who cares wins

Aloha zusammen, nach längerer Zeit mal wieder ein Beitrag! 😀

Ich habe mich ja zu der aktuellen Situation ziemlich zurück gehalten und meinen Blog nicht dazu benutzt meine Meinung kund zu tun. Nicht, weil ich nicht wollte, sondern eher, weil jeder angefangene Beitrag irgendwie in Fassungslosigkeit endete. Mein Papierkorb ist voll von diesen Entwürfen! Vielleicht schreibe ich irgendwann mal eine Art „best of“… dazu… Wer meinen Blog halbwegs aufmerksam liest, kennt meine Meinung und politische Einstellung.

Als ich neulich mal wieder durch meine alten Platten wühlte, stieß ich auf einige Scheiben von ANTHRAX. Ich fand die damals ziemlich cool, weil die gerade nicht das typische Metal-Image der gewaltverherrlichenden Satanisten zeigten, sondern mit lustigen und sozialkritischen Lyrics um die Ecke kamen… eigentlich sind die Kollegen eher eine Punkband mit Metall-Getöse. Ich fands geil und propagierte den Spruch „MOSH FOR PEACE“ überall… Schultischen, Taschen, Jacken, Wänden, etc.

Egal – ich zog mir die Scheibe rein und stolperte über folgende Song: WHO CARES WINS – der irgendwie gut in diese seltsame Europäische Zeit passt. Ich schreib jetzt mal nicht so viel dazu, hört einfach hin.

 

 

Wer ist Max Romeo?

So stand ich neulich vor meinem Plattenregal mit einer LP in der Hand. Auf dem vergilbten Cover eine verzweifelte Frau, die auf einem „Müllhaufen“ sitzt.

Okay, die Platte ist von 1976… schon etwas älter das gute Stück. Ich habe das Teil also auf meinen Plattenspieler gelegt und nach dem typischen Geknackse einer Schallplatte legte der Typ also los. Die Aufnahme ist nicht toll, aber welche Aufnahme aus der Zeit war es denn schon. Die Platte klingt, als ob sie am Stück aufgenommen wurde. Also kein Gemische irgendwelcher Tonspuren, schlicht ein Mikro in die Mitte und ab dafür! Das macht diese Scheibe so stimmig – als ob man mitten drin sitzt. Der Typ kann singen, die Texte machen Sinn… alles fein.
war inna babylon cover

Dann lief der dritte Song an und FUPP – alles klar – der Typ hat einen der eindrucksvollsten Melodien und Textzeilen geschrieben, die überhaupt existieren!

Mal sehen, ob ihr schon durchs Lesen draufkommt:

I’m gonna put on a iron shirt, and chase satan out of earth
I’m gonna put on a iron shirt, and chase the devil out of earth
I’m gonna send him to outa space, to find another race
I’m gonna send him to outa space, to find another race

Und? Klingelt’s? Nein? 😀

Okay, dann hier die Version, die (fast) jeder kennen sollte:

Und wenn mich ein Künstler interessiert, möchte ich auch gerne mehr über ihn erfahren. Die Wikipedia beschreibt sein Leben so:

Max Romeo wurde am 22. November 1947 als Max Smith im Saint Ann Parish (aus dem auch Bob Marley und Justin Hinds stammen) geboren. Als er neun Jahre alt ist, hat seine Mutter die Chance, nach England auszuwandern und lässt die Familie zurück. Max zieht zu seinem Vater. Wegen Schwierigkeiten mit seiner Stiefmutter verlässt Max mit 14 das Elternhaus, wohnt zeitweilig in einer Höhle und in verlassenen Autos. Aufgrund einer Begegnung mit einem alten Mann reift in ihm der Entschluss, Sänger zu werden. Romeo schildert dieses Erlebnis wie folgt:

„Eines Tages kam ich zum Haus eines Freundes und da saß dieser alte Mann auf der Veranda. Er beobachtete mich, aber ich schenkte ihm keine Beachtung. Ich sah zu diesem Zeitpunkt ziemlich deprimierend aus: Löcher in den Schuhen, an meinem Hemd fehlte ein Ärmel usw. Der Mann rief mich zu sich und sagte: „So solltest du nicht herumlaufen. Was ist dein Problem?“ Ich erzählte ihm ein bisschen von meinem Leben und er sagte: „Gut, ich werde dir helfen. Geh jetzt nach Hause und schreib zwanzig Sachen auf, die du in deinem Leben machen willst.“ Er gab mir einen Stift und ein Blatt Papier und ich ging heim und schrieb all die verschiedenen Berufe und Dinge auf, die mir eingefallen sind, und brachte dies zurück zu ihm. Er sagte „Jetzt möchte ich, dass du es auf zwei Sachen einengst.“ Es gab damals zwei Sachen, die ich wirklich sein wollte und das war Prediger oder Sänger. Also kürzte ich die Liste und ging zu ihm zurück. Er sagte „Jetzt ist es einfach, es auf eines zu beschränken.“ Ich sagte: „Ich mag den Glamour bei der Musik und den Respekt, den man einem Prediger entgegenbringt.“ Aber zu diesem Zeitpunkt stellte ich Glamour über Respekt und entschloss mich: „Sänger“. Der Mann antwortete: „Gut, von jetzt an, wenn dich jemand fragt, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst, wirst du sagen, dass du ein Sänger bist. Und jeden Morgen, wenn du aufwachst, wirst du dir selbst sagen, dass du ein Sänger bist.“ Am Ende fragte er mich noch: „Kannst du singen?“ Ich sagte: „Ja, ich habe als Kind viel gesungen.“ Darauf antwortete er: „Das ist gut. Nun mach weiter“.“

Auch so kann man also eine Karriere als Sänger beginnen.Max Romeo

Max wendet sich dem Rocksteady zu und feiert hier seine ersten Erfolge. Seine erste Single landet 1967 auf Platz 2 der Jamaicanischen Charts, seine zweite Singel „WET DREAM“ landete ein Jahr später sogar in England auf Platz 10, was ihn dazu veranlasste weitere Songs mit „nicht jugendfreien“ Testen zu veröffentlichen.

Doch wie es nunmal so ist, irgendwann stellt man sich die Sinnfrage. Max wendet sich der Rastafari-Bewegung zu, seine Texte werden nachdenklicher und spiritueller und aus dem Rocksteady wurde Reggae.

Max Romeo ist auch heute noch aktiv, alle paar Jahre erscheint ein neues Album. Ich werde mich jetzt etwas eingehender mit ihm beschäftigen, denn das, was ich bis jetzt von ihm gehört habe ist sehr sehr cool… 😉

Der Original-Song aus dem die obige Zeile stammt heißt übrigens „chase the devil“ und gehört für mich in meine ewige Reggae-Top Ten – aber hört selbst: