Tao Te King – Kapitel 3 (21.03.2017)

 

Ich gebe zu, dieser Text wirkt seltsam. Nicht in Gänze, aber doch in Teilen. Alleine der Satz: „Er schwächt ihren Willen und stärkt ihre Knochen und macht, daß das Volk ohne Wissen und ohne Wünsche bleibt, und sorgt dafür, daß jene Wissenden nicht zu handeln wagen.“

Das liest sich, als ob die Menschheit nur blöd, satt und gesund gehalten werden muss, damit alles irgendwie rund läuft.

Die andere Übersetzung interpretiert den Teil ein wenig anders, wirkt aber ebenso hölzern und irgendwie… staksig. Ich kann leider kein chinesisch, gehe aber trotzdem mal davon aus, daß ein Übersetzen des Verses ins Deutsche nicht ganz einfach ist.

Sei’s drum. Mal ungeachtet der Umständlichkeit des Textes ist der Sinn hinter dem eigentlich recht klar ersichtlich: wenn man zufrieden ist mit dem was man hat und seine Sinne nicht danach ausrichtet ständig MEHR zu wollen, sich nicht ständig von irgendwelchen Nörglern, Klugscheißern und Stänkerern beeinflussen lässt, bekommt man einen ruhigen Geist und ein ruhiges Herz und es lebt sich wesentlich leichter.

Laotse schreibt dies im Sinne einer Handlungsempfehlung für einen „Berufenen„, oder einen „Weisen„. Ich würde es im weitesten Sinne mit „Regierung“ gleichsetzen, denn ich glaube die Umstände unter denen der alte Mann sich auf seinen Ochsen setzte und in den Westen floh, müssen ihn ziemlich angekotzt haben, denn er sah „Chaos und Zerfall des Reiches voraus“… womit er dann ja auch recht hatte.

Mich hat dieser Passus an eine Passage auch Dschuang Dschous Werk „Das Buch vom südlichen Blütenland“ erinnert. Ich weiß nicht mehr genau in welchem Teil des Buches diese Geschichte stattfindet (ja, ich könnte nachsehen, bin aber gerade zu faul) aber sie geht ungefähr wie folgt:

Der Gelbe Kaiser macht sich auf die Socken um den „Allerhöchsten“ aufzusuchen und zu erfahren, wie er denn die Menschen am besten anpacken sollte. Er sucht und sucht, findet aber weder den Berg, wo er leben soll, noch den „Allerhöchsten“ an sich – sondern er trifft einen Burschen der Pferde hütet. Nach etwas Palaver und hin und her fragt der Gelbe Kaiser also den Jungen, wie er es denn machen sollte mit den Menschen und der Bursche sagt, so wie er es mit seinen Pferden macht. Der Gelbe Kaiser fragt dann natürlich, wie es der Kerl denn mit den Pferden so handhabe, jedoch will es der Junge nicht verraten. Erst nach dreimaliger Fragerei rückt er mit der Sprache raus: „Ich achte darauf, alles was den Pferden Schaden könne von ihnen fern zu halten.“ Der Gelbe Kaiser verneigte sich mehrmals, bedankte sich und zog von dannen.

Ja, so einfach kann es sein.

Aber das nur am Rande. Vielleicht ist mittlerweile recht deutlich geworden, worauf nun Kapitel drei des Tao Te King hinaus möchte. Einfachheit, Naturverbundenheit und ein leerer Geist der sich nicht durch den Alltag, Stress, Mitmenschen und anderen Dingen aus der Ruhe bringen lässt – dies sind die Dinge die wir anstreben und kultivieren sollten.

Sicherlich ist es leicht so etwas zu sagen / schreiben, die Umsetzung dagegen ist allerdings schwer. Ja, das mag schon sein. Aber ich glaube alleine die Auseinandersetzung mit diesen Themen hilft schon ungemein und setzt einen schleichenden Prozess in Gang, der uns einfach besser fühlen lässt.

Wir Menschen der westlichen Gesellschaft haben mit solchen Dingen das Problem, dass wir etwas ANPACKEN müssen, um es zu bewältigen. Es muss an etwas GEARBEITET werden. Das Surreale ist hier allerdings, dass man eigentlich nur AUFHÖREN muss. Man muss schlichtweg LOSLASSEN. Klingt einfach? Ist es. Ist es nicht. Ein Widerspruch? Nein. Beides ist wahr. 🙂

 

Amy live

Amy Macdonald, Münchener TonHalle, Mittwoch, 15.03.2017

Yo. So der Plan. Also… wir haben den natürlich in die Tat umgesetzt, vorweg muss ich aber eines loslassen: München mit Auto ist scheiße!

