Sommerpause

Nein, ich melde mich nicht ab, gehe nicht in eine Sommerpause und will sicher nicht erzählen was für einen fantastischen Urlaub ich verbringe.

Dafür schreibe ich zu selten und dafür ist auch dieser Blog zu neu, als daß mich irgendjemand schreibenderweise vermissen würde.

Die Sommerpause ist ein alljährliches Phänomen, das keiner so recht erklären kann. Ja, die üblichen Plattitüden sind ja allgemein bekannt. Es ist halt Sommer, die Menschen fahren in der Urlaub, unsere Regierung streckt die dicken Bäuche an irgendeinem Gewässer in den blauen Himmel – kenn‘ ich alles.

Aber Sommer ist erst mal nicht auf der ganzen Welt und die ganze Welt hat auch nicht Urlaub.

Was passiert denn dann so in einer Sommerpause?

Werfen wir doch mal einen Blick in den aktuellen Mediendschungel:

  • die NSU Affäre
  • Peer Steinbrücks Stasi-Akte
  • Ben Affleck wird der neue Batman
  • Herthas Lolita-Affäre
  • SPD will Anti Hoeneß Postkarten vor Stadien verteilen
  • deutscher Staat erzielt Milliarden-Überschuss
  • bla bla bla

Okay, zu jedem Thema könnte ich jetzt etwas loswerden, aber uninteressanter geht es ja kaum noch.

Themen die (mich) wirklich bewegen verkümmern in diesem Darstellungswahn zu unbeachteten Randnotizen:

  • Syrien
  • Ägypten
  • Fukushima
  • generell der sich anbahnende Konflikt rund um und in Israel
  • Europa
  • unser Superklima
  • Welterschöpfungstag (den es übrigens bereits seit 30 Jahren gibt)

Aber gut, Hauptsache ich kann mich darüber aufregen, dass irgendein pickeliger amerikanischer, russischer, chinesischer, französischer oder am Wahrscheinlichsten: DEUTSCHER Agent meine Facebook-Seite liest.

Aber so ist das eben in der Sommerpause. Die großen Themen werden verdrängt von den kleinen Themen, die den Einzelnen mit der Masse solidarisieren, ohne sich direkt auf den einzelnen Auszuwirken.

Deshalb geht auch keiner wegen Europa auf die Straße. Oder wegen der maroden deutschen Energiepolitik. Aber der Veggietag ist einen Aufschrei wert.

So ist es hier in der Sommerpause. Lieber ein paar Dumpfnattern auf Stöckelschuhen durch den Busch latschen sehen und dabei ein Schnitzel vom Discounter fressen. Komische Welt.

So, jetzt ist aber gut mit der Moralapostelei! Geht mir ja selber auf den Sack! Diese ewigen Betroffenheitsblogs! Man selber sitzt ja auch nur vor dem Rechner und lässt seinen Char von China-Pros hochleveln! Aber immerhin fress‘ ich dabei nen Veggie-Burger!

In diesem Sinne!

dem dicken Mann

Als ich neulich mal wieder gelangweilt und lustlos durch meine Facbook-Historie gesurft bin, stiess ich auf ein Liedchen von Max Trojan, einem Singer/Songwriter aus Köln, mit dem ich leider seit einiger Zeit keinen großartigen Kontakt mehr habe.

Max beschreibt die Inspiration zu diesem Song so:

… die Idee zu dem Text entstand vor Jahren aus einem Interview mit Robbie Williams, dass ich irgendwo gelesen hatte. Dort erzählte er, dass er in den Phasen, wo Albumaufnahmen laufen immer stark zunimmt und sich gerne gehen läßt, was er dann für die Tourneen immer wieder mit einem Personaltrainer abtrainieren muss. Denn im Grunde würde in ihm ein „dicker Mann“ leben, der ausbrechen will und er hofft, wenn er alt genug ist, diesen endlich raus lassen zu können.

Danach verfolgte mich immer wieder die Idee, diesen Dialog mit dem inneren dicken Mann, der raus will, in einen Song zu packen. Und da ist er nun. Das Ganze ist ein wenig verrückt, aber naja. …

Ich habe vor kurzem die 40 überschritten und ich muss zugeben, dass sich schon einige Dinge verändert haben. Okay – nicht ganz richtig – die „Dinge“ haben sich nicht verändert, aber ganz sicher die persönliche Sichtweise.

Eine Veränderung nimmt man ja selber eigentlich nicht wahr.  Vielleicht werden uns diese Veränderungen in den kleinen, stillen Momenten bewusst, aber so grundsätzlich werden uns Veränderungen eher von außen zugetragen. Also äußerliche Veränderungen.

