Lebenszeichen

Ja, ich gebe zu, ich habe mich etwas rar gemacht. Nicht, weil es nichts zu schreiben gab, oder mich eine Art allgemeine Langeweile in den Klauen hat, sondern einfach, weil mit die Zeit, die Lust und zum Teil auch die Muße gefehlt hat, ein Thema (in meinen Augen) vollständig abzugreifen. Ich habe locker eine Handvoll Entwürfe im Speicher, die ich aufgrund mangelnder Motivation nicht zu ende gebracht habe.

Diese Entwürfe beinhalten im Großen und Ganzen folgende Themen:

  • 1860 München
  • Kampfkunst (Taiji in den Alpen ist schon echt geil)
  • Asatru
  • Urlaub, Zähne,  (ja, die nerven weiter)
  • Weißbier

Über die Löwen kann man immer schreiben, auch über Weißbier geht immer mal wieder was. Die Themen Asatru und Kampfkunst benötigen etwas Hirnschmalz und den verplempere ich derzeit in meinem Job. Dennoch werden – sobald es wieder etwas ruhiger für mich wird – diese Themen noch zeitnah angepackt. Asatru beispielsweise ist ein mächtig faszinierendes Thema, das sowohl politisch, wie auch spirituell oder auch philosophisch angegangen werden kann. Seltsamerweise – oder vielleicht auch logischerweise – hat es eine gewisse Nähe zum Taoismus und somit sogar zum Taiji. Das würde ich gerne mal zerpflücken, benötigt aber etwas mehr Zeit.

Daher darf man gespannt sein – wenn einen denn solche Themen interessieren.

In diesem Sinne!

 

Käsespätzle

Also, wenn ich eine Sache mit 2017 in Verbindung bringen werde, dann ist das mein Zahnarzt. Ich will ja gar nicht wehleidig sein, aber Zahnprobleme gehören zu den Problemen, die mich nerven. Massiv.

Ich hatte bis ende 2016 das Glück weitestgehend sorgenfrei mit meinen Beissern zu sein. Klar, hier und da mal ’ne Füllung, an einem Zahn hatte ich ein Inlaym aber ansonsten alles soweit fein. Ende letzten Jahres ging es dann los mit dem Mist und seitdem komme ich quasi nicht mehr von dem Zahnarztstuhl runter. Erst die Kieferhöhle, dann querliegende, plötzlich in Bewegung gekommene Weisheitszähne, hier eine Füllungserneuerung und ein weiteres Inlay… alles innerhalb der ersten 5 Monate  in diesem Jahr und offenbar geht der Spaß weiter…

Letzte Woche war ich abends in meinem Lieblingsbiergarten mit 2 Arbeitskollegen essen. Hungrig und durstig bestellte ich mir ein herrliches Weißbier und die unsagbar leckeren Käsespätzle. Und während ich so auf meinen Käsespätzle herumkaue, bemerke ich plötzliche etwas Knuspriges. Ich denke an eine Röstzwiebel und kaue weiter, nur um im nächsten Moment einen Messerstich im Unterkiefer zu spüren. Ich bekomme einen Schweißausbruch, gehe auf die Toilette und denke: „Scheiße!“ Mit der Zunge ertaste ich an der besagten Messerstichstelle eine klaffende Lücke.

Ich spüle mit eine Schluck Weißbier, was mich wieder zusammenzucken lässt und rufe meinen Zahnarzt an, der – den Göttern sei dank – an diesem Abend lange auf hat. Mit einem Mund voll Käsespätzle- und Biergeschmack mache ich mich also auf den Weg und frage mich, ob ich meinen Zahnarzt mit dem Geruchscocktail anatmen kann… Zähneputzen ging ja nicht mehr… aber offenbar ist der Schlimmeres gewohnt, denn ein kurzer Blick in meinen Hals eröffnete das Drama: der Zahn ist abgebrochen!

Abgebrochen? Ja, abgebrochen. Käsespätzle haben die Ruine zum Einsturz gebracht.

Jetzt hocke ich hier mit einem Provisorium und hoffe, dass das Teil bis Donnerstag aushält – denn dann habe ich meinen nächsten Termin.

