im Jahr, die uns in der unsrigen Gesellschaft ständig irgendwie gefangen hält. Neben der steigenden Spannung und den zunehmenden Stress um uns herum ist es doch eine Phase im Jahr, die man gut dazu nutzen kann um mal wieder Zeit mit der Familie zu verbringen, etwas Ruhe einkehren zu lassen, zu sich selbst zu finden, etc. pp.

Genau das werde ich auch tun und mich nun für die nächsten Wochen ein wenig zurückziehen. Ich wünsche euch eine tolle, ruhige Zeit, übt ein wenig eure Kampfkunst, meditiert und auf bald!

In diesem Sinne meine liebe Taoisten!

Falkenbach

Mal abgesehen davon, dass Falkenbach ein ziemlich cooler Name für einen Char in einem Rollenspiel wäre, ist es der Name eines Musik-Projektes von Markus Tümmers .

Alle paar Jahre kommt dann mal wieder ein Longplayer raus. Falkenbach folgt stilseitig eine recht klare Linie, wobei ich persönlich den Eindruck einer fortlaufenden Perfektionierung habe. Ich bin seit dem Album „…Magni blandinn ok megintiri… “ von 1998 dabei und habe dieses Album bereits als das perfekte Metal-Album gesehen. Jeder weitere Output danach hat in mir dasselbe Gefühl des perfekten Metal-Albums geweckt… was schon irgendwie seltsam ist…

Das letzte Album „Asa“ ist aus dem Jahre 2013 und auch dieses Album ist (wie alle Alben von Falkenbach zuvor) das perfekte Metal-Album. Seitdem ist es recht still um Markus Tümmers geworden, ich habe zumindest noch nicht irgendwo mitbekommen, dass er an einem frischen Silberling arbeitet… aber sei’s drum – so lange ist und bleibt eben ASA auf meiner persönlichen Metal-Hitliste auf Platz 1.

2013 ist nun schon wirklich eine ganze Weile her, warum schreibe ich also erst jetzt ein paar Zeilen über Falkenbach?

Der angehende Winter ist für mich immer eine Zeit des Metals. In der Region um Ingolstadt herum hat diese Zeit eine zusätzliche Komponente, die die Stimmung noch mehr in diese Richtung drückt: den permanenten Nebel.

Dieses Jahr scheint irgendetwas zusätzlich zum Nebel in der Luft zu liegen… ein Hauch Veränderung möchte man meinen… da passt dieses wunderbare Album perfekt hinein.

Hier dürft ihr euch nun das Lied Eweroun zu Gemüte führen. Macht euch keine Sorgen, wenn ihr nichts versteht – der Text ist auf Alt-Isländisch. Lyrics findet ihr unter dem Video.

Genießt diese krass-schöne Zeit, gönnt euch ein herrliches Weißbier und ehrt die alten Götter – ich werde es heute Abend auf jeden Fall tun.

 

 

I wintars stilta hvis
I vorjaarns guldyn luiht
I naarjaars bluodin roud, naarjaars bluodin roud

I wintars stilta hvis
I vorjaarns guldyn luiht
I naarjaars bluodin roud, naarjaars bluodin roud

Wijl wintars stilta hvis en wijl vorjaarns guldyn sunnaluiht
Den oude vandrar waagt, fuer eweroun en eweroun
Den oude vandrar waagt wijl naarjaars roud, fuer eweroun, eweroun

I wintars stilta hvis
I vorjaarns guldyn luiht
I naarjaars bluodin roud, naarjaars bluodin roud

Wijl wintars stilta hvis en wijl vorjaarns guldyn sunnaluiht
Den oude vandrar waagt, fuer eweroun en eweroun
Den oude vandrar waagt wijl naarjaars roud, fuer eweroun, eweroun..

 

In winter’s silent white
In spring’s golden light
In autumn’s bloody red, autumn’s bloody red

In winter’s silent white
In spring’s golden light
In autumn’s bloody red, autumn’s bloody red

While winter’s silent white and while spring’s golden sunlight
The old wanderer walks, forevermore and evermore
The old wanderer walks while autumn’s red, forevermore, evermore

In winter’s silent white
In spring’s golden light
In autumn’s bloody red, autumn’s bloody red

While winter’s silent white and while spring’s golden sunlight
The old wanderer walks, forevermore and evermore
The old wanderer walks while autumn’s red, forevermore, evermore..

