das Sammelsurium sortieren

Ich hab mich mal umgeguckt, das ist alles ganz schön unaufgeräumt hier. Und irgendwie gefällt es mir. Nun ja… also es ist ein Bild der Wirklichkeit, denn so chaotisch „breit“ die Themenbereiche sind, so ist meine Interessenlage. Hier in bisschen Technik und Zockerei, dort dann wieder Musik mit einem Schwenk zur Geschichte und Politik, um dann in der Religion und Philosophie zu enden. Alles ganz angenehm soweit.  Und trotz all der angenehmen Gefühle, die ich mittlerweile (wieder) für DAS SUBWORT hege, gibt es Tage, an denen ich mich nach etwas mehr „Ordnung“ sehne… so wie jetzt eben.

Ich stelle mir also derzeit folgende Frage: erfüllt dieser Blog hier noch seinen Zweck? 

Grundsätzlich sage ich: JA! 

ABER: es gibt Themenbereiche, mit denen fühle ich mich hier einfach nicht richtig aufgehoben. Hierzu gehört der komplette Bereich des Taoismus, der Kampfkunst und der entsprechenden Philosophie, wie dem Tao Te King und (noch in Planung) weiteren Schriften und Büchern, auch aus moderner Zeit. Dieser Themenkomplex nimmt in meinem Leben recht viel Raum ein und das bereits seit vielen Jahren (dass ich das mal so sagen kann… ), daher habe ich beschlossen diesen Themenkomplex hier heraus zu operieren und in einem anderen Blog zu bearbeiten: dem „Schmetterlingstraum„.

Möglicherweise gehört auch der Bereich „Minimalismus“ dazu, denn in gewisser Weise bedingen Taoismus und Minimalismus einander – müssen aber nicht, daher bin ich hier noch unentschlossen.

Aber wie dem auch sei, ich strukturiere also etwas um. Wenn ihr hier also gelegentlich eine kleine Baustelle seht und euch vielleicht die ein, oder andere Veränderung vor die Füße fällt: nun wisst ihr woran es liegt. 🙂

In diesem Sinne!

 

Über die Kampfkunst

Man mag es mir nicht ansehen, aber ich liebe die Kampfkunst. Für mich ist sie Ausdruck einer Lebenseinstellung, bzw. Lebensphilosophie und weit mehr als die Kunst sich verteidigen zu können.

Meine Liebe zu diesem „Sport“ entbrandete in der Grundschule, als unser Sportlehrer uns mit Judo konfrontierte. Seither war ich angefixt und meine sportliche Karriere war nicht mehr nur auf Fußball beschränkt – wie es sich für einen Dorfjungen gehört – sondern zusätzlich mit der Kampfkunst. Meine Karriere in diesem Bereich ist recht wechselhaft – oder auch sprunghaft. Geschuldet der Tatsache, dass KampfKUNSTschulen (nicht zu verwechseln mit Kampfsport) recht teuer sind und ich die meiste Zeit ohne Wissen meiner Eltern unterwegs war. Chronischer Geldmangel und eine verkackte Busverbindung in die nächste Stadt legten mir so einige Steine in den Weg… aber sei’s drum.

Mein Kampfkunstweg bis heute beinhaltet folgende Stationen: Judo, Taekwondo, WingTsun, Wing Chun, Aikido, dann wieder etwas WingTsun und heute eben Taiji.

Mit WingTsun/WingChun habe ich etwa 20 Jahre verbracht. Ich führe beide Schreibweisen dieser Kampfkunst an, da sich das durch den EWTO unterrichtete WINGTSUN  mittlerweile recht eigenständig weiterentwickelt hat.

Bereits seit einigen Jahren schwirrt nun Taiji (Tai Chi) in meinem Hinterkopf herum. Ich habe mich noch nicht wirklich an Taiji herangetraut, zu sehr verbinde ich diese Kampfkunst mit den Rentnerzirkeln im Park, den Rückenkranken und dem Volkshochschulkurs. Bis letzten Montag, da bin ich dann bei einer etablierten Taiji Schule hier in der Region aufgeschlagen und habe eine Schnupperstunde mitgemacht. Die Atmosphäre und Räumlichkeiten haben mich erstmal eingefangen. Chinesisch – aber nicht zu sehr. Entspannend und ruhig – aber nicht zu sehr. Genau im richtigen Maße, um mich wohlzufühlen.

