Im Soge des Zuckerbergs

Ich sag mal so: ich mag ja dieses ganze Social Media Kram. Im Grunde bin ich seit Beginn der ganzen Spielereien dabei. Aus diesem ganzen Fundus an Social Media-Plattformen sind im Laufe der Zeit genau 3 übrig geblieben, mit denen ich mich mehr oder weniger regelmäßig beschäftige: facebook, Instagram, WhatsApp.

Nebenher habe ich noch meinen Twitter-Account, einen kleinen Tumblr-Blog und rutsche gelegentlich mal durch G+, aber mehr ist nicht mehr übrig geblieben. All das kurze Aufflackern hier und da, sei es nun diaspora, Vero, Eyeem, Snapchat, Pinterest, Foursquare, flickr, etc. pp. habe ich kurz mitgemacht, genutzt und irgendwann wieder fallengelassen. Teilweise ohne Grund, aber oftmals mit Grund und geringe Userzahlen haben mich dabei eher nicht gestört. Oftmals war es das Fehlen einer vernünftigen App, oder der Dienst bedient eine Nische, in die ich nicht mehr gehörte. Oft war es auch die fehlende Interaktionsmöglichkeit (die möglicherweise mittlerweile implementiert wurde). 

Ich denke, Ihr seht schon das Dilemma…

Diese Trias bestehend aus facebook, Instagram und WhatsApp gehören mittlerweile alle zum Zuckerberg-Konglomerat. Ob ich es nun wollte oder nicht, hat sich der gute Mark, mit seinem scheinbar wirklich guten Näschen, alle Dienste reingesaugt, die über großes Potential verfügen. Zu recht, denn WhatsApp ist DER Standardmessenger und Instagram DER Standard-Bilderdienst.

Und eigentlich könnte alles ganz cool sein, wenn nicht unser Mark anfangen würde seine drei Dienste umzubauen.

 

 

 

 

 

Aber was heißt das im Detail?

Jeder, der facebook und Instagram nutzt, wird in den letzten Monaten einige Änderungen festgestellt haben. Was mich wirklich wirklich nervt ist die Tatsache, dass ich mit Werbung zugeballert werde. Das funktioniert im Sinne des Unternehmens wirklich gut. Es ist egal, ob ich nach Socken, Mützen oder einem neuen Tiefschutz für mein Training suche, ich kann mir sicher sein im nächsten Feed entsprechende Werbung zu finden. Wilde Werbungen kommen seit Anfang des Jahres dazu. Irgendwelche Indianer, die meine Zukunft kennen, prügeln sich mit Bosekopfhörern um die schönsten Hotels in Südsibirien. Schlimm.

Für WhatsApp sind ja auch diverse Änderungen angekündigt worden, bisher ist mir noch nichts aufgefallen. Viel wurde gemunkelt, über Werbenachrichten und direkte Kommunikation mit irgendwelchen Chatbots von Firmen war die Rede – eine entsprechende api wäre wohl in der Entwicklung… letztlich macht der Mark das doch eh!

Bezeichnend war seine Anhörung vor dem SENAT in den USA letztes Jahr. Zwischenzeitlich war ich mir nicht sicher, ob dort der echte Mark sitzt, oder nur ein Bot. Wir werden es wohl nie erfahren. Doch geändert hat sich seither nichts… nun ja, fast nichts, denn Mark hat seine Pläne einfach weitergetrieben, denn facebook, Instagram und WhatsApp beginnen zu verschmelzen.

Allen möglicherweise positiven Nachrichten (wie end2end-Verschlüsselung) zum Trotz, bedeutet es letztlich, dass Mark alle Userdaten aus facebook, Instagram und WhatsApp zusammenfügt und in seinem Zuckerberg horten kann.

Gut. Ich habe sowieso den Verdacht, dass er das schon längst macht und entsprechend nutzt. Denn der Sinn eines Unternehmens ist es Gewinn zu erwirtschaften. Und der einzige Wert von Zuckerbergs Unternehmen sind unsere Daten.

Und für viele sind es nicht nur Daten, es sind aufgezeichnete Leben (!).

Eines ist mal sicher, jeder, der sich mit Social Medias beschäftigt und diese nutzt, ist sich darüber im Klaren / sollte sich darüber im Klaren sein, dass das was er postet offen liegt und genutzt werden kann – sei es nun erlaubt, oder nicht. Jeder mit solchen Accounts lebt sein Leben auf irgendeine Art und Weise „öffentlich„!