So. Ich hätte an einem schnöden Mittwoch Abend gegen 20Uhr dieses Verkehrsaufkommen in München nicht erwartet. Es war… voll. Ein anderes Wort gibt es nicht dafür. Schlicht und einfach voll. Ich habe mal nachgesehen, ob es irgendein paralleles Event gab, aber nein. München ist schlicht und einfach voll. Aber gut, wir haben es dann ja doch noch mit leichter Verspätung in die TonHalle geschafft und sind dort erstmal, nachdem wir uns im angeschlossenen Parkhaus in die unterste Ebene stellen mussten, gegen eine feuchte Hitzewand gelaufen. Belüftung, Klimaanlage, oder auch nur TÜREN zum Öffnen gibt es dort offenbar nicht. So haben wir uns also – nachdem wir uns ein Helles an der Theke haben zapfen lassen – zwischen schwitzenden Leibern und feuchten Klamotten irgendwo einen Platz gesucht, an dem wir einen guten Blick auf die Band hatten.

Im Vorfeld spielte Newton Faulkner solo mit seiner Gitarre (und diveresen Effekt-Geräten) und ich muss sagen – der Typ hat es schon drauf. Und solo heisst wirklich solo. Er stand alleine auf der Bühne und hat das kritische Münchner Publikum durchaus überzeugt. Spätestens mit dem Cover von Queens BOHEMIAN RHAPSODY hat er uns gehabt – was dann aber auch sein letzter Song war.  Cooler Typ, der Newton. Und ein fabulöser Sänger, der seine Stimme live so ganz anders einzusetzen weiß, als in der Konserve.

Nach etlichen Minuten des Umbaus ging es dann endlich los: Amy und Band betraten die Bühne. Keine Ansage, kein zartes „hallo“ – es ging sofort zur Sache mit dem Titelsong des neuen Albums „under stars„. Bei meiner Rezension zu diesem Output habt ihr ja sicherlich schon gelesen, dass es mich nicht überzeugt hat. Daran hat auch das Konzert nichts geändert, auch wenn das Lied live deftiger und besser geklungen hat, als auf dem Album. Aber der Start war cool und das Publikum war überzeugt. Ich auch. Denn mal abgesehen von dem Song hat die gute Amy stimmlich mega zugelegt. Alter Schwede… es ist schon erstaunlich wo die kleine Schottin dieses krasse Volumen herholt…

Nahtlos ging es dann – immer noch ohne das besagte „hallo“ – in einen Amy-Klassiker über, der die Halle noch mehr zum Schwitzen brachte. Gefühlt klebten die Besucher des Konzerts in einer Masse zusammen und mit einem breiten Grinsen auf unseren Gesichtern kam es dann endlich von der Bühne herunter: „Guten Abend, Munich!“

An dieser Stelle mache ich mal einen CUT und verweigere mich dem typischen Konzert-Rezensions-Gedönse. Sicherlich könnte ich nun Song für Song durchgehen, die ca. 2 Stunden Amy auf der Bühne durchanalysieren, aber darauf habe ich keinen Bock, solche Berichte möchte ich auch gar nicht lesen. Ich denke mal jeder, der auf ein Amy Konzert geht, weiß worauf er sich musikalisch einlässt. Mir geht es eigentlich eher um das Gesamtpaket, das Konzert-ERLEBNIS… also versuche ich das mal zu beschreiben, Okay?