Ja, das hier ist nur ein Frustbeitrag ohne jeden Mehrwert.

 

 

Der löchrige Bart

Es liegt nicht nur an meinem Nachnamen, aber ich mag Bärte. Schon seit meiner Kindheit war ich fasziniert von dem Gesichtsfell, sei er nun stoppelig, oder rauschbärtig… Karl Marx hat mich nicht nur wegen seines kommunistischen Manifests beeindruckt. Eine besondere Vorliebe hatte ich lange Zeit für den klassischen Spitzbart, oder auch den „Goatee“. Bereits mit dem ersten Flaum habe ich ihn gerne mal stehen lassen… ja, lange ist’s her…

Mittlerweile wird mein Barthaar langsam grau und seit einigen Jahren schon versuche mir einen prächtigen Vollbart wachsen zu lassen. Jedoch – gelingt es mir nicht. Einerseits fehlt mir vielleicht das Durchhaltevermögen, andererseits ist es der Fall, dass mein Bartwuchs recht ausgefranst ist.

Während sich bei anderen das Barthaar wie eine großartige Schafswolle-Maske um das zu bebärtende Gesicht legt, ist es bei mir eigentlich fast „glattes“ Gesichtshaar, das stellenweise Löcher hinterlässt und somit wie ausgefressen aussieht.

löchriger Bart

Diesen „Prachtbart“ lasse ich bereits seit 4 Wochen wachsen.

Um den Mund herum ist das ja alles okay. Der Wangenbereich ist für den Ars**. Natürlich habe ich das Internet durchforstet und so einige ominöse Tipps gelesen, die ich allerdings noch nicht ausprobiert habe. Beispielsweise haben sich die größtenteils erfolglosen Glatzenhaarwuchsmittelhersteller diesem Thema angenommen und versuchen mit überteuerten Pudern, Schaums, Tinkturen, Tabletten und Sprays etc. dem verzweifelten Vollbartfetischisten zu helfen – was natürlich nur bei etwa 60% der Probanten hilft… sei Dir sicher – Du gehörst zu den 40%.

Das Einreiben der kahlen Stellen mit Senf und Knoblauch soll auch helfen. Als Alternative dazu habe ich von Chili und/oder Tabasco gelesen. Ich meine mal abgesehen vom Gestank… wer reibt sich schon mit Knoblauch ein? Durch das Reizen der Haut soll so der Bartwuchs angeregt werden. Gut, Frau, Kinder und Freunde wollte ich schon noch ein Weilchen behalten… also fällt das raus.

Sport, gesunde Ernährung und Sex sollen ebenfalls helfen. Einerseits erhöht man so den Testosteronspiegel, andererseits wirkt man insgesamt mehr „in Form“. Natürlich könnte es von Allem immer etwas mehr sein, ich denke jedoch, dass ich aktuelle alle drei Bereich abdecke… vielleicht nicht stark genug, aber ich denke diese Punkte sind einleuchtend.

Dann habe ich noch die Kieselerde- und Vitaminvertreter entdeckt. Nun, wenn MANN den vorherigen Punkt bereits berücksichtigt, dann sollte es mit dem Punkt „Vitamine“ kein Problem geben. Kieselerde kann man sicher mal versuchen – ich habe es bereits versucht und keinerlei Veränderung wahrgenommen. Vielleicht gehöre ich auch hier in den Ausschlußprozentbereich.

Bartwuchs durch rasieren? Was erstmal logisch klingt ist letztlich Bullshit. Überleg mal, Kerl. Bevor Du Dich entschieden hast einen Bart stehen zulassen, hast Du Dich wie viele Jahre lang rasiert? Hat das irgendetwas an Deinem Bartwuchs geändert? Ihn schneller wachsen lassen? Nein? Ah so…

Es ist zum Haare raufen mit dem Bart. Vielleicht sind manche Männer nicht für einen Bart geboren, oder dazu prädestiniert einen partiellen Bart zu tragen. So wie ich eben für einen Spitzbart… 🙂

ABER, neulich war mal wieder bei dem Tätowierer meines Vertrauens und habe mich regelrecht erschrocken, als ich in seinen Laden bin: Es schien, als wäre er im Gesicht EXPLODIERT! Zwischen meinen Tattoos lagen etwa 5 Monate und während er das eine noch fast gesichtshaarlos gestochen hat, sieht er heute aus wie Marx in seinen besten Jahren.