So, aber zurück zum Thema. Ich sag’s ganz offen: ich habe damit ein Problem. Oft habe ich mich gefragt, wieso ich ausgerechnet diese drei Dienste gewählt habe. Natürlich war es eine Art Gruppenzwang: die Leute, mit denen ich kommunizieren wollte, waren und sind hier anzutreffen. Es war auch Bequemlichkeit, denn die zugehörigen Apps sind einfach gut designt und eingängig gestaltet. Und zum Dritten sind sie performant. Man hat keine großen Ladezeiten, kann schnell durch die Timeline scrollen, etc.

Lediglich WhatsApp fand ich schon immer doof. Ich stehe hier eher auf die Google-Systeme. Mit Hangouts hat Google einfach etwas Großes geschaffen. Aber trotz Zigmillionen Google-Accounts und Android Smartphones nutzt es kaum einer.

Allo zum Beispiel ist ein Traum von Messenger. Doch nach einer erfolglosen Phase und einigen Umbauten geht er im März offline. Unglaublich!

WhatsApp ist einfach scheiße. Ich nutze es, weil es jeder benutzt. Sogar berufliche Kommunikation läuft über den Dreck von App und hier knüpft sich ein großer Kritikpunkt an: der Zuckerbergsche Datenriese sammelt mit der Zusammenlegung auch meine berufliche Kommunikation UND VERKNÜPFT diese mit dem privaten Mist, den ich online so treibe. Gut, ich muss WhatsApp ja nicht nutzen… und hier beißt sich die Schlange und so…

Ich habe daraufhin mal mein eigenes Nutzerprofil erstellt und mich gefragt wie und warum ich die 3 Apps überhaupt nutze:

facebook: nutze ich als eine Art Newsticker. Hier habe ich Seiten zu Themen abonniert, die mich einfach interessieren. Norwegische Nachrichtensender, österreichische Parteien, die News von Borussia Mönchengladbach, Info-Seiten zu chinesischen Kampfkünsten etc. etc… zudem bin ich Mitglied in der einen oder anderen Gruppe. Paleo-Ernährung, Fußball, Musik, Tanz  (ja, ich tanze tatsächlich Lindy Hop und das sogar gerne), Norwegen, Österreicher im Ausland, etc. etc. und dann nutze ich facebook noch zur Veranstaltungsplanung. Ob es nun Konzerte sind, Volksfeste, Swing-Events, völlig wurscht.

Ich nutze facebook NICHT zur Kommunikation, oder zum Posten von denkwürdigen Alltagsfotos.

Instagram: bei Instagram habe ich sogar 2 Accounts. Eines nutze ich ähnlich wie facebook, nur eben mit Bildern, zudem hat Instagram die charmante Funktion eine Art Bildertagebuch möglich zu machen, was ich sehr sehr cool finde. Mein 2. Account ist ein privater Account den ich für Selfies nutze. Nicht aus narzisstischen Gründen, sondern aus einem Tick heraus. Ich habe irgendwann mal angefangen mehr oder weniger unregelmäßig nen Selfie zu machen. Einfach um mal zu sehen, wie sich was im Laufe der Zeit so verändert. Nie für die Öffentlichkeit, sondern nur für mich. Instagram hat den Spaß massiv vereinfacht. Insgesamt ist Instagram der Dienst, den ich derzeit am Häufigsten nutze.

WhatsApp: nutze ich zumeist (aus Zwang) beruflich, privat nur wenn ich muss.

 

Aber was bedeutet das nun für meine Zukunft mit diesem 3 Apps?

my facebook future: no real change. Ich nutze die App nicht auf dem Smartphone und surfe vielleicht 1-2x die Woche mit meinem Book drüber, um mal grob durch die Gruppen zu gucken und ein paar News zu lesen. Aktiv bin ich hier schon länger nicht mehr. Leider gibt es zu fb keine wirkliche Alternative, werde mich aber dennoch künftig mehr bei tumblr und ggf. bei Google+ herumtreiben.

my Instagram future: Schade. Echt schade. Ich mochte / mag Instagram wirklich sehr, dennoch werde ich mich hier zurückziehen und eine Alternative suchen. Eventuell kehre ich zu flickr zurück, mal sehen wie sich der Dienst in den letzten Jahren so entwickelt hat.

my WhatsApp future: Es gibt keine. Mit meiner kleinen Family kommuniziere ich über Allo und Hangouts. Freunde und Bekannte werde ich informieren, meine große Familie werde ich versuchen von einem Umzug zu überzeugen. Und berufliche Kommunikation über WhatsApp werde ich einstellen. Drecks-App.