Gut. Dennoch beginne ich mit der Musik… 😀 HAAHAAHA! Also musikalisch spielt sich Amy mittlerweile auf einer völlig anderen Ebene ab, als noch vor ein paar Jahren. Amy hat eine Band um sich geschart, die eigentlich nur nach JAHREN des Zusammenspielens so klingen kann. Ich beschreibe das mal wie folgt: kernig auf die Zwölf! Die Band rockt einfach. Und mit rocken meine ich das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Gitarren sind vorne und dreimal so verzerrt wie auf der Scheibe, der Bass wummert herrlich die Eingeweide durcheinander und die Drums klingen so, wie sie klingen müssen. Goil. Amy hat zwar einen guten Imagewandel durchgezogen in den letzten Jahren. Mit tätowierten Armen und mit schwarzen Klamotten steht sie als Frontfrau auf der Bühne, dennoch wirkt die (immer noch zu große) Akustik-Klampfe ein wenig seltsam und deplatziert zwischen den bärtigen Kerls… ABER: genau DAS lässt den Blick auf die kleine Schottin konzentrieren und mit ihrer Stimme und ihrer sagenhaft natürlichen Art passt sie wiederum perfekt in das Gesamt-Werk. Ihre Stimme schwebt über dem Ganzen, Ihr klares Stimmen-Volumen steht den rauchig-rockigen Instrumenten fast gegensätzlich gegenüber und bildet so eine eigenartig, einfangende Symbiose, die mich schlicht zum Hüpfen brachte. Genialst.

Neben der Musik ist es einfach so, dass Amy MacDonald mega-sympathisch ist. Die Pausen hat Amy genutzt, um mit ihrem krassen, schottischen Dialekt Hintergründe zu den Songs, kleine Geschichtchen aus dem Bandleben und ihrer Vergangenheit zu erzählen, oder einfach nur um erklären, dass sie Heisse Zitrone mit Honig trinken muss, damit ihre Stimme nicht umkippt, was in der Hitze des Saals ungefähr genauso cool ist, wie unter Wasser eine Flasche Milch zu trinken.

Spätestens aber als Amy erklärt hat, wieso SCHOTTLAND eigentlich Fußballweltmeister ist und NICHT Deutschland, hat die TonHalle gegröhlt vor Lachen … incl. Amy und Band… punktum hat sie es schlicht und einfach geschafft Publikum und Künstler auf eine Ebene zu bringen und so einen tollen Abend zu erschaffen. Ich meine, DAS muss man an einem MITTWOCH ABEND erstmal schaffen, wo die halbe arbeitende Nation sowieso in den Seilen hängt! 🙂

Nochmal zurück zur Musik und ihrem neuen Album. Natürlich  steht die Tour unter der Flagge von „under stars“ und genauso natürlich spielt sie einige Songs aus dem Album. Amy hat die Songs im Set allerdings sehr geschickt eingebaut, so daß es nicht zu einem Überfluss neuer Songs kam. Ob es vielleicht daran liegt, dass sie selbst nicht soooo überzeugt ist von dem Album, oder weil ihr Repertoire einfach breit genug ist, um sich nicht ausschließlich auf das neue Album zu konzentrieren, sei mal dahingestellt. Mir ist es im Zweifelsfall egal, denn die Mischung und das Konzert haben mich klar überzeugt.

Von mir also eine klare Empfehlung. Selten ein so gutes Konzert erlebt. Sollte Amy also bei euch in der Nähe sein: Es lohnt!

Zur Location sei gesagt: Wir haben etwa 1,5 Stunden im Parkhaus verbracht und mussten 2x bezahlen, um endlich rauszukommen. Zudem hat der verkackte Automat mir die Auszahlung des Restbetrages von 3EUR verweigert. Tolle Wurst.

Aber das konnte uns das tolle Konzert dann doch nicht vermiesen… 😉

 

Amy MacDonald – under stars

Ich mag Amy MacDonald. Seitdem ich sie das erste Mal vor nunmehr 10 Jahren mit ihrer Gitarre auf der Bühne gesehen habe, bin ich quasi Fan. JA, neben Immortal, Beethoven und Moderat passt auch eine Amy MacDonald. 🙂

Ich habe mich tierisch gefreut, als ihr neues Album „under stars“ angekündigt wurde und quasi blind habe ich mich als Vorbesteller bei einem großen Onliner eingetragen.

Nach kurzer Zeit tröpfelten dann auch die ersten beiden Songs in meine App und beide fand ich gut. Zum einen wurde die erste Single „dream on“ in den Player gepusht und als zweiter Song dann eine Akustik Version von „down by the river“.

Leicht hüpfend und mit klatschenden Händchen wartete ich dann auf den Rest des Albums… und nun ja – irgendwann durfte ich es dann hören.