Rumgezocke

 

Ich habe schon lange nichts mehr zum Thema GAMING geschrieben. Das hat natürlich einen Grund und zwar folgenden: Tatsächlich hat mich nichts mehr so richtig angefixt.

Ich bin bekennender RPler und neben dem einen oder anderen offline-Game (Fallout, Skyrim, etc.) zocke ich unheimlich gerne MMORPGS – wie man sich im Blog unschwer erlesen kann (deutet auf die Kategorie „GAMING“).

Nach den desaströsen Untergang meiner liebevoll aufgebauten Verlassenen-Gilde in WoW habe ich mich einer Nachtelfen Gemeinschaft angeschlossen, die tolles RP machte (und immer noch macht), aber als bekennender Horde-Anhänger, konnte ich mich nicht auf Dauer mit der Allianz anfreunden. Und irgendwie ging mir WoW nach all den Jahren sowieso auf den Zwirn. Eine Pause musste her, also habe ich meinen Account lahmgelegt und bis heute nicht mehr aktiviert.

Nach einer kurzen Elder Scrolls Online-Phase schloss ich ein wenig übersättigt den Deckel meines Gaming-Notebooks und begab mich in eine etwas länger andauernde Zocker-Pause.

ESO ist ein gutes Game und als Bethesda- und Skyrim-Fan ist das Game ja schon fast ein MUSS, dennoch hat es ESO nicht geschafft mich dauerhaft zu fesseln. Ich weiß eigentlich gar nicht so recht warum. Story ist gut, Grafik ist fett, die Quests sind spannend, langweilig und lustig – ganz so, wie es nunmal in einem MMORPG sein soll. Vielleicht war es der Name des Initiators all des Bösen, das in der Ära in der das Spiel stattfindet:

MANNIMARCO! 

Oder auch seine Sprecherstimme, die mich ständig an die alte Praktiker-Werbung erinnerte… ich weiß es nicht.

Seit ein paar Wochen bin ich aber wieder in meinem Steam-Account unterwegs und probiere ein wenig herum. Okay, diese ganzen Survival-Games erleben ja gerade einen unfassbaren Hype. Ich denke, ich habe alle relevanten Games dieses Genres ausprobiert. Natürlich unter Berücksichtigung des Alpha-Status‘ konnte ich mir ein gutes Bild von den folgenden Games machen: Conan Exiles, Life is Feudal, the Black Death, Valnir Rock.

Die Story ist bei allen irgendwie gleich. Du strandest alleine in einer verlassenen Gegend und versucht mit Dir selbst klar zu kommen. Du hast Hunger und musst essen, Du hast Durst und musst trinken, Du kannst an einem Kratzer krepieren, oder auch erfrieren. Das Setting ist  je nach Game ein wenig unterschiedlich. In Conan hängst Du an einem Kreuz in der Wüste, in Valnir Rock und Life is Feudal strandest Du auf einer Insel und in the Black Death kommst Du in einem mittelalterlichen Örtchen an mit dem Wunsch eine seltsame Seuche zu erforschen.

Am Besten gefallen mir hier Valnir Rock und the Black Death. Ersteres wegen der Rollenspielelemente (man trifft NSCs und erhält entsprechende Quests), letzteres wegen des Themas und der Stimmung. In beide Games schnuppere ich gelegentlich rein, um den aktuellen Stand des Games zu checken.

Dennoch fehlte mir immer noch ein Game auf das ich so richtig Bock habe, wo ich nicht Stunden über Stunden investieren muss und trotzdem meinen Spaß haben kann. Ein Spiel, das einfach Fun vermittelt und eine stabile MMORPG-Community hat – die nicht unbedingt groß sein muss.

Durch Zufall bin ich dann (mal wieder) über WILDSTAR gestolpert. Ich wusste gar nicht, dass das Dingen f2p ist… also habe ich es mal heruntergeladen und gestartet. Yo. Was soll ich sagen… das Spiel trifft so ziemlich all das, was ich im Moment von einem Game erwarte.