 

Soooviel dazu. Wenig technisch, viel eigene Meinung – wenig politisch, viel Innenansicht. Mal abgesehen von dem Geschriebenen wird mir der Facebook-Konzern zunehmend dubios. Die Politik von Mark Zuckerberg ist mir hier nicht ganz klar, allerdings geben die gebrochenen Versprechen erstmal gegenüber der Entwickler und der zukünftigen Unabhängigkeit der Dienste einen klaren Hinweis auf das, wo es hinausläuft. Die aktuelle Werbeflut in bei fb und Instagram ist ja vorerst nur der Anfang und ich mag mir nicht ausmalen, wohin das alles letztlich führen soll. End2End Verschlüsselung hin oder her, letztlich geht es hier um die Zusammenlegung von 3 unterschiedlichen User-Profilen zur Erstellung eines Gesamtprofils. Ich hatte beispielsweise einen klaren Grund für die Auswahl von 3 Diensten – selbst wenn ich alles hätte über fb laufen lassen können. Mit der Bündelung ist dieser klare Grund allerdings obsolet. Und somit bin ich raus, mein lieber Mark – ich habe leider kein Foto mehr für Dich.

In diesem Sinne, meine Lieben!

 

Jahresrückblick 2018

Das Problem ist, ich kann mich kaum noch an dieses Jahr erinnern. Das liegt nicht daran, dass ich an Demenz, Alkoholismus oder Amnesie leide, sondern schlicht daran, dass

  1. nichts von Belang,
  2. aber dafür viel zu viel passiert ist.

Wie bereits in einem anderen Beitrag erwähnt, habe ich den Eindruck, dass ich fast genau an dem Punkt aus diesem Jahr aussteige, wo ich es begonnen habe. Das Jahr war eine Schleife und ganz sicher keine Gute, soviel ist mir bereits klar und das wird sich auf den letzten Metern in diesem Jahr auch nicht mehr ändern.

Es gibt etwa eine Handvoll konkrete Dinge, die ich tatsächlich bedauere:

  • so gut wie NO MARTIAL ARTS dieses Jahr. Anfangs war es keine Zeit, am Ende eine andauernde Schwere. Das mag wie eine Ausrede klingen und möglicherweise ist es das auch sogar. Rückblickend hätte ich mich wirklich – zumindest unregelmäßig/gelegentlich aufraffen können/müssen – im Nachhinein ist das aber immer leicht zusagen. Ich bin beinahe täglich die Form gelaufen und habe das Training meiner Tochter meiner genutzt um zumindest halbwegs im „Gefühl“ zu bleiben. Natürlich ist das nicht dasselbe wie regelmäßiges Training und genau das ist ein Umstand, den ich 2019 ändern werde.
  • kein neuer Job. Irgendwann im Frühjahr 2018 hatte ich die Möglichkeit das Unternehmen zu wechseln und mein Job-Profil zumindest in eine etwas andere Richtung zu drücken. Ich habe es seinerzeit -nach langem hin und her- ausgeschlagen. Einerseits waren es die Veränderungen in meinem  jetzigen Unternehmen die mich – wenn nicht motiviert- so zumindest neugierig gemacht haben, zum anderen war es die Kollegialität und der Geruch nach einer Möglichkeit mich persönlich weiterzuentwickeln. Heute weiß ich, dass ich mich schlichtweg habe einlullen lassen.
  • Gewichtsreduktion. Hier habe ich völlig versagt. Ausgehend von etwas über 90 kg lag mein Ziel zum Jahresende bei 81 kg Körpergewicht. Das ist mein normales Kampf- und Wohlfühlgewicht. Aktuell bin ich bei einer dreistelligen Anzeige auf der Waage angelangt, was nett formuliert bedeutet: ich habe mein Ziel verfehlt. Ich bin ein Frust- und Stressfresser. Und bis auf meinen Norwegen-Urlaub im August, war der Rest des Jahres fast ausschließlich von Stress und Frust geprägt. Das Blöde ist jetzt eigentlich nur, dass es nicht so aussieht, als ob sich das im nächsten Jahr ändern wird. Hier setze ich als Gedankenstütze einfach mal den Begriff: Initiative.
  • weniger Konsum. Stellenweise hat es ganz gut funktioniert, doch im Resümee ist dies lediglich ein weiteres Ding, das ich nicht geschafft habe. Dieser Punkt schließt sich quasi nahtlos an die oberen 3 Punkte an.

Zusammengefasst ist es Disziplinlosigkeit und eine gewisse Form von Schwäche, die mich dieses Jahr begleitet haben. Sicherlich den Umständen geschuldet, aber ganz sicher auch der fehlenden Willenskraft die genannten Dinge anzugehen und mir selbst die nötigen Freiräume zu schaffen, um auch die Kraft dafür zu haben.

Es sagt sich immer leicht und letztlich klingt ja auch alles logisch. Die Umsetzung aber ist schwer und ich gehöre zu den Typen, die es Tag für Tag aufschieben um dann irgendwann zu erkennen, dass das Jahr beinahe rum ist. Willenskraft ist ein Schlagwort, Disziplin das andere.

