Rumgezocke

 

Ich habe schon lange nichts mehr zum Thema GAMING geschrieben. Das hat natürlich einen Grund und zwar folgenden: Tatsächlich hat mich nichts mehr so richtig angefixt.

Ich bin bekennender RPler und neben dem einen oder anderen offline-Game (Fallout, Skyrim, etc.) zocke ich unheimlich gerne MMORPGS – wie man sich im Blog unschwer erlesen kann (deutet auf die Kategorie „GAMING“).

Nach den desaströsen Untergang meiner liebevoll aufgebauten Verlassenen-Gilde in WoW habe ich mich einer Nachtelfen Gemeinschaft angeschlossen, die tolles RP machte (und immer noch macht), aber als bekennender Horde-Anhänger, konnte ich mich nicht auf Dauer mit der Allianz anfreunden. Und irgendwie ging mir WoW nach all den Jahren sowieso auf den Zwirn. Eine Pause musste her, also habe ich meinen Account lahmgelegt und bis heute nicht mehr aktiviert.

Nach einer kurzen Elder Scrolls Online-Phase schloss ich ein wenig übersättigt den Deckel meines Gaming-Notebooks und begab mich in eine etwas länger andauernde Zocker-Pause.

ESO ist ein gutes Game und als Bethesda- und Skyrim-Fan ist das Game ja schon fast ein MUSS, dennoch hat es ESO nicht geschafft mich dauerhaft zu fesseln. Ich weiß eigentlich gar nicht so recht warum. Story ist gut, Grafik ist fett, die Quests sind spannend, langweilig und lustig – ganz so, wie es nunmal in einem MMORPG sein soll. Vielleicht war es der Name des Initiators all des Bösen, das in der Ära in der das Spiel stattfindet:

MANNIMARCO! 

Oder auch seine Sprecherstimme, die mich ständig an die alte Praktiker-Werbung erinnerte… ich weiß es nicht.

Seit ein paar Wochen bin ich aber wieder in meinem Steam-Account unterwegs und probiere ein wenig herum. Okay, diese ganzen Survival-Games erleben ja gerade einen unfassbaren Hype. Ich denke, ich habe alle relevanten Games dieses Genres ausprobiert. Natürlich unter Berücksichtigung des Alpha-Status‘ konnte ich mir ein gutes Bild von den folgenden Games machen: Conan Exiles, Life is Feudal, the Black Death, Valnir Rock.

Die Story ist bei allen irgendwie gleich. Du strandest alleine in einer verlassenen Gegend und versucht mit Dir selbst klar zu kommen. Du hast Hunger und musst essen, Du hast Durst und musst trinken, Du kannst an einem Kratzer krepieren, oder auch erfrieren. Das Setting ist  je nach Game ein wenig unterschiedlich. In Conan hängst Du an einem Kreuz in der Wüste, in Valnir Rock und Life is Feudal strandest Du auf einer Insel und in the Black Death kommst Du in einem mittelalterlichen Örtchen an mit dem Wunsch eine seltsame Seuche zu erforschen.

Am Besten gefallen mir hier Valnir Rock und the Black Death. Ersteres wegen der Rollenspielelemente (man trifft NSCs und erhält entsprechende Quests), letzteres wegen des Themas und der Stimmung. In beide Games schnuppere ich gelegentlich rein, um den aktuellen Stand des Games zu checken.

Dennoch fehlte mir immer noch ein Game auf das ich so richtig Bock habe, wo ich nicht Stunden über Stunden investieren muss und trotzdem meinen Spaß haben kann. Ein Spiel, das einfach Fun vermittelt und eine stabile MMORPG-Community hat – die nicht unbedingt groß sein muss.

Durch Zufall bin ich dann (mal wieder) über WILDSTAR gestolpert. Ich wusste gar nicht, dass das Dingen f2p ist… also habe ich es mal heruntergeladen und gestartet. Yo. Was soll ich sagen… das Spiel trifft so ziemlich all das, was ich im Moment von einem Game erwarte.