Es ist überraschend! Klar gibt es auch die klassischen „sammle 23 davon…. töte 40 hiervon…“– Quests, aber dennoch steckt in jeder Quest ein teils sonderbares, augenzwinkerndes, oder auch lustiges Zückerli. Das mag nicht gleich auffallen, aber irgendwann kommt es einem plötzlich wieder Sinn. Dass man nach dem Scannen eines Kristalls hunderte Meter hochspringen kann (und mal so nebenbei eine eine Quest auf der anderen Seite der Bergkette erhält, wo man NIEMALS sonst hingekommen wäre) mag einem währenddessen erstmal „normal“ vorkommen. Mit einer Nacht drüber schlafen steigt einem aber das Grinsen ins Gesicht… schlafende Kühe umschubsen, mit dem Hooverboard durch die Gegend düsen oder alleine der gelangweilte Materialisierer (ähnlich dem Hearthstone), der gelangweilt sagt: „Ach, schon wieder Du… dachte Du bist längst draufgegangen…“ Herrlichst!

Comic-Style DeLuxe: Möglicherweise bin ich zu sehr WoWgeprägt, aber ich stehe auf diesen halbrealistischen Comic-Style. Möglicherweise hatte ich mit Skyrim, Fallout, Wolfenstein, the Witcher, ESO, etc. pp. zu „realistisch“ aufgezogene Games, die teilweise an einen Spielfilm erinnern… k.A. Der Wildstar-Style wirkt nicht minder ansprechend, und lange nicht so kantig, wie in WoW. Er ist liebevoll detailliert, nah am Rande des überzogen seins, aber dennoch realistisch genug, um das Spiel „ernst“ zu nehmen. Die perfekte Mischung halt.

Es ist lustig: Im „überraschend“-Teil schon kurz angesprochen… es ist voll mit Kopf/Tisch-Humor, schmunzelnden Andeutungen, echten Lachern und perfiden Fragezeichen-Witzen. Das mag an der deutschen Übersetzung liegen, an den permanenten, unterschwelligen WoW-Spitzen, oder auch an der Kombi Charakter/Witz – keine Ahnung – ich find’s super.

Es frisst wenig Zeit (für ein MMORPG): Eine Quest ist mit relativ wenig Zeitaufwand erledigt, ein Event dauert etwas länger, aber auch das ist binnen 30min beendet. Instanzen habe ich noch nicht hinter mich gebracht, aber wenn der Eindruck stimmt ist man hier auch nicht 3-4 Stunden lang beschäftigt. Vielleicht liegt es aber auch an meinem Alter und meiner Arroganz  den Rechner „mitten drin“ abschalten zu können… 😉

Herausfordernd: Interessanterweise ist es trotz der oben stehenden, angenehmen Seiten äußerst herausfordernd. Natürlich gibt es auch Gegner, die umfallen, wenn man nur in der Nähe steht, aber je weiter man im Game kommt, desto härter wird es. Die Kollegen teilen ziemlich aus und stecken ne Menge ein. Das ist teils frustrierend, teils anspornend – je nach Tageszeit. Zudem erscheint mir die  Respawn-dauer verdammt kurz. Kaum habe ich den letzten Mob niedergeknüppelt, steht der erste wieder bereit. Aber vielleicht brauche ich auch nur zu lange, um die Gegner zu legen… kann auch sein… *kopfkratz*. Dann sind da noch etwaige „Überraschungsgegner“. Nichtsahnend bin ich heute Morgen mit meinem Hooverboard in einen Felsgiganten hineingerauscht, der mich – mit Hilfe eines zuvor plattgemachten und respawnten Mobs- so kräftig vermöbelte, dass ich in meine Maus gebissen habe. Schlimm!

Also es macht auf jeden Fall Bock und fristet ein IMO ungerechtfertigtes Nischendasein im MMORPG-Himmel. Sofern ihr also auch noch auf der Suche nach einer MMORPG Heimat seit, testet es mal an – ich finde es lohnt sich… :