Soviel zu den berufsbedingenten Ausfällen… was ich diesen Ausfällen allerdings entgegensetzen konnte ist meine Familie. Trotz des Stresses und der gesundheitlichen „Strapazierung“ habe ich versucht jeden Moment mit meiner Family zu genießen. Dies ist mir über das Jahr hinweg erstaunlich gut gelungen. Natürlich habe ich es nicht immer geschafft meinen Job vollständig abzugrenzen, aber das ist wohl einfach menschlich.

Neben all den Dingen, die nicht wirklich gelungen waren in diesem Jahr, gab es aber auch ein / zwei wirklich positive Sachen:

  • Im Sommer war ich Land meiner Ahnen –  in Norwegen. Ich habe eine Hytta im Gebirge Südnorwegens gemietet und mich nach der Anreise gefragt, ob ich es wirklich 2,5 Woche in völliger Abgeschiedenheit mit meiner Familie aushalten könnte. Ja, es war möglich und zugegebenermaßen war es die beste Zeit in diesem Jahr die ich hatte. Dieser Urlaub hat mich geerdet, die Kraftreserven wieder aufgestockt und mir für den Rest des Jahres Halt gegeben. Gut, in den letzten Tagen bin ich wieder an die Grenzen gekommen, aber immerhin hat es für eine ganze Weile ausgereicht.
  • Ich habe in diesem Jahr gelernt auch für die kleinen Dingen dankbar zu sein. Ja, ich weiß, eigentlich WEIß MAN, dass man genau das sein sollte. Aber mal ehrlich – wer ist es denn wirklich? Durch all den Stress und dem Ausgelutscht sein war ich wirklich dankbar dafür, dass meine Tochter mich jeden Abend so genommen hat, wie ich war. Eine spontane Umarmung kann allen Dreck abperlen lassen. Ein Abendessen mit der Familie ist regelrecht heilsam und nach einer ätzenden Arbeitswoche an einem Samstag Morgen mit einer kalten Tasse Kaffee und einem geschmacklosen Muffin in der Turnhalle zu hocken um eine Gürtelprüfung (Karate) zu erleben ist tatsächlich einfach nur wunderbar… also: im Nachhinein…

Auch wenn ich nun am Ende des Jahres an beinahe derselben Stelle angekommen bin, an der ich eingestiegen bin, hat es mich zumindest etwas weitergebracht. Auch wenn nicht die gefühlten „großen Veränderungen“ eingetreten sind, hat es etwas in Schwung gebracht.

Was bedeutet das nun für das kommende Jahr? Ich bin mir nicht sicher. Fakt ist, dass die berufliche Achterbahnfahrt so weitergeht wie bisher. Ich muss mich also entweder damit arrangieren und einen Weg finden damit klar zu kommen, oder ich muss persönliche Konsequenzen walten lassen. Aktuell neige ich zu den Konsequenzen, benötige aber ein vernünftiges und vor Allem für meine Family tragbares Backup.

Für mich Privat wird 2019 ein Jahr der Stabilisierung. Meiner großen und in 2018 völlig verschmähten Liebe zur Kampfkunst werde ich auf jeden Fall wieder Leben einhauchen. Die zurückliegende Abstinenz verspricht mir für die ersten Wochen wieder einige Schmerzen… nun gut… ich will es ja nicht anders… 😉

Das Thema Gesundheit und Ernährung habe ich ebenfalls völlig außen vor gelassen. Wie oben beschrieben habe ich mich hier wirklich gehen lassen, was meine allgemeine  Verfassung, meine Gesundheit und letztlich natürlich meine Waage auch entsprechend honoriert hat.

Mehr „quality time“. Auch so ein Schlagwort. Meine quality time 2018 war in Norwegen und in der Familie. 2019 will ich das ausweiten und mehr quality time im Jahr planen und  durchziehen. An Norwegen hat mir die Ruhe, die Nähe zur Natur und die rauhe, klare Kraft gefallen, es war reinigend. Ich will versuchen zumindest diese Ruhe und die Nähe zur Natur mit meiner Family in den (freien) Alltag zu bringen.