Es ist überraschend! Klar gibt es auch die klassischen „sammle 23 davon…. töte 40 hiervon…“– Quests, aber dennoch steckt in jeder Quest ein teils sonderbares, augenzwinkerndes, oder auch lustiges Zückerli. Das mag nicht gleich auffallen, aber irgendwann kommt es einem plötzlich wieder Sinn. Dass man nach dem Scannen eines Kristalls hunderte Meter hochspringen kann (und mal so nebenbei eine eine Quest auf der anderen Seite der Bergkette erhält, wo man NIEMALS sonst hingekommen wäre) mag einem währenddessen erstmal „normal“ vorkommen. Mit einer Nacht drüber schlafen steigt einem aber das Grinsen ins Gesicht… schlafende Kühe umschubsen, mit dem Hooverboard durch die Gegend düsen oder alleine der gelangweilte Materialisierer (ähnlich dem Hearthstone), der gelangweilt sagt: „Ach, schon wieder Du… dachte Du bist längst draufgegangen…“ Herrlichst!

Comic-Style DeLuxe: Möglicherweise bin ich zu sehr WoWgeprägt, aber ich stehe auf diesen halbrealistischen Comic-Style. Möglicherweise hatte ich mit Skyrim, Fallout, Wolfenstein, the Witcher, ESO, etc. pp. zu „realistisch“ aufgezogene Games, die teilweise an einen Spielfilm erinnern… k.A. Der Wildstar-Style wirkt nicht minder ansprechend, und lange nicht so kantig, wie in WoW. Er ist liebevoll detailliert, nah am Rande des überzogen seins, aber dennoch realistisch genug, um das Spiel „ernst“ zu nehmen. Die perfekte Mischung halt.

Es ist lustig: Im „überraschend“-Teil schon kurz angesprochen… es ist voll mit Kopf/Tisch-Humor, schmunzelnden Andeutungen, echten Lachern und perfiden Fragezeichen-Witzen. Das mag an der deutschen Übersetzung liegen, an den permanenten, unterschwelligen WoW-Spitzen, oder auch an der Kombi Charakter/Witz – keine Ahnung – ich find’s super.

Es frisst wenig Zeit (für ein MMORPG): Eine Quest ist mit relativ wenig Zeitaufwand erledigt, ein Event dauert etwas länger, aber auch das ist binnen 30min beendet. Instanzen habe ich noch nicht hinter mich gebracht, aber wenn der Eindruck stimmt ist man hier auch nicht 3-4 Stunden lang beschäftigt. Vielleicht liegt es aber auch an meinem Alter und meiner Arroganz  den Rechner „mitten drin“ abschalten zu können… 😉

Herausfordernd: Interessanterweise ist es trotz der oben stehenden, angenehmen Seiten äußerst herausfordernd. Natürlich gibt es auch Gegner, die umfallen, wenn man nur in der Nähe steht, aber je weiter man im Game kommt, desto härter wird es. Die Kollegen teilen ziemlich aus und stecken ne Menge ein. Das ist teils frustrierend, teils anspornend – je nach Tageszeit. Zudem erscheint mir die  Respawn-dauer verdammt kurz. Kaum habe ich den letzten Mob niedergeknüppelt, steht der erste wieder bereit. Aber vielleicht brauche ich auch nur zu lange, um die Gegner zu legen… kann auch sein… *kopfkratz*. Dann sind da noch etwaige „Überraschungsgegner“. Nichtsahnend bin ich heute Morgen mit meinem Hooverboard in einen Felsgiganten hineingerauscht, der mich – mit Hilfe eines zuvor plattgemachten und respawnten Mobs- so kräftig vermöbelte, dass ich in meine Maus gebissen habe. Schlimm!

Also es macht auf jeden Fall Bock und fristet ein IMO ungerechtfertigtes Nischendasein im MMORPG-Himmel. Sofern ihr also auch noch auf der Suche nach einer MMORPG Heimat seit, testet es mal an – ich finde es lohnt sich… :

 

World of Elder Scrolls Online Craft, oder so

Also, es ist ja kein Geheimnis, dass ich zocke. Mal mehr, mal weniger, aber eigentlich immer und ständig. Mein Lieblings-Genre sind RPGs, einfach weil ich darauf stehe mir einen Char zu erstellen, eine Hintergrundstory zu erdenken und dann mit ihm die Welt zu erkunden. Neben klassischen Offline Spielen, mische ich mich auch gerne mal unter das Volk in den bekannten MMORPGs. Ob F2P, B2P oder Abosystem ist mir eigentlich Wurscht, Hauptsache es macht Spaß und ich fühle mich gut dabei.