Vor dem Unterricht gibt es Tee (den gibt es ständig, die Teekannen stehen in jedem Raum und sind immer irgendwie voll), um den Tag erstmal zu verarbeiten und runter zu kommen.

Der Unterricht war … interessant. Aufwärmen mit QiGong-Übungen, eine Runde Gehen und man hat die immerwährende Möglichkeit sich Tee in seinen Becher zu kippen. Nach einer halben Stunde begann der reguläre Unterricht. Ich bin in einer Sammelstunde dazugekommen, das heißt – viele Schüler auf unterschiedlichem Niveau trainieren zusammen – und ich mittendrin. Die Atmosphäre war ruhig, still, freundlich und achtsam. Ich beobachtete also erstmal nur und versuchte mich dann daran die ein oder andere Bewegung nachzumachen. Der Lehrer nahm mich dann beiseite und ging mit mir die erste Schrittfolge durch.Die Grundzüge waren mir bekannt. Der tiefe Stand aus dem Aikido, das Wu Wei Prinzip aus dem Wing Chun – überrascht wurde ich von der Detailarbeit… kleinste Fehlstellungen wurden vom Lehrer korrigiert: Beckenhaltung, Beinstreckung, Winkel des Fußes, Haltung der Hand, etc.

Wie bereits gesagt war vieles bekannt, die Genauigkeit allerdings war … interessant… und diese Akribie zeigte dann im Praxistest den Sinn dahinter. Nur eine kleine, unmerkliche Winkeländerung im Stand gibt Dir zusätzliche Sicherheit, ein leichtes Eindrehung des Handgelenks gibt Dir mehr Kraft beim Stoß, und so weiter und so fort.

Die Basis ist bekannt, die Umsetzung hat mich bisher nur am Rande interessiert. Im Taiji scheint diese Basisarbeit des Pudels Kern zu sein. Die Langsamkeit der Bewegungen dient genau dieser akribischen Detailarbeit. Je langsamer die Bewegung wird, desto genauer, klarer und detaillierter musst Du sie machen. Ich habe mich nicht wirklich viel bewegt in dieser Trainingsstunde, dennoch bin ich gut ins Schwitzen gekommen.

Zufrieden mit dieser Trainingseinheit bin ich dann nach Hause gefahren.

Taiji also. Die Dinge ändern sich und offenbar haben sie unmerklich auch meine Einstellung zu den Kampfkünsten geändert. Ich hatte zwar schon immer eher den Hang zu den inneren/weichen Kampfkünsten, habe aber auch die Effektivität von Taiji angezweifelt. Jedoch geht es mir heute (glaube ich) nicht mehr (nur) um die Effektivität, sondern eher darum die innere Mitte wieder zu finden und zu halten.

Taiji ist sicherlich effektiv. Ich glaube durchaus, dass ein Taiji Meister sich zu wehren weiß. Taiji zu lernen aber ist bestimmt ein langer Weg. Ein interessanter Weg. Ich denke, ich werde diesem Weg folgen – und weiter darüber berichten. 🙂

 

Februar

Es ist viel zu spät für einen „Neujahrsbeitrag“. Ich hatte auch echt keinen Bock zum Jahreswechsel etwas zu schreiben und mit irgendwelchen Vorhaben zu glänzen, die man ohnehin nur so halb angeht und dann zur Seite packt. Also, ich möchte das nicht verallgemeinern: mir geht es auf jeden Fall so. 

Ja, auch ich habe so meine Vorhaben, durch die mir der Januar allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Angefangen hat es über den Jahresstart mit einer Erkältung und mit Zahnschmerzen, was sich in der Kombination dann als Kieferhöhlenentzündung herausstellte. 

Somit begann mein Jahr mit einem Antibiotikum. Die Zahnschmerzen gingen von der Behandlung jedoch nicht weg und dem folgte die Diagnose einer nötigen Wurzelbehandlung mit anschließender Entnahme der Weisheitszähne (2 Stück im Unterkiefer). Der Termin folgt noch im Februar (denke ich), vorher muss ich noch 2 mal auf die Zahnarztbank um meine Wurzelbehandlung abzuschließen. 

Sprich: derzeit konzentriere ich mich stark auf mich und nehme das, was rechts und links meiner persönlichen Mitte geschieht nur am Rande wahr. Und wenn ich dann mal doch einen Blick darauf werfe bin ich auch froh, dass es so ist.

Und so schließe ich diesen ganz egoistischen Beitag getarnt als kurze Statusmeldung und verabschiede mich. 🙂

In diesem Sinne und auf bald!