Ehrlich sein ist nicht leicht. Ich denke hierbei nicht an die klassische Lüge, sondern eher an all das, was man hinunterschluckt, unbewusst vorgaukelt oder einfach nicht so meint. Ehrlichkeit ist ein generelles Problem heute. Vielleicht war es das auch immer, keine Ahnung. Ich will auf jeden Fall versuchen ehrlicher zu sein – vor Allem mir selbst gegenüber. Ein Ja muss ein Ja sein – und ebenso ein Nein eben ein Nein. Diese Larifari-Arschlecker-Mentalität, die mir beinahe täglich begegnet ist einfach zum Kotzen und insbesondere in diesem, ablaufenden Jahr, habe ich eine völlige Aversion dagegen entwickelt – mir wird regelrecht schlecht, wenn ich das mitbekomme… und da ich nicht verurteilen kann, was ich (möglicherweise unbewusst) selber mache, will ich mehr darauf achten, was ich sage, wie ich es sage und ob ich es auch so meine. was mich zum letzten Punkt bringt:

Achtsamkeit. Gut, ich halte mich selber prinzipiell für einen achtsamen Menschen. Ja klar, der eigene Eindruck mag auch mal täuschen, ich weiß, habe aber auch kein Problem damit. Achtsamkeit ist etwas, an dem man täglich arbeiten muss. Auch das gelingt mir mal mehr, aber auch mal weniger gut. Dennoch will ich versuchen, von meiner Basis aus,  Unachtsamkeit nicht mehr zu tolerieren. Vielleicht liegt es am Alter und an der viel beschworenen Altersradikalität, aber mich nervt das nur noch.

Sooo… Mehr habe ich zu dem abgelaufenen Jahr nicht zu sagen und mehr Voraussicht auf 2019 wage ich aktuell nicht.

Also… ich werde berichten. In diesem Sinne! Guten Rutsch und ein in jeder Hinsicht erfolgreiches Jahr 2019.

Erkenntnisse Update 2

Oha, mein letzter Beitrag ist nunmehr etwa… pfff…  MONATE her, so dass ich fast schon einen Jahresrückblick schreiben könnte… aber: man soll ja bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben (in meinem Fall wohl eher: bewerten), daher hebe ich mir dieses Resümee für einen späteren Zeitpunkt auf.

Um aber diesem Beitrag etwas mehr Inhalt zu geben, als ein einfaches „Hallo, ich lebe noch!“ nutze ich mein altes (längst überholtes) Versprechen, endlich den 2. Teil des Erkenntnisse-Beitrags zu schreiben. Here we go:

Seinerzeit bin ich von 7 Punkten ausgegangen, die ich mir regelmäßig vornehmen wollte.

  1. Gib einem Menschen Macht (versetze ihn unter Druck) und es zeigt sich sein wahrer Charakter.
  2. Der erste Eindruck ist (fast) immer richtig.
  3. Die Definition von Heimat
  4. Übergänge und Lebensabschnitte
  5. Gesundheit ist das höchste Gut
  6. Minimalismus als Sucht
  7. Veränderungen sind nicht immer gut, aber manchmal leider nötig

Bereits im ersten Teil habe ich diese Punkte dann teilweise zusammengefasst und beantwortet, hier würde ich sogar noch einen Schritt weiter gehen.. .aber legen wir doch einfach mal los:

Nicht auf das Jahresresümee vorgreifen wollend muss ich allerdings doch darauf hinweisen, dass 2018 ein äußerst unruhiges Jahr war. Interessant in weiten Teilen, aufreibend, aber auch spannend – es ist viel passiert, was nicht heißt, dass es irgendwie nach Vorne ging. 2018 würde ich eher als Umweg werten, mit dem ich an einer ähnlichen Stelle aussteigen werde, wo ich Ende 2017 losgefahren bin. Gut, dann ist es eben so.

  1. Gib einem Menschen Macht (versetze ihn unter Druck) und es zeigt sich sein wahrer Charakter.
  2. Der erste Eindruck ist (fast) immer richtig.

Ich denke die beiden Punkte können wir mittlerweile übergehen. Es ist so. Ausnahmen gibt es immer mal wieder, jedoch kann ich diese an einer Hand abzählen und habe immer noch genug Finger übrig um meinen Kaffeebecher problemlos halten zu können.

3. und 4. Die Definition von Heimat // Übergänge und Lebensabschnitte

Nach viel hin und her hat sich dann letztlich doch der Eindruck gefestigt, dass Heimat nur bedingt mit etwas mit Staatsbürgerschaft zu tun hat. Dennoch bin ich der Überzeugung, dass das Blut einen gewissen Ruf ausübt und uns Menschen fühlen lässt, wo er sich wohlfühlt, und wo nicht. Der genetische Abdruck in uns lässt sich nicht verleugnen, er ist ja quasi eine Ansammlung von den Erfahrungen, Lebensumständen und Geschichten unserer Ahnen. Und wenn es Orte gibt, an denen ich mich zu Hause fühle, dann ist es in und bei meiner Familie, und dort wo Meer und Berge sind. Das mag nun äußerst seltsam klingen, doch wer schon einmal in Norwegen war, weiß was ich meine.

