Erkenntnisse Update 2

Oha, mein letzter Beitrag ist nunmehr etwa… pfff…  MONATE her, so dass ich fast schon einen Jahresrückblick schreiben könnte… aber: man soll ja bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben (in meinem Fall wohl eher: bewerten), daher hebe ich mir dieses Resümee für einen späteren Zeitpunkt auf.

Um aber diesem Beitrag etwas mehr Inhalt zu geben, als ein einfaches „Hallo, ich lebe noch!“ nutze ich mein altes (längst überholtes) Versprechen, endlich den 2. Teil des Erkenntnisse-Beitrags zu schreiben. Here we go:

Seinerzeit bin ich von 7 Punkten ausgegangen, die ich mir regelmäßig vornehmen wollte.

  1. Gib einem Menschen Macht (versetze ihn unter Druck) und es zeigt sich sein wahrer Charakter.
  2. Der erste Eindruck ist (fast) immer richtig.
  3. Die Definition von Heimat
  4. Übergänge und Lebensabschnitte
  5. Gesundheit ist das höchste Gut
  6. Minimalismus als Sucht
  7. Veränderungen sind nicht immer gut, aber manchmal leider nötig

Bereits im ersten Teil habe ich diese Punkte dann teilweise zusammengefasst und beantwortet, hier würde ich sogar noch einen Schritt weiter gehen.. .aber legen wir doch einfach mal los:

Nicht auf das Jahresresümee vorgreifen wollend muss ich allerdings doch darauf hinweisen, dass 2018 ein äußerst unruhiges Jahr war. Interessant in weiten Teilen, aufreibend, aber auch spannend – es ist viel passiert, was nicht heißt, dass es irgendwie nach Vorne ging. 2018 würde ich eher als Umweg werten, mit dem ich an einer ähnlichen Stelle aussteigen werde, wo ich Ende 2017 losgefahren bin. Gut, dann ist es eben so.

  1. Gib einem Menschen Macht (versetze ihn unter Druck) und es zeigt sich sein wahrer Charakter.
  2. Der erste Eindruck ist (fast) immer richtig.

Ich denke die beiden Punkte können wir mittlerweile übergehen. Es ist so. Ausnahmen gibt es immer mal wieder, jedoch kann ich diese an einer Hand abzählen und habe immer noch genug Finger übrig um meinen Kaffeebecher problemlos halten zu können.

3. und 4. Die Definition von Heimat // Übergänge und Lebensabschnitte

Nach viel hin und her hat sich dann letztlich doch der Eindruck gefestigt, dass Heimat nur bedingt mit etwas mit Staatsbürgerschaft zu tun hat. Dennoch bin ich der Überzeugung, dass das Blut einen gewissen Ruf ausübt und uns Menschen fühlen lässt, wo er sich wohlfühlt, und wo nicht. Der genetische Abdruck in uns lässt sich nicht verleugnen, er ist ja quasi eine Ansammlung von den Erfahrungen, Lebensumständen und Geschichten unserer Ahnen. Und wenn es Orte gibt, an denen ich mich zu Hause fühle, dann ist es in und bei meiner Familie, und dort wo Meer und Berge sind. Das mag nun äußerst seltsam klingen, doch wer schon einmal in Norwegen war, weiß was ich meine.

Wie ich bereits in einem älteren Beitrag geschrieben habe, ist mein Verhältnis zu Österreich sehr ambivalent. Ist dieses Ländchen Heimat? Ja. Und nein. Aber es gibt Fakten, um die ich nicht herumkomme. Ich weiß schlicht und einfach, dass ich mein Leben nicht in Deutschland beenden werde. Es ist ein inneres ziehen, eine seltsame Sehnsucht, die ich nicht fassen kann. Nun, da ich die Geschichte meiner Familie kenne, ist es nicht mehr ganz so seltsam… aber wie dem auch sei… also neben dem Wissen, dass Deutschland nicht meine Endstation ist, ergibt sich automatisch die Frage: ja was ist denn dann die Endstation?  Und hier ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es Österreich sein könnte, das Land, dessen Name auf meinem Personalausweis steht. Über die Gründe hierzu lasse ich mich gerne in einem späteren, bereits geplanten, Beitrag aus.