Sie hat sich verändert, die gute Amy. Sie ist ruhiger geworden, bedächtiger möchte ich fast sagen. Ihre Stimme ist immer noch toll, hat aber gefühlt an Leichtigkeit verloren… sie wirkt ernster. Was OK ist, jedoch habe ich den Eindruck es wurde versucht diese Ernsthaftigkeit und verlorene Leichtigkeit mit bis an den Grad der Überschwenglichkeit gespielten Melodien zu übertünchen.

Heraus gekommen ist ein Album, das irgendwie lapidar klingt, aber dennoch eine Tiefe birgt, die sich nicht mit einem oberflächlichen Hören erschließen lässt. Man muss sich allerdings darauf einlassen und dies – muss ich leider zugeben – fällt nicht leicht. Zu stark ist der Drang das Album mit einem Schulterzucken und einem seichten „naja“ wegzustellen.

Das Album beinhaltet eine Auswahl an Songs, die in den letzten 5 Jahren entstanden sind. Offenbar hat Amy in der Zeit eine Menge für sich verarbeitet, hat diese Auszeit wahrscheinlich auch gebraucht um mit sich, ihrem Erfolg und ihrer Umwelt klar zu kommen. Andere verlieren sich in Drogen, stürzen mit Alkohol ab, oder verschwinden völlig von der Bildfläche… Amy hat Songs geschrieben.

Wie bereits geschrieben verliert sich leider diese Tiefe in dem Willen eingängige Melodien zu erschaffen, oder ein möglichst Mainstream-klingendes Album auf den Markt zu bringen.

DENNOCH finde ich das Album gut. Ich muss mich hier ein wenig korrigieren… dennoch finde ich die DELUXE-Version des Albums gut!

Auf der DELUXE Variante findet man von jedem Titel eine zusätzliche Akustik-Version und hier habe ich plötzlich die Tiefe gefunden, die mir in den „normalen“ Songs einfach fehlt. Plötzlich klingt Amy anders. Rauher, ehrlicher, schöner. Man hört was sie fühlt und spürt den Sinn hinter dem Text, ihre Gedanken dazu. Man muss natürlich Bock auf eine gehörige Portion Ehrlichkeit haben, wenn man den zweiten Teil des Silberlings hört. Hier kann man nicht einfach die Songs weghören. Man wird quasi dazu gezwungen zu zuhören und in den Titel hineingesogen.

Nach einem normalen Arbeitstag ist mir dies schlicht too much. Am Wochenende und mit entsprechender Stimmung ist es allerdings einfach… schön.

Meine Wertung würde ich daher in 2 Teile splitten. Bei einer Höchst-Wertung von 5 Sternen würde ich…

… der Standard-Version von „under stars“ 2 Sterne geben,

… der DELUXE-Version dagegen 4 Sterne.

4 Sterne, weil man den lapidaren Teil der Standard-Edition einfach mitkaufen muss. Wäre es ein reines Akustik-Album geworden, hätte ich dem Werk 5 Sterne gegeben.

Und weil es einfach passt und die erste Single-Auskopplung schlicht der beste Song der Standard-Edition ist, dürft ihr euch hier das Video zu Gemüte führen:

 

In diesem Sinne!

Das wahre Ziel (01.03.2017)

taoismus-1

Buch 16, Kapitel 4 aus „Das wahre Buch vom südlichen Blütenland“

„Die vor alters ihr Selbst zu wahren wussten, schmückten nicht durch Beweise ihr Wissen auf. Sie suchten nicht mit ihrem Wissen die Welt zu erschöpfen, suchten nicht mir ihrem Wissen das Leben zu erschöpfen. Auf steiler Höh‘ weilten sie an ihrem Platz und kehrten zur Natur zurück. Was hätten sie auch handeln sollen? Der SINN besteht wahrlich nicht aus kleinen Erkenntnissen. Kleine Erkenntnisse schädigen das LEBEN; kleine Tugenden schädigen den SINN. Darum heißt es: Sich selbst recht machen ist alles. Höchste Freude ist es, das Ziel zu erreichen.