Wie ich bereits in einem älteren Beitrag geschrieben habe, ist mein Verhältnis zu Österreich sehr ambivalent. Ist dieses Ländchen Heimat? Ja. Und nein. Aber es gibt Fakten, um die ich nicht herumkomme. Ich weiß schlicht und einfach, dass ich mein Leben nicht in Deutschland beenden werde. Es ist ein inneres ziehen, eine seltsame Sehnsucht, die ich nicht fassen kann. Nun, da ich die Geschichte meiner Familie kenne, ist es nicht mehr ganz so seltsam… aber wie dem auch sei… also neben dem Wissen, dass Deutschland nicht meine Endstation ist, ergibt sich automatisch die Frage: ja was ist denn dann die Endstation?  Und hier ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es Österreich sein könnte, das Land, dessen Name auf meinem Personalausweis steht. Über die Gründe hierzu lasse ich mich gerne in einem späteren, bereits geplanten, Beitrag aus.

Und letztlich bezugnehmend auf den zweiten Teil des Abschnittes „Übergänge und Lebensabschnitte“: Im Moment geht etwas zu Ende. Eine sehr lehrreiche und anstrengende Phase. Wie lange es noch dauert und wann der genaue Zeitpunkt ist, keine Ahnung. Und evtl. schwappt mich das bereits im Anschluss befindliche Neue über die Landesgrenzen. Ich bin da offen.

5. Gesundheit ist das höchste Gut und 6. Minimalismus als Sucht

Während ich zu Punkt 6 nichts mehr zu schreiben / sagen habe, möchte ich Punkt 5 näher beleuchten:

Wie eigentlich immer ist meine Gesundheit so ziemlich das Letzte, auf das ich achte. Ich bewege ich zu wenig und ich esse zu viel und dann auch noch das Falsche. Sicher gibt es kurze Phasen, da achte ich drauf, aber letztlich ist es Augenwischerei. Ich mache mir etwas vor, ich bilde mit etwas ein. Ich bin zu fett und faul, arbeite zu lang und schlafe zu wenig. Ich nehme zu viele Kopfschmerztabletten und die darauf resultierende Überempfindlichkeit meines Magens beschwichtige ich mit Magentropfen. Und zu guter letzt bin ich voll auf Nasenspray. Ich weiß genau woran es liegt, bin aber zu stoisch, um das zu ändern. Meine Mutter sagte früher immer, dass dann irgendwann der Büffel ausbricht. Das ist bis dato nur wenige Male in meinem Leben passiert, führte aber immer zu einem kompletten Neuaufbau. Mag sein, dass es wieder passiert, aber vielleicht kommt mir ja das Leben zuvor…. denn wie im vorherigen Abschnitt schon geschrieben: es riecht nach Veränderungen.. und somit geht es weiter zu Punkt 7:

7.Veränderungen sind nicht immer gut, aber manchmal leider nötig, oder der Büffel in uns

Mütter sind schon irgendwie cool, sie sind in der Lage gewisse Eigenarten mit einfachen Worten auf den Punkt zu bringen. Für mich war es der „Büffel“. Mit diesem Büffel habe ich mein Leben nicht oft, aber doch öfter, ziemlich durcheinandergewirbelt. Es waren Phasen einer gewissen Reinigung, eines sich Trennens von alten, festgefahrenen und vor Allem belasteten Dinge. Natürlich waren diese Büffel-Phasen schmerzhaft, aufreibend und extrem anstrengend. Aber rückblickend immer gut. Es gibt Zeiten, da denke ich in diesem Zusammenhang an Shiva, den alten Hindu-Gott. Er zerstört Altes um Neues entstehen zu lassen. Wie passend.

Sicherlich bin ich heute nicht mehr ganz so impulsiv wie früher. Ich bin in der Lage mir länger auf die Zunge zu beißen und manches nicht mehr ganz so persönlich und ernst zu nehmen. Um so explosiver erscheinen dann ungewohnt laute Reaktionen von mir. In der heutigen Situation spitzt sich die Lage langsam aber sicher zu. Natürlich verstehe ich das, wenn die Nerven blank liegen und ungewöhnliche Aufgaben plötzlich auf dem Schreibtisch liegen. Wenn dies aber mit Aggression, Vorwurf und Beleidigung einher geht, wird nach und nach eine Grenze überschritten und im gleichen Zug somit erweitert, die schlicht und einfach nicht überschritten werden darf. Und genau das beobachte ich / muss ich leider in meinem direkten Umfeld beobachten. Und der Büffel fängt an zu schnauben.

