über die Krankheit

Krank sein ist blöd. Im Moment sitze ich leicht fiebrig und ohne Stimme in der Küche vor meinem Notebook und schreibe diesen Beitrag. Den Hals voll Eiter, der Kopf voll Antibiotika.

Natürlich sind mir diese typischen Gedanken durch den Kopf gegangen, als ich dieses Kratzen im Hals bemerkte. Och nee, nicht schon wieder… vielleicht geht’s ja schnell vorbei… warum denn ich… was sage ich meinem Chef… bleibt wieder so viel liegen… hoffentlich stecke ich nicht die Family an… warum passiert mir das… undundund.

Kennt jeder irgendwie.

Ich weiß nicht wo ich das mal gehört oder gelesen habe, wahrscheinlich habe ich es aber von meiner Ma – davon gehe ich jetzt einfach mal aus. Sie sagte immer so etwas wie:

„Wenn Dich eine Krankheit packt, hebelt sie sich aus Deinem Leben, damit Du über Deinen Weg nachdenkst und ihn änderst.“

Auf die Frage, „wieson das?“ folgte ein leicht buddhistisch-philosophischer Text:

„Jedem Mensch ist ein bestimmter Weg und ein gewisser Rahmen vorgegeben. Weicht der Mensch von diesem Weg ab (denn er hat ja seinen freien Willen) kommt irgendwann das Schicksal (oder das Karma, oder auch Gott) und wirft Dich etwas zurück, damit Du erkennst und Deine Richtung änderst. Das kann zum Beispiel eine Krankheit sein, der Verlust eines Freundes, oder etwas ähnliches. Gehst Du weiter diesen „falschen“ Weg, wird der nächste Schlag des Schicksals heftiger, und so weiter.“

Auf meine Frage, was denn passiert, wenn selbst das Verprügeln mit dem obligatorischen Zaunpfahl nichts bringt, fragte sie nur zurück: „Was denkst Du denn?“

Okay, das mag vielleicht für manch einen religiöser Mist sein, oder eine obskure Theorie um sein Leben zu erklären, oder seinen persönlichen Misserfolg zu argumentieren.

Für mich persönlich ist da was dran. Jede Krankheit, jede Begebenheit, die mich aus dem Leben genommen hat, bewirkte automatisch eine Art „Resümee ziehen“. Und in den meisten Fällen folgte eine Veränderung.

In diesem Sinne!