Ich habe ihn natürlich gefragt: „Alter, was ist denn mit DIR passiert? Nimmst Du irgendwelche Bart-Anabolika?!“ Er entgegnete lediglich, dass er nur wachsen ließ. Er hätte auch doofen Bartwuchs, aber er hat einfach wild sprießen lassen.

Nun, ich kenne meine Ungeduld und bin mir nicht sicher, ob ich es lange genug aushalte, um einen ebenso prächtigen Bart zu bekommen. Wir werden sehen und ich werde berichten.

In diesem Sinne!

das Sammelsurium sortieren

Ich hab mich mal umgeguckt, das ist alles ganz schön unaufgeräumt hier. Und irgendwie gefällt es mir. Nun ja… also es ist ein Bild der Wirklichkeit, denn so chaotisch „breit“ die Themenbereiche sind, so ist meine Interessenlage. Hier in bisschen Technik und Zockerei, dort dann wieder Musik mit einem Schwenk zur Geschichte und Politik, um dann in der Religion und Philosophie zu enden. Alles ganz angenehm soweit.  Und trotz all der angenehmen Gefühle, die ich mittlerweile (wieder) für DAS SUBWORT hege, gibt es Tage, an denen ich mich nach etwas mehr „Ordnung“ sehne… so wie jetzt eben.

Ich stelle mir also derzeit folgende Frage: erfüllt dieser Blog hier noch seinen Zweck? 

Grundsätzlich sage ich: JA! 

ABER: es gibt Themenbereiche, mit denen fühle ich mich hier einfach nicht richtig aufgehoben. Hierzu gehört der komplette Bereich des Taoismus, der Kampfkunst und der entsprechenden Philosophie, wie dem Tao Te King und (noch in Planung) weiteren Schriften und Büchern, auch aus moderner Zeit. Dieser Themenkomplex nimmt in meinem Leben recht viel Raum ein und das bereits seit vielen Jahren (dass ich das mal so sagen kann… ), daher habe ich beschlossen diesen Themenkomplex hier heraus zu operieren und in einem anderen Blog zu bearbeiten: dem „Schmetterlingstraum„.

Möglicherweise gehört auch der Bereich „Minimalismus“ dazu, denn in gewisser Weise bedingen Taoismus und Minimalismus einander – müssen aber nicht, daher bin ich hier noch unentschlossen.

Aber wie dem auch sei, ich strukturiere also etwas um. Wenn ihr hier also gelegentlich eine kleine Baustelle seht und euch vielleicht die ein, oder andere Veränderung vor die Füße fällt: nun wisst ihr woran es liegt. 🙂

In diesem Sinne!

 

Über die Kampfkunst

Man mag es mir nicht ansehen, aber ich liebe die Kampfkunst. Für mich ist sie Ausdruck einer Lebenseinstellung, bzw. Lebensphilosophie und weit mehr als die Kunst sich verteidigen zu können.

Meine Liebe zu diesem „Sport“ entbrandete in der Grundschule, als unser Sportlehrer uns mit Judo konfrontierte. Seither war ich angefixt und meine sportliche Karriere war nicht mehr nur auf Fußball beschränkt – wie es sich für einen Dorfjungen gehört – sondern zusätzlich mit der Kampfkunst. Meine Karriere in diesem Bereich ist recht wechselhaft – oder auch sprunghaft. Geschuldet der Tatsache, dass KampfKUNSTschulen (nicht zu verwechseln mit Kampfsport) recht teuer sind und ich die meiste Zeit ohne Wissen meiner Eltern unterwegs war. Chronischer Geldmangel und eine verkackte Busverbindung in die nächste Stadt legten mir so einige Steine in den Weg… aber sei’s drum.

Mein Kampfkunstweg bis heute beinhaltet folgende Stationen: Judo, Taekwondo, WingTsun, Wing Chun, Aikido, dann wieder etwas WingTsun und heute eben Taiji.