Auch wenn es mich nicht direkt betrifft, hat so etwas natürlich Auswirkungen auf die Kollegialität, das Arbeitsumfeld, auf das Leben an sich. Was immer wieder unterschätzt wird, ist der Fakt, dass man mehr wache Zeit auf der Arbeit verbringt, als zu Hause und / oder mit Freunden. Schon alleine deshalb sollte das Arbeitsumfeld ein Ort sein, an dem man sich in gewisser Weise wohlfühlen darf. Bestimmt gibt es Unternehmen wo das möglich ist, da bin ich von überzeugt. Es gibt ganze Länder, die eine solche Arbeitskultur pflegen, man schaue einfach mal nach Skandinavien. Dort geht es seltsamerweise.

 

Resümee

Eigentlich gibt es keins. Ich beschreibe Situationen, keine Maßnahmen, keine Veränderungen. Ich schreibe über Dinge, die gemacht werden „müssten“, ich aber nur selten in der Lage bin zu tun. Es ist irgendwie frustrierend. Aber auch beruhigend. Seltsam oder?

Erinnerungen

Gestern Abend saß ich mit meiner Tochter beim Abendbrot, für mich ist dies immer ein Moment des Erdens der mir immer wieder aufzeigt, wo eigentlich die wirklich wichtigen Dinge des Lebens stattfinden.

Noch ist sie in einem Alter, in dem sie mir wirklich viel erzählt (denk ich), so auch in diesem Fall. Sie erzählte mir, dass sie und ihre Freundin die Aufgaben im Robotics-Unterricht früher fertig bekommen haben und noch ein wenig im Netz surfen „durften„.  Die zwei haben dann wohl ihre Eltern gegooglet… also auch mich und sie sind dann auf meine alte FLICKR-Seite gestoßen, die ich von etwa 2008 bis 2012 benutzt habe. Diese Zeit war eine gewisse „Umbruchzeit“ in der ich erst von Hannover nach Bielefeld und dann schließlich nach Ingolstadt gewandert bin.

Es war eine tolle Zeit, eine lehrreiche Zeit, eine ungemein intensive Zeit an die ich mich wirklich, wirklich gerne zurück erinnere und bisweilen auch vermisse. Ich habe hier tolle Menschen kennen- und lieben gelernt, geniale Abende und Nächte erleben dürfen und krasse berufliche, wie private Erfahrungen machen dürfen.

Und wie das Leben so spielt habe ich zu nahezu allen tollen Exemplaren der Gattung Mensch aus dieser Zeit keinen Kontakt mehr. Das macht mich einerseits ein wenig wehmütig, da wir zusammen viel erlebt haben – andererseits halte ich die Erinnerungen hoch und habe viel Spaß daran, an diese Zeit zurück zu denken.

Die meisten Bilder bestehen aus „Momentaufnahmen“ und „Schappschüssen“, es sind aber auch ein paar ganz coole Pics dabei. Ich habe leider meine Zugangsdaten vergessen, kann also keine Bilder mehr löschen, oder ändern.

Hier der Link – viel Spaß beim Stöbern! 🙂

FLICKR von SUBWORT

 

Erkenntnisse – Update 1

Das erste Quartal dieses seltsam anmutenden Jahres ist rum und beinahe sogar schon das Zweite…. hm…  ich denke es wird Zeit für mein erstes Update, das ich in meinem „Erkenntnisse-Beitrag“ zum Jahresende 2017 angekündigt habe.

Die Stichpunkte der „Erkenntnisse“ zusammengefasst lauteten wie folgt:

  1. Gib einem Menschen Macht (versetze ihn unter Druck) und es zeigt sich sein wahrer Charakter.
  2. Der erste Eindruck ist (fast) immer richtig.
  3. Die Definition von Heimat
  4. Übergänge und Lebensabschnitte
  5. Gesundheit ist das höchste Gut
  6. Minimalismus als Sucht
  7. Veränderungen sind nicht immer gut, aber manchmal leider nötig

Das war ja doch eine ganze Menge und einige Punkte bedingen einander. Zudem muss ich wohl festhalten, dass der ein oder andere Punkt nur für die damalige Situation wichtig war, oder eher in die Kategorie „einfache Wahrheit“ fällt. Ich würde jetzt, am 30. April 2018 noch einmal Punkt für Punkt durchgehen und den heutigen Stand dazu notieren. Here we go:

  1. Gib einem Menschen Macht (versetze ihn unter Druck) und es zeigt sich sein wahrer Charakter
  2. Der erste Eindruck ist (fast) immer richtig

Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Es ist so. Zumeist ist dieser „wahre Charakter“ sehr ernüchternd. Ich habe mich vor einigen Jahren immer mal wieder selber gefragt, wen ich mir rechts und links neben mir im Schützengraben vorstellen könnte. Viele Menschen sind mir nicht eingefallen. Aber vielleicht liegt es in der Natur des Menschen in extremen Situationen seinen eigenen Arsch retten zu wollen.