Und letztlich bezugnehmend auf den zweiten Teil des Abschnittes „Übergänge und Lebensabschnitte“: Im Moment geht etwas zu Ende. Eine sehr lehrreiche und anstrengende Phase. Wie lange es noch dauert und wann der genaue Zeitpunkt ist, keine Ahnung. Und evtl. schwappt mich das bereits im Anschluss befindliche Neue über die Landesgrenzen. Ich bin da offen.

5. Gesundheit ist das höchste Gut und 6. Minimalismus als Sucht

Während ich zu Punkt 6 nichts mehr zu schreiben / sagen habe, möchte ich Punkt 5 näher beleuchten:

Wie eigentlich immer ist meine Gesundheit so ziemlich das Letzte, auf das ich achte. Ich bewege ich zu wenig und ich esse zu viel und dann auch noch das Falsche. Sicher gibt es kurze Phasen, da achte ich drauf, aber letztlich ist es Augenwischerei. Ich mache mir etwas vor, ich bilde mit etwas ein. Ich bin zu fett und faul, arbeite zu lang und schlafe zu wenig. Ich nehme zu viele Kopfschmerztabletten und die darauf resultierende Überempfindlichkeit meines Magens beschwichtige ich mit Magentropfen. Und zu guter letzt bin ich voll auf Nasenspray. Ich weiß genau woran es liegt, bin aber zu stoisch, um das zu ändern. Meine Mutter sagte früher immer, dass dann irgendwann der Büffel ausbricht. Das ist bis dato nur wenige Male in meinem Leben passiert, führte aber immer zu einem kompletten Neuaufbau. Mag sein, dass es wieder passiert, aber vielleicht kommt mir ja das Leben zuvor…. denn wie im vorherigen Abschnitt schon geschrieben: es riecht nach Veränderungen.. und somit geht es weiter zu Punkt 7:

7.Veränderungen sind nicht immer gut, aber manchmal leider nötig, oder der Büffel in uns

Mütter sind schon irgendwie cool, sie sind in der Lage gewisse Eigenarten mit einfachen Worten auf den Punkt zu bringen. Für mich war es der „Büffel“. Mit diesem Büffel habe ich mein Leben nicht oft, aber doch öfter, ziemlich durcheinandergewirbelt. Es waren Phasen einer gewissen Reinigung, eines sich Trennens von alten, festgefahrenen und vor Allem belasteten Dinge. Natürlich waren diese Büffel-Phasen schmerzhaft, aufreibend und extrem anstrengend. Aber rückblickend immer gut. Es gibt Zeiten, da denke ich in diesem Zusammenhang an Shiva, den alten Hindu-Gott. Er zerstört Altes um Neues entstehen zu lassen. Wie passend.

Sicherlich bin ich heute nicht mehr ganz so impulsiv wie früher. Ich bin in der Lage mir länger auf die Zunge zu beißen und manches nicht mehr ganz so persönlich und ernst zu nehmen. Um so explosiver erscheinen dann ungewohnt laute Reaktionen von mir. In der heutigen Situation spitzt sich die Lage langsam aber sicher zu. Natürlich verstehe ich das, wenn die Nerven blank liegen und ungewöhnliche Aufgaben plötzlich auf dem Schreibtisch liegen. Wenn dies aber mit Aggression, Vorwurf und Beleidigung einher geht, wird nach und nach eine Grenze überschritten und im gleichen Zug somit erweitert, die schlicht und einfach nicht überschritten werden darf. Und genau das beobachte ich / muss ich leider in meinem direkten Umfeld beobachten. Und der Büffel fängt an zu schnauben.

Auch wenn es mich nicht direkt betrifft, hat so etwas natürlich Auswirkungen auf die Kollegialität, das Arbeitsumfeld, auf das Leben an sich. Was immer wieder unterschätzt wird, ist der Fakt, dass man mehr wache Zeit auf der Arbeit verbringt, als zu Hause und / oder mit Freunden. Schon alleine deshalb sollte das Arbeitsumfeld ein Ort sein, an dem man sich in gewisser Weise wohlfühlen darf. Bestimmt gibt es Unternehmen wo das möglich ist, da bin ich von überzeugt. Es gibt ganze Länder, die eine solche Arbeitskultur pflegen, man schaue einfach mal nach Skandinavien. Dort geht es seltsamerweise.

 

Resümee

Eigentlich gibt es keins. Ich beschreibe Situationen, keine Maßnahmen, keine Veränderungen. Ich schreibe über Dinge, die gemacht werden „müssten“, ich aber nur selten in der Lage bin zu tun. Es ist irgendwie frustrierend. Aber auch beruhigend. Seltsam oder?