Ich war / bin ein großer der Fan der Warcraft-Reihe, das habe ich ich wohl auch schon oft genug mal hier im Blog erwähnt. Und natürlich habe ich auch World of Warcraft gezockt. Zwischendurch hatte ich mal eine längere Pause, weil ich kurzfristig zu SWTOR, ESO, GW2, etc. gewechselt habe, aber der alte Platzhirsch hat seine Stellung als IMO BEST MMORPG gut verteidigen können. Nunja… bis vor Kurzem eben.

Während ich SWTOR und all die anderen nach und nach deinstalliert habe, habe ich ESO weiter auf meinen Rechner gelassen und immer weiter tapfer jeden Patch installiert. Ich konnte mich aber nie wirklich aufraffen dem Spiel eine Chance zu geben. Es gab schlicht zu viel, was mich irgendwie gestört hat. Die langen Ladebildschirme beim Zonenwechsel, die Steuerung, die seltsam freie Klassenentwicklung, undundund. Zudem war ich voll eingebunden in der WoW, hatte meine eigene RP-Gilde, war Mitglied in einer äußerst aktiven RP Gilde der anderen Fraktion und irgendwie war nie die Zeit da mich mal so richtig mit ESO auseinander zu setzen.

Am Montag, 12.12.2016 loggte ich mich in meinen Battle-NET Account ein und kündigte mein World of Warcraft Abo. 

Was ist passiert?

Ich kann es nicht an einer bestimmten Begebenheit festmachen, es war eher eine Ansammlung von vielen Dingen. Letztlich muss es wohl der Punkt gewesen sein, dass ich mich irgendwie gehetzt gefühlt habe – von Spaß konnte einfach keine Rede mehr sein. In WoW hat sich im Laufe der Jahre eine gewisse Elite gebildet, das ist wohl auf jedem Server der Fall. Diese Elite spielt das Spiel bereits seit Jahren, hat mehrere Chars auf Höchstlevel und kennen jeden Furz Lore, jede Ecke und jeden Erfolg – und erwarten das von ihrem Gegenüber um ihn ernst zu nehmen. Das kann man vielleicht noch ignorieren, wenn diese Eliten eben nicht in den Bereich abhängen, den man selber bespielen möchte. Ich mag RP, also bin ich / war ich auf einem RP Server. Die Eliten auf diesem Server sind dann also WAS? Genau – RPler.

Neue Spieler gibt es kaum, irgendwie trifft man eigentlich nur auf TWINKS, die schnellstmöglich hochgelevelt werden müssen. Vom Spiel selber bekommt man irgendwie nichts mehr mit. Auch hier könnte ich mich ausklinken und alleine die sehenswerten Welten Azeroths bereisen. Habe ich versucht und eine Zeit lang auch für gut befunden – aber wozu spiele ich denn dann ein MMORPG?

Ich dachte mit meiner Gilde, könnte ich das alles ein bisschen aushebeln und für geraume Zeit lief das Ganze auch mehr als nur optimal. Bis dann irgendwann einer dieser genannten Elite-Spieler auf die Idee kam eine alteingesessene Elite-Gilde derselben Fraktion und desselben Volkes wieder aufleben zu lassen und diverse Mitspieler aufgrund von alter Verbundenheit zu sich zog. Meine Gilde habe ich dann quasi aufgelöst. Das war nicht der Auslöser, denn der Vorfall ist auch schon wieder eine ganze Weile her – ist aber sicher ein weiterer  Tropfen im Fass.

Ich machte mich dann also auf und versuchte mich neu zu orientieren. Neues Volk, neuer Char und ein frischer Start ins Spiel. Jedoch fiel mir nach und nach auf, dass die Sprache schärfer geworden ist, die Ansprüche an neuen Spielern hochgeschraubt wurde und die Beleidigungsquote brutal hoch geworden ist. Ich suchte dann mein Glück im Spieleinhalt und in der LORE, fragte mich aber zunehmend, ob ich weiter hinter diesem Spiel stehen, bzw. oder auch: weiter SPASS haben kann. Mein Grundsatz, wenn ich mich irgendwann nicht mehr gut dabei fühle in das Spiel einzuloggen – dann läuft irgendwas falsch, habe ich mir wieder ins Gedächtnis gerufen und dann – nach vielen Wochen des unentschlossenen und gelangweilten Zockens, die Konsequenz gezogen.

Vielleicht bin ich auch einfach nur mittlerweile zu alt für die gute, alteingesessene Dame WOW.

Im Moment fuchse ich mich wieder in ESO hinein und muss anerkennen, dass die Jungs hier eine Menge Arbeit geleistet haben, was das Gameplay, die Storyline etc. angeht. Die offen gestalteten Klassen empfinde ich derzeit sogar als GENIAL, es macht einfach Spaß mit meiner NACHTKLINGE (eigentlich eine Schurken-Klasse) als Hexer durch die Gegend zu wackeln.

Ich bleib hier weiter am Ball und werde berichten.

 

Die Leiden des jungen Heilers

Für die NICHT-GAMER-LESER dürfte dieser Artikel eher uninteressant sein, weiterlesen dürfen aber trotzdem gerne alle… 🙂

Mein ehemals Untoter-Hexer ist durch einen fabulösen Mutationsspruch mittlerweile zu einem Goblin geworden. Nun hat er  mittlerweile lvl 86 erreicht und  questet sich durch Pandaria.

Aber da DAMAGE-machen auf Dauer auch nicht lustig ist, pausiert der Gute gerade und ich mache mit einem Goblin-Priester die Heilerfront unsicher.

Plazebo

Klappt gut, so insgesamt.

Mittlerweile ist der Kleine auf lvl 46 und natürlich habe ich auch schon die eine oder andere Instanz durchgespielt. Wipes gab es, jedoch kann ich die an einer Hand abzählen. Ich bin ja noch in der Ausbildung … quasi…

Mit lvl 46 durchläuft man dann schon recht anspruchsvolle Instanzen. Unter anderem auch Stratholme.

Die Instanz hat es in sich. Man durchstöbert quasi eine komplette Stadt um letztlich in der Burg, oder Fort, den krönenden Abschluß zu machen. Eine ungeübte 5 Mann Gruppe macht die Instanz in etwa 60 Minuten, eine wirklich goile Truppe auch mal in 30. Je nach dem. Durch den Groupfinder (LOB AN BLIZZARD- cooles Teil) findet man relativ problemlos eine Gruppe die zufällig in einer Instanz zusammengewürfelt wird. So bin ich letztes WE ungefähr 7 x in Stratholme gelandet. die ersten 4 x am Samstag waren zwar echt herausfordernd, aber ich habe meinen Priester mittlerweile so gut im Griff, dass mir in den 4 Runden genau 1 x ein DD weggestorben ist.

Runde 5 war dann echt heftig. Ich bin in eine Gruppe gekommen, die schon gut die Hälfte hinter sich hatte und – zumindest den Dialogen nach – bereits seit locker 2 Stunden durch Stratholme geeiert ist. Sichtlich genervt tönte es durch den Chat: „Ab jetzt tankt nur der Tank!“ „Alter, schon wieder nen Gnom, schmeiß den Gnom raus!“ „Wenn ihr keinen DAMAGE MACHT IHR Noooooooobssss!!!“ und so weiter.

Ich hätte wissen müssen, was mich erwartet und eigentlich wollte ich schon leaven, aber irgendwie dachte ich mir: „Hey, ich habe diese Inni 4x ohne große Probleme geheilt, was soll also passieren?“

Tja… hätte ich gewusst was passiert…

Ich kann mich nicht mehr an alle Details erinnern. Ich war zu überfordert von dem was der Tank da getankt hat. Der Tank war ein Panda-Mönch, son Braumeister-Mönch oder was auch immer. Halt son Panda-Mönch der Fässer schmeisst. Auf diesem Kreuzzüglerplatz, der Platz vor dem Eingang in das Fort, schmeisst der also seine verdammten Fässer und alles was sich irgendwie auf diesem Platz gegen uns 5 Hordler stellen konnte war aktiviert. Aus allen Ecken und und Kanten schossen Eislanzen auf uns nieder, irgendwelche verdammten Elemtare knüppelten auf uns ein und binnen SEKUNDEN waren wir down.