Mit WingTsun/WingChun habe ich etwa 20 Jahre verbracht. Ich führe beide Schreibweisen dieser Kampfkunst an, da sich das durch den EWTO unterrichtete WINGTSUN  mittlerweile recht eigenständig weiterentwickelt hat.

Bereits seit einigen Jahren schwirrt nun Taiji (Tai Chi) in meinem Hinterkopf herum. Ich habe mich noch nicht wirklich an Taiji herangetraut, zu sehr verbinde ich diese Kampfkunst mit den Rentnerzirkeln im Park, den Rückenkranken und dem Volkshochschulkurs. Bis letzten Montag, da bin ich dann bei einer etablierten Taiji Schule hier in der Region aufgeschlagen und habe eine Schnupperstunde mitgemacht. Die Atmosphäre und Räumlichkeiten haben mich erstmal eingefangen. Chinesisch – aber nicht zu sehr. Entspannend und ruhig – aber nicht zu sehr. Genau im richtigen Maße, um mich wohlzufühlen.

Vor dem Unterricht gibt es Tee (den gibt es ständig, die Teekannen stehen in jedem Raum und sind immer irgendwie voll), um den Tag erstmal zu verarbeiten und runter zu kommen.

Der Unterricht war … interessant. Aufwärmen mit QiGong-Übungen, eine Runde Gehen und man hat die immerwährende Möglichkeit sich Tee in seinen Becher zu kippen. Nach einer halben Stunde begann der reguläre Unterricht. Ich bin in einer Sammelstunde dazugekommen, das heißt – viele Schüler auf unterschiedlichem Niveau trainieren zusammen – und ich mittendrin. Die Atmosphäre war ruhig, still, freundlich und achtsam. Ich beobachtete also erstmal nur und versuchte mich dann daran die ein oder andere Bewegung nachzumachen. Der Lehrer nahm mich dann beiseite und ging mit mir die erste Schrittfolge durch.Die Grundzüge waren mir bekannt. Der tiefe Stand aus dem Aikido, das Wu Wei Prinzip aus dem Wing Chun – überrascht wurde ich von der Detailarbeit… kleinste Fehlstellungen wurden vom Lehrer korrigiert: Beckenhaltung, Beinstreckung, Winkel des Fußes, Haltung der Hand, etc.

Wie bereits gesagt war vieles bekannt, die Genauigkeit allerdings war … interessant… und diese Akribie zeigte dann im Praxistest den Sinn dahinter. Nur eine kleine, unmerkliche Winkeländerung im Stand gibt Dir zusätzliche Sicherheit, ein leichtes Eindrehung des Handgelenks gibt Dir mehr Kraft beim Stoß, und so weiter und so fort.

Die Basis ist bekannt, die Umsetzung hat mich bisher nur am Rande interessiert. Im Taiji scheint diese Basisarbeit des Pudels Kern zu sein. Die Langsamkeit der Bewegungen dient genau dieser akribischen Detailarbeit. Je langsamer die Bewegung wird, desto genauer, klarer und detaillierter musst Du sie machen. Ich habe mich nicht wirklich viel bewegt in dieser Trainingsstunde, dennoch bin ich gut ins Schwitzen gekommen.

Zufrieden mit dieser Trainingseinheit bin ich dann nach Hause gefahren.

Taiji also. Die Dinge ändern sich und offenbar haben sie unmerklich auch meine Einstellung zu den Kampfkünsten geändert. Ich hatte zwar schon immer eher den Hang zu den inneren/weichen Kampfkünsten, habe aber auch die Effektivität von Taiji angezweifelt. Jedoch geht es mir heute (glaube ich) nicht mehr (nur) um die Effektivität, sondern eher darum die innere Mitte wieder zu finden und zu halten.

Taiji ist sicherlich effektiv. Ich glaube durchaus, dass ein Taiji Meister sich zu wehren weiß. Taiji zu lernen aber ist bestimmt ein langer Weg. Ein interessanter Weg. Ich denke, ich werde diesem Weg folgen – und weiter darüber berichten. 🙂