Man selber steckt ja in seinem Körper drin, bzw. man muss sich ja nicht selber permanent betrachten, daher haben wir das Gefühl dauerhaft irgendwie gleich zu sein. Ich persönlich habe zum Beispiel nicht den Eindruck großartig anders zu sein, als vor 10 Jahren, oder vor 20. Ich stehe auf den gleichen Sport, rasiere mir immer noch den Schädel, finde die Musikrichtungen immer noch geil, laufe immer noch in den Klamotten rum, die ich bequem finde und greife lieber zu den Sneakers als zu zu den (Pseudo)-Lederschuhen. Es gibt ein paar Veränderungen, die ich bewusst und willentlich herbeigeführt habe, klar. Aber so im Großen und Ganzen…

Und dann ist da plötzlich dieser Moment, ich kann es gar nicht wirklich beschreiben, auf jeden Fall ist da dieser eine Moment, der die „Illusion des Ich“ mal kräftig durchrüttelt.

Bei mir war es ein Schmerz im linken, unteren Rückenbereich. Wir waren gerade dabei Shihonage in sämtlichen Variationen zu machen. Ich war Uke und hatte die Aufgabe so schön wie möglich zu fallen, bzw. die Rolle rückwärts auf die Matte zu bringen. Eine geile Übung um in Schweiß zu kommen, gerade wenn es mal „intensiver“ wird. Und dann kam er, der Stich. Ich machte weiter, wollte den Schmerz „raustrainieren“, wie früher. Aber Pustekuchen. Er blieb. Das ist nun etwa 7 Wochen her und latent spüre ich den Schmerz heute immer noch.

Und so habe ich angefangen mich selber zu beobachten. Nach und nach sind mir weitere Dinge aufgefallen, die Innen anders aussahen, als Außen.  Zum Beispiel, daß mir der Bauch desöfteren mal im Weg ist. Beim Sport sowieso, aber auch im Alltag. Dann habe ich versucht meine Haare wachsen zu lassen, jedoch sind die Stellen mit „weniger Haar“ irgendwie größer geworden. Mir fällt auf, daß ich plötzlich ab 22:30Uhr müde werde und auch tatsächlich ins Bett gehe. Oder daß ich laute Musik leiser drehe, weil es mich nervt.

Was ich damit sagen will:  Der dicke Mann kann schon längst unbemerkt RAUSGEKOMMEN sein!

In diesem Sinne – schönen Feiertag!

Blauflossenthunfisch

Mit dem ersten Beitrag in einem Blog tue ich mich immer besonders schwer. Der erste Beitrag sollte neugierig auf mehr machen, aber auch nicht überfordern. Ebenso wenig sollte er zu spacig und theoretisch sein, aber auch nicht zu nüchtern und zu trocken.

Jaja…

Eigentlich schreibe ich gerne über jeden Mist, der mir so vor Nase fällt. Nein, das stimmt nicht. Viele Sachen interessieren mich auch einfach gar nicht. Die öden mich an, langweilen mich, mag ich mir nicht antun, weil sie mir zu blöde sind – so blöde, daß ich nicht mal nur den Hauch eines Gedanken daran verschwenden will… was nicht heißen soll, daß ich viel denken würde. Ich versuche mir das Denken schon seit längerem abzugewöhnen. Manchmal gelingt es mir, manchmal nicht und an solchen „Denk“-Tagen gerate ich in den Strudel aus wenns, abers, hättes, obs und achs.

Denken… wird ja in dieser, also unseren Gesellschaft oftmals mit Vernunft gleichgesetzt. „Denk lieber nochmal drüber nach!“ ist zum Beispiel so ein geflügeltes Wortgebilde. Was für ein Unsinn… Wir wissen zum Beispiel alle, dass Alkohol, Kippen und fettiges Fleisch nicht sonderlich gut für unsere Alabaster-Organismen sind. Es wäre die Vernunft, die uns sagt: „Hör auf diesen Dreck in Dich hineinzuschaufeln!“ Und dann denkt man darüber nach. Es schmeckt doch aber. Was soll ich denn sonst fressen. Nur noch heute den Grillabend. Ob ich nun noch den Blauflossenthunfisch fresse, oder irgendein Japaner. Ich find Saufen goil! Ohne Bier geht ja gar nicht. Was sollen denn die Nachbarn denken? Bin doch kein Weichei!

Und so weiter.

Ist doch scheiße.  Nervt mich. Kotzt mich an. Will ich nicht. Soviel mal dazu. Soviel also mal zu meinem ersten Beitrag beim Kotodama-Prinzip.

Okay… also mit „Kotodama“ – der Wort-Seele –  an sich hatte der Beitrag nun nicht sonderlich viel zu tun. Oder vielleicht etwa doch? 🙂

Matane!