Anlauf 2: Der Schamane tickert noch über den Chat: „Es tankt nur der Tank! Und NIEMAND zieht die Aggro!“ Ich bin OOM und genehmige mir einen Schluck zu trinken, da schmeisst der Pandabär wieder seine ver**“**“ Fässer und zieht…. genau – ALLES!

Nach 4 Wipes  und 3 Neugruppierungen waren wir endlich drin im Fort. Irgendwie dachte ich, der Panda hat vielleicht gelernt, aber weit gefehlt. Er stürmt also vor, zieht sich aus den Fluren und ersten 3 Räumen alles was er kriegen kann und ist …. down. Ich schmeisse die Blase an, nur um etwa 8 Sekunden länger zu überleben und werde als Letzter niedergeknüppelt.

Also wieder… auf dem Friedhof aufwachen, in das Fort rennen, zwischendurch feststellen, das 3 die Gruppe geleavt haben und ich nur noch alleine mit dem Panda im Fort abhänge. Ich komme als an, nur um zu sehen, daß der Panda-***“* schon wieder mit einem Mob und 2 Bossen beschäftigt ist. Ich renne hin, heile, ziehe die Aggro und bin down.

Auf dem Friedhof wache ich wieder auf und lese im Chat von dem Panda: „Ey, Du solltest echt mit dem Heilen aufhören…“

Ich leave die Gruppe, beende das Game, fahre den Rechner runter – ich habe keinen Bock mehr.

Einen Tag später denke ich mir: das kann doch nicht sein. Ich heile diese verdammte Instanz 4x problemlos durch, heile in Zul und Kral ebenfalls problemlos, habe 46 lvl jede verdammte Instanz geheilt und dieses eine Mal lässt mich darüber nachdenken, daß ich die falsche Klasse gewählt habe? Ich wollte es nochmal wiessen, schmiss den Rechner an, logge mich ein und wähle den Groupfinder – BÄM! STRATHOLME! YEAH!

Das Durchschnittslevel der Gruppe war genauso wir bei dem Desaster am Samstag. Der Tank: Ein Braumeister-Mönch-Ork. OCH NEE… aber – nach 30 min hiess es „thx for group“ und der Endboss der Inni lag zu unseren Füßen. Ich war verwundert, dachte die Gruppe war einfach zu geil – also nochmal: Groupfinder und los: Zul’Farrak. Der Tank: ein Pala. 30 min – fertig. Cool. Also nochmal, denn ich will nach Stratholme. Groupfinder on und BÄM: Stratholme. Der Tank: ein Druide. 38 min – fetsch.

Zufrieden grinse ich meinen Goblin an, logge aus und fahre den Rechner runter. Nicht ich habe die falsche Klasse gewählt…

das alte Fieber

Als ich Ende 2009/Anfang 2010 der World of Warcraft den Rücken kehrte, war es für immer. Beinahe vier Jahre meines Lebens habe ich diesem Game geopfert und rückblickend muss ich sagen: es war fett!

Und dennoch, 2010 war für mich Schluss. Ich bezeichne mich als Casual Gamer. Ich zocke gerne, unregelmäßig auch mal mehr, aber ich jage nicht wie blöde Gegenständen hinterher oder farme wie wild durch die Gegend. Für mich ist ein Rollenspiel ein Rollenspiel. LORE ist mir dabei nicht wirklich wichtig, aber ich wandle schon gerne einfach nur mal so durch die Gegenden, mache gelegentlich eine Quest und schließe mich der einen oder anderen Gruppe an um einem Boss auf’s Maul zu hauen. Auf diese Weise habe ich einen Verlassenen Schurken, einen Verlassenen Hexer, einen Tauren Druiden und einen Menschen-Paladin auf die Maximal-Stufe gezockt.

2010, wie gesagt, war Schluss. Der Grund? Och… das war eher ein Sammelsurium… zum Einen sind zu der Zeit ne ganze Menge f2p MMORPGs auf den Markt gekommen, die sich so vom ersten Anzocken her recht gut angefühlt haben. Dann verdichteten sich die Gerüchte um SWTOR und das Star Wars Universum ist für mich als JEDI quasi meine zweite Heimat! Und in WoW veränderten sich einige Dinge… mein RP-Server wurde von LOLs und WTFs geflutet. Darauf kann ich ja… ich meine, WoW ist 1. ein ROLLENSPIEL! Da geht’s nicht um LOL und ROFL und NOOOB, sondern in erster Linie ums Eintauchen in eine andere Welt! Und 2. mein Server ist eine RP–SERVER! Ein ROLLENSPIEL-Server. Also ein Server, der eigentlich ausschließlich für Rollenspieler eingerichtet wurde! MAN EY!

Aber das war ja nicht das Einzige, das mich zum Aufhören bewogen hat.

Wrath_of_the_Lich_KingWotLK hab‘ ich mir ja noch gefallen lassen, auch wenn mich das AddOn nicht so wirklich überzeugt hat. Und als dann Blizzard die CATA-Erweiterung mit den entsprechenden Änderungen angekündigt hat, hab‘ ich es nicht mehr ausgehalten.

Ich hatte/habe ein Vorliebe für die Untoten, oder besser gesagt: die Verlassenen, in WoW. Geschichte, Schicksal und der letztliche Wille am Leben zu bleiben bieten einfach einen Fundus von Interpretationsmöglichkeiten seines Charakters, wie kaum eine andere Rasse. Und da ich ohnehin eine melancholisch, düstere Vorliebe habe, waren und sind die Verlassen die Rasse meiner Wahl.

Als „Verlassener“ tobte man dann ja (ist ja heute auch noch so) irgendwann ab Stufe 10 im Silberwald umher und stiess ganz unweigerlich auf das fette Bollwerk, die fette Mauer, die das Königreich Gilneas von Lordaeron trennte. Und die Gerüchteküche brodelte über die Jahre, dass Blizzard irgendwann das Tor öffnet und Gilneas als spielbare Welt auf dem Kontinent erscheint. Ich habe ja eigentlich damit gerechnet, daß es irgendwann ’ne kleine Levelarea wird mit schöner, fetter Instanz, aber das war wohl nix.

Die erste Ankündigung Gilneas zu öffnen und die Worgen als spielbare Rasse einzuführen, fand‘ ich …. interessant. Mir war zwar nicht ganz klar, auf welcher Seite sich Gilneas positionieren wird, aber ich fand es interessant. Mit den Worgen wurde eine weitere Rasse eingeführt, die Goblins. Man kannte die Schacherer ja aus Beutebucht und diveresen „neutralen“ Gegenden in WoW. Auch bei denen war mir nicht klar, WO die eine Heimat finden sollen. Also auch hier brodelten die Gerüchte rum und irgendwie fand‘ ich das Gerücht von zwei NEUTRALEN Rassen am Schlüssigsten. Die Goblins waren immer schon neutral und sollten es auch bleiben. Warum sollte man das auch ändern? Ich meine, die Goblins waren Sklaven der Trolle und haben sich in vernichtenden Kriegen aus der Sklaverei befreien können. Zudem passt der Charakter eines Goblins nicht zu den eher schamanischen Kulturen der Tauren, Orks und Trolle. Rein von der Raffinesse und technischen Begabung würde ich die eher in Richtung Gnome und Zwerge einsortieren, wobei ich die Neutralität charakterlich passender finde: den Vorteil aus allem ziehen, was geht.Cataclysm_Cover_Art

Gilneas war ein alter Verbündeter der Allianz. Also eher ein „lockerer“ Verbündeter, denn auch Gilneas pochte auf Unabhängigkeit. Sie lösten sich von der Allianz, als sich die Bündnispartner weigerten die Orks zu vernichten. Gut. Auch hier stelle ich mir die Frage, wieso dieser Groll nun vorbei sein sollte. Nach den ganzen Problemen mit dem Wolfsvirus &c. und dem Abkapseln von der restlichen Welt, hätte man hier einen anderen Weg einschlagen können.