Erkenntnisse – Update 1

Das erste Quartal dieses seltsam anmutenden Jahres ist rum und beinahe sogar schon das Zweite…. hm…  ich denke es wird Zeit für mein erstes Update, das ich in meinem „Erkenntnisse-Beitrag“ zum Jahresende 2017 angekündigt habe.

Die Stichpunkte der „Erkenntnisse“ zusammengefasst lauteten wie folgt:

  1. Gib einem Menschen Macht (versetze ihn unter Druck) und es zeigt sich sein wahrer Charakter.
  2. Der erste Eindruck ist (fast) immer richtig.
  3. Die Definition von Heimat
  4. Übergänge und Lebensabschnitte
  5. Gesundheit ist das höchste Gut
  6. Minimalismus als Sucht
  7. Veränderungen sind nicht immer gut, aber manchmal leider nötig

Das war ja doch eine ganze Menge und einige Punkte bedingen einander. Zudem muss ich wohl festhalten, dass der ein oder andere Punkt nur für die damalige Situation wichtig war, oder eher in die Kategorie „einfache Wahrheit“ fällt. Ich würde jetzt, am 30. April 2018 noch einmal Punkt für Punkt durchgehen und den heutigen Stand dazu notieren. Here we go:

  1. Gib einem Menschen Macht (versetze ihn unter Druck) und es zeigt sich sein wahrer Charakter
  2. Der erste Eindruck ist (fast) immer richtig

Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Es ist so. Zumeist ist dieser „wahre Charakter“ sehr ernüchternd. Ich habe mich vor einigen Jahren immer mal wieder selber gefragt, wen ich mir rechts und links neben mir im Schützengraben vorstellen könnte. Viele Menschen sind mir nicht eingefallen. Aber vielleicht liegt es in der Natur des Menschen in extremen Situationen seinen eigenen Arsch retten zu wollen.

Ich habe neulich ein Video gesehen in dem eine Familie in einem Restaurant auf einer Terrasse am Meer sitzt. Dann rauscht eine Welle an, an sich nichts besonderes am Meer… kann da ja schon mal passieren. Diese Welle nimmt jedoch Fahrt auf, rauscht auf die Terrasse zu und ergießt sich über die Gäste. Die Gäste erkennen das vorher und bringen sich ins Trockene. bei unserer Familie hingegen, stürzt lediglich der Vater davon, während seine Frau noch damit beschäftigt ist die beiden Kinder zu greifen.

Meiner anfänglichen Empörung folgte schnell ein abgeklärtes Nicken. Leider wird, realistisch betrachtet, mindestens jeder Zweite genauso regieren. Es gibt viele Situationen, vielleicht nicht mit dieser Dramaturgie, wo ihr das beobachten könnt. Im Privaten, auf der Arbeit… macht einfach die Augen auf.

Zumeist deckt sich das komischerweise mit dem „ersten Eindruck“. Auch wenn ich diesen ersten Eindruck öfter mal ignoriere, achte ich in letzter Zeit öfter drauf und behalte ihm im Hinterkopf. Und tatsächlich trifft es bis jetzt leider immer zu.

 

3. Die Definition von Heimat

Keine Änderung. Heimat ist dort, wo meine Familie ist. An welchem Ort ist dabei völlig egal. Es gibt Orte an denen man sich wohler fühlt als an anderen… aber so wird es wohl jedem Menschen gehen. Ich kann zum Beispiel schlecht mit Hitze umgehen und fühle mich an kühleren Orten wesentlich wohler. Ich freue mich daher schon auf Norwegen im August und werde ganz sicher hierüber in diesem Blog berichten.

 

4. Übergänge und Lebensabschnitte / 7. Veränderungen sind nicht immer gut, aber manchmal leider notwendig

Es tut sich einiges, insbesondere in beruflicher Hinsicht. Ohne ins Detail gehen zu wollen bin ich sehr neugierig auf das, was da auf uns zukommen mag. Privat musste ich ebenfalls einige Veränderungen mitnehmen. Ich kann beispielsweise aus zeitlichen Gründen mein geliebtes Taiji nicht weiterführen, geschweige denn überhaupt eine Kampfkunst. Meine sportlichen Aktivitäten beschränken sich derzeit aufs Fitness-Studio am WE, was zwar ganz OK, aber auf Dauer dann doch recht unbefriedigend ist. Ich hoffe das ändert sich bald wieder. Das alles fühlt sich ein bisschen nach angehenden Geburtswehen an. Es ist nervig, schmerzt gelegentlich, aber man hält es doch noch irgendwie aus. Ich bin wirklich gespannt, was aus dem ganzen Summs rauskommt und wie das Baby nach all dem letztlich aussehen wird.

 

5. Gesundheit ist das höchste Gut / 6. Minimalismus als Sucht

Ja, was soll ich hierzu noch schreiben… natürlich ist es mir bewusst und die Warnzeichen des Körpers sind teilweise nicht Ohne. Rücken-, Zahn- und Magenschmerzen, schlechte Haut, Übergewicht, Schlafprobleme, zu langes „am Schreibtisch oder im Auto hocken“ etc… alles nicht gesund. Eine Veränderung herbei zu führen wäre leider nur mit radikalen beruflichen Einschnitten möglich, die ich mir aktuell nicht leisten kann (siehe Geburtswehen). Also schiebe ich das Thema noch eine Weile vor mir her.

Und irgendwie geht der Minimalismus mit diesen Punkten einher. Je stressiger es um mich herum wird, desto mehr versuche ich mich in meiner Freizeit zu reduzieren. Mir ist dann Stille lieber, als hektischer Trubel. Familie wichtiger, als „unterwegs“ zu sein. Ich möchte mich dann nicht mit „Dingen“ belasten und auf Teufel komm raus hier etwas Neues kaufen und dort etwas Tolles erleben. Ist es aber eine Sucht? Ich denke nicht… es ist eher eine notwendige Maßnahme um nicht durchzudrehen. Dieses „Herunterfahren“ ist auch eine Art Selbstschutz zum Auftanken, sich von Ballast zu befreien um wieder mal durchatmen zu können. Zumindest sehe ich das so.

 

In Summe ist das alles noch nicht so optimal. Die Punkte 1 bis 3 sind logisch und im Flow und ich denke ich kann hier einen Haken hinter machen. Die Punkte 4 bis 6 sind eher in einer Art „Warteposition“. Hier ist zwar alles vieles in Entwicklung, aber so richtig geht es hier aktuell nicht weiter. Das ist scheiße, aber so ist es eben.

 

In diesem Sinne… und so.

 

Käsespätzle

Also, wenn ich eine Sache mit 2017 in Verbindung bringen werde, dann ist das mein Zahnarzt. Ich will ja gar nicht wehleidig sein, aber Zahnprobleme gehören zu den Problemen, die mich nerven. Massiv.

Ich hatte bis ende 2016 das Glück weitestgehend sorgenfrei mit meinen Beissern zu sein. Klar, hier und da mal ’ne Füllung, an einem Zahn hatte ich ein Inlaym aber ansonsten alles soweit fein. Ende letzten Jahres ging es dann los mit dem Mist und seitdem komme ich quasi nicht mehr von dem Zahnarztstuhl runter. Erst die Kieferhöhle, dann querliegende, plötzlich in Bewegung gekommene Weisheitszähne, hier eine Füllungserneuerung und ein weiteres Inlay… alles innerhalb der ersten 5 Monate  in diesem Jahr und offenbar geht der Spaß weiter…

Letzte Woche war ich abends in meinem Lieblingsbiergarten mit 2 Arbeitskollegen essen. Hungrig und durstig bestellte ich mir ein herrliches Weißbier und die unsagbar leckeren Käsespätzle. Und während ich so auf meinen Käsespätzle herumkaue, bemerke ich plötzliche etwas Knuspriges. Ich denke an eine Röstzwiebel und kaue weiter, nur um im nächsten Moment einen Messerstich im Unterkiefer zu spüren. Ich bekomme einen Schweißausbruch, gehe auf die Toilette und denke: „Scheiße!“ Mit der Zunge ertaste ich an der besagten Messerstichstelle eine klaffende Lücke.

Ich spüle mit eine Schluck Weißbier, was mich wieder zusammenzucken lässt und rufe meinen Zahnarzt an, der – den Göttern sei dank – an diesem Abend lange auf hat. Mit einem Mund voll Käsespätzle- und Biergeschmack mache ich mich also auf den Weg und frage mich, ob ich meinen Zahnarzt mit dem Geruchscocktail anatmen kann… Zähneputzen ging ja nicht mehr… aber offenbar ist der Schlimmeres gewohnt, denn ein kurzer Blick in meinen Hals eröffnete das Drama: der Zahn ist abgebrochen!