Ich habe neulich ein Video gesehen in dem eine Familie in einem Restaurant auf einer Terrasse am Meer sitzt. Dann rauscht eine Welle an, an sich nichts besonderes am Meer… kann da ja schon mal passieren. Diese Welle nimmt jedoch Fahrt auf, rauscht auf die Terrasse zu und ergießt sich über die Gäste. Die Gäste erkennen das vorher und bringen sich ins Trockene. bei unserer Familie hingegen, stürzt lediglich der Vater davon, während seine Frau noch damit beschäftigt ist die beiden Kinder zu greifen.

Meiner anfänglichen Empörung folgte schnell ein abgeklärtes Nicken. Leider wird, realistisch betrachtet, mindestens jeder Zweite genauso regieren. Es gibt viele Situationen, vielleicht nicht mit dieser Dramaturgie, wo ihr das beobachten könnt. Im Privaten, auf der Arbeit… macht einfach die Augen auf.

Zumeist deckt sich das komischerweise mit dem „ersten Eindruck“. Auch wenn ich diesen ersten Eindruck öfter mal ignoriere, achte ich in letzter Zeit öfter drauf und behalte ihm im Hinterkopf. Und tatsächlich trifft es bis jetzt leider immer zu.

 

3. Die Definition von Heimat

Keine Änderung. Heimat ist dort, wo meine Familie ist. An welchem Ort ist dabei völlig egal. Es gibt Orte an denen man sich wohler fühlt als an anderen… aber so wird es wohl jedem Menschen gehen. Ich kann zum Beispiel schlecht mit Hitze umgehen und fühle mich an kühleren Orten wesentlich wohler. Ich freue mich daher schon auf Norwegen im August und werde ganz sicher hierüber in diesem Blog berichten.

 

4. Übergänge und Lebensabschnitte / 7. Veränderungen sind nicht immer gut, aber manchmal leider notwendig

Es tut sich einiges, insbesondere in beruflicher Hinsicht. Ohne ins Detail gehen zu wollen bin ich sehr neugierig auf das, was da auf uns zukommen mag. Privat musste ich ebenfalls einige Veränderungen mitnehmen. Ich kann beispielsweise aus zeitlichen Gründen mein geliebtes Taiji nicht weiterführen, geschweige denn überhaupt eine Kampfkunst. Meine sportlichen Aktivitäten beschränken sich derzeit aufs Fitness-Studio am WE, was zwar ganz OK, aber auf Dauer dann doch recht unbefriedigend ist. Ich hoffe das ändert sich bald wieder. Das alles fühlt sich ein bisschen nach angehenden Geburtswehen an. Es ist nervig, schmerzt gelegentlich, aber man hält es doch noch irgendwie aus. Ich bin wirklich gespannt, was aus dem ganzen Summs rauskommt und wie das Baby nach all dem letztlich aussehen wird.

 

5. Gesundheit ist das höchste Gut / 6. Minimalismus als Sucht

Ja, was soll ich hierzu noch schreiben… natürlich ist es mir bewusst und die Warnzeichen des Körpers sind teilweise nicht Ohne. Rücken-, Zahn- und Magenschmerzen, schlechte Haut, Übergewicht, Schlafprobleme, zu langes „am Schreibtisch oder im Auto hocken“ etc… alles nicht gesund. Eine Veränderung herbei zu führen wäre leider nur mit radikalen beruflichen Einschnitten möglich, die ich mir aktuell nicht leisten kann (siehe Geburtswehen). Also schiebe ich das Thema noch eine Weile vor mir her.

Und irgendwie geht der Minimalismus mit diesen Punkten einher. Je stressiger es um mich herum wird, desto mehr versuche ich mich in meiner Freizeit zu reduzieren. Mir ist dann Stille lieber, als hektischer Trubel. Familie wichtiger, als „unterwegs“ zu sein. Ich möchte mich dann nicht mit „Dingen“ belasten und auf Teufel komm raus hier etwas Neues kaufen und dort etwas Tolles erleben. Ist es aber eine Sucht? Ich denke nicht… es ist eher eine notwendige Maßnahme um nicht durchzudrehen. Dieses „Herunterfahren“ ist auch eine Art Selbstschutz zum Auftanken, sich von Ballast zu befreien um wieder mal durchatmen zu können. Zumindest sehe ich das so.

 

In Summe ist das alles noch nicht so optimal. Die Punkte 1 bis 3 sind logisch und im Flow und ich denke ich kann hier einen Haken hinter machen. Die Punkte 4 bis 6 sind eher in einer Art „Warteposition“. Hier ist zwar alles vieles in Entwicklung, aber so richtig geht es hier aktuell nicht weiter. Das ist scheiße, aber so ist es eben.

 

In diesem Sinne… und so.