Wieso sollten die Menschen und Elfen, die Worgen akzeptieren? Eine unnatürliche Ausgeburt, von einem Virus infiziert, der offensichtlich nicht heilbar ist? Zudem der gegenseitige Groll aus dem letzten zerbochenen Bündnis noch tief sitzt? Andererseits, wieso sollte die Horde die Worgen aufnehmen, wo doch Gilneas die Orks ausrotten wollte?

Fragen über Fragen… letztlich hätte ich es am Geilsten gefunden, wenn Gilneas ein Bündnis mit den Verlassenen eingegangen wäre. Warum? Nun, die Verlassenen sind nach WotLK die Gearschten gewesen, niemand wollte mehr mit denen so recht etwas zu tun haben. Die Blutelfen sind so erstarkt, dass sie als vollwertiger Teil der Horde akzeptiert wurden. Nach dem Desaster in mit Arthas und dem Verrat in den eigenen Reihen stehen die Verlassen unter Beobachtung, die der Garrosh Höllschrei quasi in eine Bewachung gewandelt hat. Die Trolle hatten eh nie Bock auf die Verlassenen und die Tauren haben derzeit zu große eigene Probleme. Ein Bündnis zwischen Gilneas und den Verlassenen hätte man also gut argumentieren können!

Aber jut, so ist es ja nun nicht.

Wie auch immer, zu diesen InGame-Seltsamkeiten gesellten sich berufliche Veränderungen und der Zeitfaktor ließ regelmäßiges Zocken nicht mehr zu. Also – RAUS AUS AZEROTH!

Ich habe mein Konto geschlossen und gelöscht, alles was mich an WoW erinnerte verhämmert, sämtliche Installationsmedien, Comics, Shirts, etc. entsorgt und dann war ich frei.

… jo…

Punktum, ich habe dann so einiges ausprobiert und letztlich in SWTOR für kurze Zeit ein Game gefunden, in dem man es auch mal länger aushalten konnte. Nach deren Umstellung auf f2p musste ich dann aber doch ganz schnell mein ABO kündigen und habe meinen JEDI in die Macht gesschickt.

Und dann kam er, dieser Moment in dem ich dachte: „war ja doch ganz nett in Azeroth…“

Und so surfte ich bei Blizzard vorbei und lud mir die kostenlose Version von MoP runter um WoW mal wieder anzuzocken. Das erste Gefühl war… ICH BIN ZU HAUSE! und dann… Moahr Alter, miese Grafik…

Einerseits fand‘ ich es krass, wie gut ich mich auf Azeroth noch auskannte, denn schließlich ist mein letzter Auftritt schon wieder 4 Jahre her. Dann stolperte ich über etwaige Veränderungen, was das Spielgefühl angeht. Wo ist der Talentbaum? Wieso bekomme ich meine Fähigkeiten einfach so ohne alle 2 Lvl zu einem Lehrer eiern zu müssen? Wieso ist das hier so leer?

Wieder angefixxt versuchte ich mit einer „Rolle der Wiederauferstehung“ meinen alten Account zu reaktivieren. Ging aber nicht, weil wohl zu alt, oder gehackt, was weiß ich. Also auf ein Neues… mit neuem Account und neuen Chars…

Jetzt steht er da, mein Verlassener Hexer, derzeit im Arathihochland und questet ein wenig vor sich hin. Es gibt da schon einige Dinge die mich stören. Diese ganzen kleinen, aber geilen Quests um zum Beispiel meine Dämonen zu bekommen gibt es nicht mehr. Als Hexer bekommt man heute seine Dämonen quasi hinterhergeschmissen! Das finde ich befremdlich, denn der „den hab‘ ich mir verdient!“-Effekt geht völlig verloren. Wenn ich auch nur daran denke, wie ich mir damals mein Teufelsross erkämpft habe… zum einen hat man so seinen Charakter wesentlich intensiver gelebt und zum anderen hat man noch eine Menge mehr Hintergrundwissen sammeln können.

Meine alte Gilde existiert nicht mehr. Ich bin ja ohnehin eher der Einzelgänger und der Typ, der lieber gegen den Strom schwimmt. Als ich mit meinem Hexer seinerzeit dann knapp die Maximalstufe hatte, bin ich zum RAIDen einer Gilde beigetreten. Und es hat echt Laune gemacht! Nunja… heute existiert sie nur noch virtuell im Netz.

