Der löchrige Bart

Es liegt nicht nur an meinem Nachnamen, aber ich mag Bärte. Schon seit meiner Kindheit war ich fasziniert von dem Gesichtsfell, sei er nun stoppelig, oder rauschbärtig… Karl Marx hat mich nicht nur wegen seines kommunistischen Manifests beeindruckt. Eine besondere Vorliebe hatte ich lange Zeit für den klassischen Spitzbart, oder auch den „Goatee“. Bereits mit dem ersten Flaum habe ich ihn gerne mal stehen lassen… ja, lange ist’s her…

Mittlerweile wird mein Barthaar langsam grau und seit einigen Jahren schon versuche mir einen prächtigen Vollbart wachsen zu lassen. Jedoch – gelingt es mir nicht. Einerseits fehlt mir vielleicht das Durchhaltevermögen, andererseits ist es der Fall, dass mein Bartwuchs recht ausgefranst ist.

Während sich bei anderen das Barthaar wie eine großartige Schafswolle-Maske um das zu bebärtende Gesicht legt, ist es bei mir eigentlich fast „glattes“ Gesichtshaar, das stellenweise Löcher hinterlässt und somit wie ausgefressen aussieht.

löchriger Bart

Diesen „Prachtbart“ lasse ich bereits seit 4 Wochen wachsen.

Um den Mund herum ist das ja alles okay. Der Wangenbereich ist für den Ars**. Natürlich habe ich das Internet durchforstet und so einige ominöse Tipps gelesen, die ich allerdings noch nicht ausprobiert habe. Beispielsweise haben sich die größtenteils erfolglosen Glatzenhaarwuchsmittelhersteller diesem Thema angenommen und versuchen mit überteuerten Pudern, Schaums, Tinkturen, Tabletten und Sprays etc. dem verzweifelten Vollbartfetischisten zu helfen – was natürlich nur bei etwa 60% der Probanten hilft… sei Dir sicher – Du gehörst zu den 40%.

Das Einreiben der kahlen Stellen mit Senf und Knoblauch soll auch helfen. Als Alternative dazu habe ich von Chili und/oder Tabasco gelesen. Ich meine mal abgesehen vom Gestank… wer reibt sich schon mit Knoblauch ein? Durch das Reizen der Haut soll so der Bartwuchs angeregt werden. Gut, Frau, Kinder und Freunde wollte ich schon noch ein Weilchen behalten… also fällt das raus.

Sport, gesunde Ernährung und Sex sollen ebenfalls helfen. Einerseits erhöht man so den Testosteronspiegel, andererseits wirkt man insgesamt mehr „in Form“. Natürlich könnte es von Allem immer etwas mehr sein, ich denke jedoch, dass ich aktuelle alle drei Bereich abdecke… vielleicht nicht stark genug, aber ich denke diese Punkte sind einleuchtend.

Dann habe ich noch die Kieselerde- und Vitaminvertreter entdeckt. Nun, wenn MANN den vorherigen Punkt bereits berücksichtigt, dann sollte es mit dem Punkt „Vitamine“ kein Problem geben. Kieselerde kann man sicher mal versuchen – ich habe es bereits versucht und keinerlei Veränderung wahrgenommen. Vielleicht gehöre ich auch hier in den Ausschlußprozentbereich.

Bartwuchs durch rasieren? Was erstmal logisch klingt ist letztlich Bullshit. Überleg mal, Kerl. Bevor Du Dich entschieden hast einen Bart stehen zulassen, hast Du Dich wie viele Jahre lang rasiert? Hat das irgendetwas an Deinem Bartwuchs geändert? Ihn schneller wachsen lassen? Nein? Ah so…

Es ist zum Haare raufen mit dem Bart. Vielleicht sind manche Männer nicht für einen Bart geboren, oder dazu prädestiniert einen partiellen Bart zu tragen. So wie ich eben für einen Spitzbart… 🙂

ABER, neulich war mal wieder bei dem Tätowierer meines Vertrauens und habe mich regelrecht erschrocken, als ich in seinen Laden bin: Es schien, als wäre er im Gesicht EXPLODIERT! Zwischen meinen Tattoos lagen etwa 5 Monate und während er das eine noch fast gesichtshaarlos gestochen hat, sieht er heute aus wie Marx in seinen besten Jahren.