Abgebrochen? Ja, abgebrochen. Käsespätzle haben die Ruine zum Einsturz gebracht.

Jetzt hocke ich hier mit einem Provisorium und hoffe, dass das Teil bis Donnerstag aushält – denn dann habe ich meinen nächsten Termin.

Ja, das hier ist nur ein Frustbeitrag ohne jeden Mehrwert.

 

 

Über die Kampfkunst

Man mag es mir nicht ansehen, aber ich liebe die Kampfkunst. Für mich ist sie Ausdruck einer Lebenseinstellung, bzw. Lebensphilosophie und weit mehr als die Kunst sich verteidigen zu können.

Meine Liebe zu diesem „Sport“ entbrandete in der Grundschule, als unser Sportlehrer uns mit Judo konfrontierte. Seither war ich angefixt und meine sportliche Karriere war nicht mehr nur auf Fußball beschränkt – wie es sich für einen Dorfjungen gehört – sondern zusätzlich mit der Kampfkunst. Meine Karriere in diesem Bereich ist recht wechselhaft – oder auch sprunghaft. Geschuldet der Tatsache, dass KampfKUNSTschulen (nicht zu verwechseln mit Kampfsport) recht teuer sind und ich die meiste Zeit ohne Wissen meiner Eltern unterwegs war. Chronischer Geldmangel und eine verkackte Busverbindung in die nächste Stadt legten mir so einige Steine in den Weg… aber sei’s drum.

Mein Kampfkunstweg bis heute beinhaltet folgende Stationen: Judo, Taekwondo, WingTsun, Wing Chun, Aikido, dann wieder etwas WingTsun und heute eben Taiji.

Mit WingTsun/WingChun habe ich etwa 20 Jahre verbracht. Ich führe beide Schreibweisen dieser Kampfkunst an, da sich das durch den EWTO unterrichtete WINGTSUN  mittlerweile recht eigenständig weiterentwickelt hat.

Bereits seit einigen Jahren schwirrt nun Taiji (Tai Chi) in meinem Hinterkopf herum. Ich habe mich noch nicht wirklich an Taiji herangetraut, zu sehr verbinde ich diese Kampfkunst mit den Rentnerzirkeln im Park, den Rückenkranken und dem Volkshochschulkurs. Bis letzten Montag, da bin ich dann bei einer etablierten Taiji Schule hier in der Region aufgeschlagen und habe eine Schnupperstunde mitgemacht. Die Atmosphäre und Räumlichkeiten haben mich erstmal eingefangen. Chinesisch – aber nicht zu sehr. Entspannend und ruhig – aber nicht zu sehr. Genau im richtigen Maße, um mich wohlzufühlen.

Vor dem Unterricht gibt es Tee (den gibt es ständig, die Teekannen stehen in jedem Raum und sind immer irgendwie voll), um den Tag erstmal zu verarbeiten und runter zu kommen.

Der Unterricht war … interessant. Aufwärmen mit QiGong-Übungen, eine Runde Gehen und man hat die immerwährende Möglichkeit sich Tee in seinen Becher zu kippen. Nach einer halben Stunde begann der reguläre Unterricht. Ich bin in einer Sammelstunde dazugekommen, das heißt – viele Schüler auf unterschiedlichem Niveau trainieren zusammen – und ich mittendrin. Die Atmosphäre war ruhig, still, freundlich und achtsam. Ich beobachtete also erstmal nur und versuchte mich dann daran die ein oder andere Bewegung nachzumachen. Der Lehrer nahm mich dann beiseite und ging mit mir die erste Schrittfolge durch.Die Grundzüge waren mir bekannt. Der tiefe Stand aus dem Aikido, das Wu Wei Prinzip aus dem Wing Chun – überrascht wurde ich von der Detailarbeit… kleinste Fehlstellungen wurden vom Lehrer korrigiert: Beckenhaltung, Beinstreckung, Winkel des Fußes, Haltung der Hand, etc.