Was die Alten als Erreichung des Ziels bezeichneten, waren nicht Staatskarossen und Kronen, sondern sie bezeichneten damit einfach die Freude, der nichts zugefügt werden kann. Was man heute unter Erreichung des Ziels versteht, sind Staatskarossen und Kronen. Staatskarossen und Kronen aber sind nur etwas Äußerliches und haben nichts zu tun mit dem wahren LEBEN. Was von außen her der Zufall bringt, ist nur vorübergehend. Das Vorübergehende soll man nicht abweisen, wenn es kommt, und nicht festhalten, wenn es geht. Darum soll man nicht um äußerer Auszeichnungen willen selbstisch (egoistisch) werden in seinen Zielen, noch um äußerer Not und Schwierigkeiten willen es machen wollen wie die anderen. Dann ist unsere Freude dieselbe im Glück und Unglück, und man ist frei von Sorgen. Heutzutage aber verlieren die Leute ihre Freude, wenn das Vorübergehende sie verlässt. Von diesem Gesichtspunkt aus sind sie auch mitten in ihrer Freude immer in Unruhe.

Darum heißt es: Die ihr Selbst verlieren an die Außenwelt, die ihr Wesen preisgeben an die anderen: das sind verkehrte Leute.“

Beim Lesen dieser alten Texte frage ich mich von Zeit zu Zeit, ob sich die Menschheit überhaupt irgendwie geändert hat… aber sei’s drum.

So manche Formulierung würde ich anders wählen, so manchen Schwenk anders beschreiben, die Grundlage aber bleibt verständlich und irgendwie sind die Gedanken des Dschuang Dschou (sofern der Text von ihm ist) immer noch aktuell… und werden sie wahrscheinlich auch noch 100 Jahren sein – es sei denn wir katapultieren uns in den nächsten Jahren in eine frühe Form der Star-Trek-Gesellschaft… was allerdings wohl ein Traum bleiben wird.

Was früher Staatskarossen und Kronen waren, sind für den Erwachsenen heute das Auto, Haus und der Urlaub. In Zeiten von Selfies, Facebook, Instagram, Chat-Roulette und weiß der Geier, was es da noch so alles gibt, kann man schon davon sprechen, dass ein Großteil der Bevölkerung das „Selbst an die Außenwelt verliert und ihr Wesen anderen preisgibt„.

Sich richtig mit sich selbst auseinander zu setzen ist eine Fähigkeit, derer keiner mehr so recht in der Lage ist. Die typischen Werkzeuge dazu, wie Meditation, Yoga, Kampfkunst, Achtsamkeitsübungen, QiGong, ein Waldspaziergang, etc. werden gerne als esoterischer Scheiß bezeichnet. Und wer sich mit seiner Nahrung auseinandersetzt, wird sowieso schnell in eine radikale Ecke gedrängt, oder zumindest seltsam beäugt.

Doch letztlich, was bedeutet dies?

Ich habe das Glück in der westlichen Zivilisation geboren zu sein und kann somit auf ein     -was die grundlegenden Dinge angeht- sorgenfreies Leben blicken. Zumindest für hier denke ich hat jeder Mensch die Wahl, den freien Willen. Jeder Mensch ist für sich und sein Leben verantwortlich. Jeder von uns kann sich Tag für Tag entscheiden, was er für ein Mensch ist, wie er sein Leben lebt, mit welchen Menschen und Dingen er sich umgibt, etc.

Das mag pathetisch klingen und hat jeder schon mal irgendwie gehört, oder im Sprüchekalender gelesen. Doch nur, weil es irgendwie abgedroschen klingt, ist es nicht falsch.

Aktuell haben wir die Fastenzeit. Und auch wenn niemand mehr so richtig fastet, gehen einige von uns das selbstauferlegte Gelöbnis ein, auf irgendeine Art und Weise Verzicht zu üben. Was OK ist – mache ich auch.

Ich möchte nun vorschlagen, dass jeder sein Leben in dieser Zeit zusätzlich um eine Sache BEREICHERT! Das ist einfach, machbar, sollte zeitlich in den Kalender passen und macht sogar Spaß… ganz ehrlich!

Hier eine handvoll Vorschläge:

  • ein wöchentlicher Waldspaziergang
  • ein wöchentlicher Spieleabend mit der Familie
  • ein Buch lesen
  • einen Apfel essen (und auch im Kopf beim Apfel sein)
  • ein Museumsbesuch
  • eine Kunstaustellung besuchen
  • ein Probetraining in einer beliebigen Kampf-KUNST machen

Das alles macht uns nicht zu den besagten „ALTEN“ aus dem obigen Text von Dschuang Dschou, aber vielleicht bringt uns dies jenen betagten Damen und Herren ein kleines Stückchen näher.

In diesem Sinne!