Ich habe ihn natürlich gefragt: „Alter, was ist denn mit DIR passiert? Nimmst Du irgendwelche Bart-Anabolika?!“ Er entgegnete lediglich, dass er nur wachsen ließ. Er hätte auch doofen Bartwuchs, aber er hat einfach wild sprießen lassen.

Nun, ich kenne meine Ungeduld und bin mir nicht sicher, ob ich es lange genug aushalte, um einen ebenso prächtigen Bart zu bekommen. Wir werden sehen und ich werde berichten.

In diesem Sinne!

Tao Te King – Kapitel 4 (10.04.2017)

Dies ist sicher eines der esoterischeren Kapitel im Tao Te King. Ich interpretiere es als einen weiteren Versuch das TAO zu beschreiben. Laotse umschreibt es hier als eine Art LEERE, etwas das strömt, fliesst, jedoch niemals überläuft, oder versiegt. Der Ursprung / die Quelle  allen Seins und das Ziel, wo alles am Ende wieder vereint wird.

In mir entstehen beim Lesen dieses Kapitels immer bestimmte Bilder, die den Sinn von Laotse vielleicht einfach nur etwas anders beschreiben. Einerseits habe ich das „Seelenmeer“ im Kopf, aus dem beim Entstehen eines Lebens die Seele geschöpft wird (wie mit einer Suppenkelle aus dem Topf Suppe) und am Ende des Lebens die Seele wieder zurückgegeben wird.

Im Film „Little Buddha“ beschreibt der buddhistische Mönch dem äußerst „westlichen“ Vater des Kindes, dem die Reinkarnation eines tibetischen Lamas zugesprochen wurde, so:

Der Mönch kippt etwas Tee in die Schale und fragt dann den Vater: „Was ist der Inhalt dieser Tasse?“ Der Vater antwortet wahrheitsgemäß: „Tee.“ Der Mönch nimmt alsodann die Tasse und zerschlägt diese an der Tischplatte. Die Tasse zerspringt und der Tee vertelt sich im Raum. Er nimmt einen Lappen und wischt etwas Tee auf. Dann fragt er den Vater: „Und was ist es nun, nachdem die Tasse zerbrochen ist?“ Wieder antwortet der Vater: „Nun, es ist immer noch Tee.“ Der Mönch lacht und erklärt: „Ja, es ist immer noch Tee! Auf dem Fußboden, hier im Lappen, auf der Tischplatte… nur weil der Körper zerbrochen ist, verändert sich nicht der Inhalt.“

Die Tasse ist in der Tat ein gutes Symbol für dieses Kapitel. Ohne die Leere in der Tasse, wäre sie nutzlos. Sie wäre nichts weiter als ein Plocken Porzellan, oder Ton. Erst durch die Leere bekommt sie ihren Sinn.

Es mag vielleicht seltsam klingen, aber ich glaube daran, dass sich das Tao in allem auf dieser Welt zeigt, dem wir begegnen. Laufend und fortwährend. Und wir können es spüren. Immer dann, wenn wir uns so dermaßen wohl und sicher fühlen, dass uns wohlige Schauer über den Körper fließen, DANN sind wir dem Tao nahe.

Laotse schreibt, dass das Tao früher war als Gott. Das auch das Göttliche seinen Ursprung im Tao hat.  In Manchen Übersetzungen wird es KAISER, oder UNSTERBLICHES genannt – gemeint ist aber immer dasselbe. Und ja, ich denke ebenfalls: das Tao war vor Gott (oder wie man ihn/sie/es auch immer nennen mag).

In diesem Sine!