Wie bereits gesagt war vieles bekannt, die Genauigkeit allerdings war … interessant… und diese Akribie zeigte dann im Praxistest den Sinn dahinter. Nur eine kleine, unmerkliche Winkeländerung im Stand gibt Dir zusätzliche Sicherheit, ein leichtes Eindrehung des Handgelenks gibt Dir mehr Kraft beim Stoß, und so weiter und so fort.

Die Basis ist bekannt, die Umsetzung hat mich bisher nur am Rande interessiert. Im Taiji scheint diese Basisarbeit des Pudels Kern zu sein. Die Langsamkeit der Bewegungen dient genau dieser akribischen Detailarbeit. Je langsamer die Bewegung wird, desto genauer, klarer und detaillierter musst Du sie machen. Ich habe mich nicht wirklich viel bewegt in dieser Trainingsstunde, dennoch bin ich gut ins Schwitzen gekommen.

Zufrieden mit dieser Trainingseinheit bin ich dann nach Hause gefahren.

Taiji also. Die Dinge ändern sich und offenbar haben sie unmerklich auch meine Einstellung zu den Kampfkünsten geändert. Ich hatte zwar schon immer eher den Hang zu den inneren/weichen Kampfkünsten, habe aber auch die Effektivität von Taiji angezweifelt. Jedoch geht es mir heute (glaube ich) nicht mehr (nur) um die Effektivität, sondern eher darum die innere Mitte wieder zu finden und zu halten.

Taiji ist sicherlich effektiv. Ich glaube durchaus, dass ein Taiji Meister sich zu wehren weiß. Taiji zu lernen aber ist bestimmt ein langer Weg. Ein interessanter Weg. Ich denke, ich werde diesem Weg folgen – und weiter darüber berichten. 🙂

 

Vorweihnachtspost: Manchmal muss man einfach akzeptieren….

… dass es beschissene Menschen gibt und dass es keinen Sinn macht zwanghaft zu versuchen, das Gute in ihnen zu sehen.

Ich bin mir nicht sicher, ob das in den Bereich „Minimalismus“ passt… obwohl, je länger ich darüber nachdenke neige ich zum Ja. Minimalismus begreife ich als eine Form mich von Dingen zu „befreien“, die mich belasten, dazu gehören neben materiellen Dingen auch Angewohnheiten…. und eben Menschen.

Ich weiß nicht wie es euch geht, mir jedoch gehen in unserer Vorweihnachtszeit zunehmend Menschen auf den Sack, von denen ich es schaffe sie im Restjahr – wenn nicht zu ignorieren, zumindest zu akzeptieren. Bescheuerte  Typen Mensch mit flachen Witzen über Autos, Frauen, Dicke, Muslime und im Wechsel die anderen Mitarbeiter des Unternehmens, Lästermäuler – je nach dem wo gerade der Fokus drauf liegt. Doofe Ansprechpartner, Verkäufer, Automechaniker und andere Idioten, die sich nicht klar ausdrücken können. Menschen, die ständig und immer versuchen Dir die Verantwortung aufzudrücken, egal was sie machen. Gestalten, die Dir die Worte im Mund herumdrehen, Dir ein Gespräch aufdrücken wollen, das Du gar nicht führen willst, Deine Meinung regelrecht herauspressen wollen, obwohl Du sie nicht kundtun möchtest, undsoweiterundsofort.

Es ist auf jeden Fall wichtig sich immer wieder daran zu erinnern, dass diese Menschen genau so über DICH sprechen, wie sie über andere reden. Ich habe mir daher angewöhnt, nicht zuviel von mir zu erzählen. Ich schweige lieber, gemäß dem alten Erfolgs-Grundsatz:

„Es gibt zwei Regeln für den Erfolg: Erzähle nicht alles!“

Diese Energiesauger sind es, die mich am Abend völlig fertig auf dem Sofa sitzen und mich die Frage stellen lassen: „Was war heute eigentlich so scheiße?“

Im Zuge meiner Interpretation des Minimalismus möchte ich damit beginnen mich  von beschissenen Menschen frei zu machen. Das ist nicht einfach und hat viel mit Ärger und Diskussionen zu tun, besonders wenn es um Menschen geht, mit denen man relativ viel zu tun haben MUSS. Ich gehe jedoch davon aus, dass es sich hier um eine Art von Geburtswehen, oder einer Form von perfidem Trennungsschmerz handeln muss. Da muss man halt durch, um sich befreit zu fühlen.

In diesem Sinne liebe Leute – genießt die Weihnachtszeit!