o son of spirit

Es ist Mitte Dezember, irgendeine Art von weihnachtlichem Gefühl stellt sich bei mir – ehrlich gesagt – noch nicht ein und würde meine Tochter nicht permanent irgendetwas Weihnachtliches von sich geben, wäre diese Zeit einfach nur eine besonders ätzende und stressige Phase des Jahres. Das es so ist liegt sicherlich nicht an einem fehlenden Bewusstsein für den „Geist der Weihnacht“ oder so – sondern eher an unserer fabulösen Lebensweise der heutigen Zeit, die jede Art von Spiritualität oder Glaube im Keim erstickt. Und nein, ich bin kein Freund irgendeiner Kirche, halte aber den aktuellen Zustand für falsch.

Sei’s drum. Europa bombt auf Syrien, schickt Soldaten und leistet sich zusammen mit der restlichen „zivilisierten“ Welt einen Krieg gegen… den IS?

Jeden Montag latschen tausende auf die Straße, wollen das „christliche Abendland“ gegen die „Islamisierung“ verteidigen. Ich gehe jede Wette ein, dass nicht mal die Hälfte derer, die da mitlatscht weiß, warum Weihnachten überhaupt gefeiert wird. Also… um das mal zu relativieren… dass die Kirche behauptet, in dieser Nacht wurde der alte Jesse geboren: geschenkt. Ich meine eher die Antwort auf die Frage: WARUM?

Auch hier: Sei’s drum.

Im Moment lese ich jeden Abend mit meiner Tochter von Jostein Gaarder „Das Weihnachtsgeheimnis“ ein Buch, das ich jedem Leser/Vorleser völligst ans Herz legen kann. Selbst jemand, der mit Christlichem an sich nicht viel am Hut hat, kann dadurch den besagten „Geist der Weihnacht“ in sich erwecken.

Jaaaa, zusammengetragen ist dies gerade eine äußerst ambivalente Zeit…

Aber warum schreibe ich das? Einerseits gehe ich davon aus, dass ich IN DIESEM Jahr nichts mehr hier in dem Blog schreiben werde. Die Zeit die mir zu Verfügung steht, nutze ich aktuell lieber für andere Dinge. Und andererseits möchte ich das Jahr nicht beenden um den treuen Lesern aller Konfessionen und Herkünfte eine tolle Weihnacht und einen fabulösen Rutsch ins neue Jahr zu wünschen!

Schließen möchte ich dieses Jahr mit einem Zitat, das mich seit einiger Zeit begleitet und – auch wenn ich ein Gemütsmensch bin, der trotz alledem auch mal genervt ist – das ich mir von Zeit zu Zeit zurück ins Hirn hole:

O SON OF SPIRIT! My first counsel is this: Possess a pure, kindly and radiant heart, that thine may be a sovereignty ancient, imperishable and everlasting

Diese Zeilen von Baha’u’llah  wurden IMO sensationellst vertont – aber hört einfach selbst.

Also – Frohes Fest euch!