Dann ist da diese Leere… es kommt vor, daß ich tagelang quasi alleine queste, ohne jemanden zu treffen. Gut okay, ich gehe davon aus, daß die meisten Gamer leveltechnisch jenseits der 80 hängen, aber so dermaßen leer hab ich es mir nicht vorstellen können.Wie gesagt gammelt mein Hexer im Arathihochland rum und manchmal mach ich mir den Spaß und ziehe mir die Allianz-Wachen von „der Zuflucht„. Während früher ein Aufschei den Server zum Beben brachte und das Arathihochland plötzlich von Allianz-Gamern geflutet wurde, passiert heute… nichts.

Umgekehrt ist aber genauso. Das Wegekreuz im Brachland, Dreh- und Angelpunkt diverser Übergriffe der Allianz, ist mittlerweile ein Hort der Ruhe und des Friedens geworden. Als ich neulich mal durch Brachland ritt und einen Halt am Wegekreuz machte, fing eine Lvl 90 Allianz-Elfen-Jägerin an die ersten NPCs zu meucheln. Ich schickte meinen Leerwandler in die Schlacht, nur um im nächsten Moment mit ihm zusammen auf dem nächsten Friedhof aufzuwachen. Früher hätt’s das nicht gegeben! (daß ich diese Redensart mal in den Mund nehme) Da wären sofort Hundertschaften von Hordies angerückt um der Elfe die Ohren zu verknoten!

Aber so ändern sich die Zeiten.

Punktum, ich bin wieder aktiv!

Wer also Lust und Laune hat, man findet mich gelegentlich auf dem Server Forscherliga, auf Seite der Horde mit Namen VANITAZ.

Vanitaz

Und nach 4 Jahren Abstinenz und herumprobieren diversester MMORPGs kann ich offen und ehrlich sagen: World of Warcraft war und ist das Maß aller Dinge.

In diesem Sinne! Matane!

P.S. hier eine kleine Liste der MMORPGs die ich mir in den 4 Jahren Abstinez gezockt habe:

  • Rappelz – schlimmes Game
  • AION – vom Ansatz gut, aber dann doch sehr Anime-mäßig.
  • SWTOR – über ein Jahr gezockt, dann vom einprogrammierten f2p Wahnsinn geflüchtet
  • Allods – vom Feeling her am ehesten WoW-like. Sehr gefällig.
  • Secret World – vielversprechende Story, die aber schnell ihren Reiz verliert
  • Age of Wulin – Kampfkunst MMORPG, naja…
  • Jade Dynastie – hm… braucht man auch nicht
  • RIFT – geile Idee, bei der man schnell die Laune verliert
  • Age of Wushu – wie Age of Wulin
  • Shaiya – schön. Wirklich schön. Und langweilig.
  • Runes of Magic – ich habe keine Ahnung, wieso dieses Spiel so sehr gelobt wird. Ich find’s öde.
  • Last Chaos – irgendwo gibts eine Maschine, die ein und dasselbe Game mit anderen Titeln auswirft.
  • 4Story – siehe Last Chaos
  • Perfect World – siehe Last Chaos
  • Loong – wie der Name: Loongwoilig
  • Dungeons & Dragons Online – Okay, hier hab ich es wirklich etwas länger ausgehalten. Dann war aber auch gut…
  • Herr der Ringe Online – vielversprechend. Irgendwann wurde mir die Story dann zu fade… ist auich etwas viel Tolkien in der Gesellschaft, die letzten Tage…
  • Forsaken Wolrd – wie Perfect World
  • ROHAN online – siehe Last Chaos

Sicher fehlen da noch ein paar, effektiv ist es aber so, daß man rgendwann in jedem dieser Games um bezahlten Content nicht mehr herumkommt. Diese Form der Abzocke – für mich ist es Abzocke – hat irgendwann dazu geführt, daß Games auf Basis einer Engine und eines Designs unter verschiedenen Namen veröffentlicht wurden. Es gibt keinen Unterschied zwischen diesen Games, außer dem Titel. Also Augen auf, falls ihr euch auf so ein Spiel einlassen wollt.