rechte bürgerliche Mitte

In Zeiten der Krisen zeigt sich oft der wahre Charakter eines Volkes. Und wir können es drehen und wenden wie wir wollen, wir leben in Zeiten der Krisen.

Oh, sicher – uns mag es gut gehen. Wir fahren Auto, haben eine Wohnung, oder ein Haus, einen Job, vielleicht ein regelmäßiges Einkommen und deshalb ist es leicht aus einer Position der Bequemlichkeit heraus genau diese Krisen auszublenden.

Die Krisen sind nicht „irgendwo“ in irgendeinem dubiosen Teil der Welt, sie sind hier, bei uns! Direkt vor Deiner Tür geht die Krise los! Aber auf den 10 Metern zum Parkplatz merken wir das nicht. Und ist der Weg länger, wird halt der Kopfhörer eingestöpselt.

Ich will die Krisen nicht aufzählen. Die Meinungsmacher der Medien beeinflussen die Bevölkerung mit ihren Geschichten schon seit Monaten. Insbesondere Lampedusa hat den Staat geteilt, während im Falle der Ukraine eigentlich alles klar ist. Oder etwa nicht? Aber Hinterfragen ist unbequem, gesellschaftlich nicht akzeptiert und was sollen die Nachbarn denken?

Was in Syrien passiert ist wirklich bedauerlich… aber was können wir schon tun? Sollen wir etwa ALLE Flüchtlinge bei uns aufnehmen? Und wer bezahlt das? Und schon rattert im Hintergrund das marode Hirn und der Zeigefinger deutet im Geiste auf sich selbst. Man kann ja durchaus spendabel sein, aber nicht, wenn es um meine Kohle geht.

Aber darum geht’s mir eigentlich nicht in diesem Beitrag. Mich nervt eher, daß „rechts sein“ wieder zu einer Art „Lifestyle“ wird. Es gehört beinahe zum guten Ton in einem bierseligen Zusammensein über die missratene Flüchtlingspolitik zu philosophieren, oder über „den Russen“ zu debattieren, der irgendwie minderbemittelt versucht die holde Europa zu vergewaltigen. Und der Stammtisch, oder die Bierbank, ist nicht mehr die Grenze solcher Diskussionen. Diese Gespräche werden zunehmend öffentlich geführt, diese Meinungen werden zunehmend öffentlich kundgetan – unabhängig davon, ob man sie hören will oder nicht.

Der „Dreck“ muss weg – heisst es da eines Tages, bezogen auf die Flüchtlingssituation in der Flüchtlingsunterkunft Zirndorf in Bayern. Ja fein und die Idee was mit den Menschen passieren soll? Mir egal, weg eben!

Das klingt vielleicht wie eine schlechte Parodie, in der sich zwei dicke Nachbarn über den Gartenzaun herüber unterhalten – ist aber leider eine Situation aus der Realität. Ich gebe zu, ich war irritiert und irgendwie fassungslos. Es war auch zu früh am Tag für eine politische Diskussion. Im Nachgang schmeckt es bitter, wenn ich darüber nachdenke und bezogen auf diese Situation muss ich an zwei kleine Sätze denken:

1. Schweigen ist Zustimmung.

2. Alerta, Alerta – Antifascista!