Mein Kampfkunstweg 5 – Arbeitszeit vs Trainingszeit und der Blick über den Rand

Am Freitag, 13.12. habe ich mich für dieses Jahr vom Training verabschiedet.

Nicht, weil ich keinen Bock darauf hätte, sondern schlicht und einfach, weil meine Arbeitszeit nicht zum Training passt.

Es ist für mich äußerst frustrierend, wenn ich von möglichen 8 Trainingseinheiten im Monat zu maximal 2x erscheinen kann.

Ich habe das bei meinem Sensei angesprochen, aber letztlich sind es nur 3 Möglichkeiten, die ich habe:

  1. Ich kündige meinen Job und komme regelmäßig zum Unterricht 
  2. Ich belasse es dabei und komme eben nur unregelmäßig bis gar nicht zum Unterricht
  3. Ich muss etwas finden, das mir nicht nur gefällt und gut tut, sondern auch mit meinem „Leben“ im weitesten Sinne kompatibel ist

Punkt 1 scheidet schon mal aus (auch wenn ich darüber nachgedacht habe.. 😀).

Punkt 2 wäre möglicherweise eine Option. Weitermachen und hoffen, dass ich es mal öfter schaffe. Auf Dauer ist das allerdings frustrierend. Für mich, weil ich keinen Fortschritte mache und mich laufend ärgere, aber auch für die anderen im Training, da ich immer wieder als Pflock punktuell dazu stoße und den Unterricht sprenge.

Punkt 3 muss dann wohl die Lösung sein….

Erst habe ich nach Karate-Vereinen und -Schulen gesucht, davon gibt es ja etliche in und um Ingolstadt, jedoch ALLE beginnen ihr Training zwischen 17:30 Uhr  und 18:30 Uhr.

Ich habe mich wirklich gefragt, wie das funktionieren soll? Diese Trainingszeiten schließen eine ganze Bevölkerungsschicht aus! Sicher wird man hier niemals (oder selten) jemanden aus dem Einzelhandel sehen, oder jemanden, der erst um 18 Uhr herum aus dem Büro kommt.

Genervt habe ich dann das Notebook zugemacht, durchgeschnauft und versucht einen klaren Kopf zu bekommen -> Was sollte ich also tun?

Ich bin noch einmal in mich gegangen. Welche Elemente haben mir in meiner Kampfkunstvergangenheit gut gefallen? Welche nicht?

Bodenkampf fand ich immer scheiße. Dieses Rumgewurschtel auf der Matte war nie meins, auch wenn ich durchaus eingesehen habe, dass es ein wichtiges Element bei der Selbstverteidigung ist. Hohe Tritte habe ich immer irgendwie belächelt, auch wenn die wirklich effektiv sein können. Generell empfinde ich den Kampf in „Distanz“ als eher unrealistisch. Den Nahkampf in Ellbogendistanz fand ich immer am Spannendsten.

Realistisch betrachtet geht ein Kampf ja in der Regel über alle drei Distanzen. Wenn ich also realistische SV lernen möchte, muss es eine Kampfkunst sein, die auch über alle drei Distanzen unterrichtet wird. Nicht nur im Ansatz, sondern konsequent.

Oder geht es mir um den philosophischen Aspekt einer Kampfkunst?

Eigentlich geht es mir um beides. Ich will mich im Zweifelsfall verteidigen können UND der philosophisch-geschichtliche Hintergrund muss passen.

Wer sich nun mit den Kampfkünsten auskennt, kommt jetzt unweigerlich auf Wing Chun. Okay.

Ein langer Spaziergang im Wald brachte dann eine neue Idee: Ju Jutsu.

Was wusste ich über Ju Jutsu? Vor meinem geistigen Auge sah ich immer zwei ineinander verkeilte Leiber, die über die Matten rollen – alles etwas aggressiver als beim Judo. Aber ist das wirklich alles?

Nein. Dennoch habe ich vorher die Vereinslage abgecheckt und die Trainingszeiten gescannt. Das war seltsamerweise ziemlich aufreibend, denn auch wenn es im Raum Ingolstadt irgendwas um die 25 Karatevereine gibt, sind es tatsächlich nur 2 Ju Jutsu Schulen (BJJ und TJJ) in Ingolstadt und weitere 2 (Jiu Jitsu und Jiu Jutsu) im Umkreis von 50 km. Wenn ich nun die Brazilian Jiu Jiutsu und andere Stile abziehe, mich also tatsächlich auf das Ju Jutsu des DJJV konzentriere, ist es lediglich ein Verein (1!) der übrig bleibt.

Zum Glück passen die Trainingszeiten.

Ein Telefonat mit dem Sensei brachte dann Klarheit. Das Ju Jutsu des DJJV geht über alle drei Distanzen, es sind Elemente aus dem original Jiu Jitsu, dem Karate, dem Judo und dem Aikido vorhanden und bezieht sich trotz des Synkretismus philosophisch auf seine Wurzeln. Und es soll wirklich Spaß machen und effektiv sein.

Grund genug für mich, ein Probetraining zu vereinbaren…

Am 10. Januar 2020 ist es dann soweit, dann werde ich mein erste Ju Jutsu Training mitmachen und hoffentlich dabei bleiben.

Kyokushin Karate hat mir dennoch einiges gebracht.

  1. es hat mir gezeigt, was mit mir und meinem Körper noch so möglich ist
  2. es hat mich etwa 4 kg Masse gekostet
  3. es hat mir bewiesen, dass man auch mit 46 Jahren noch seine Leistung, Kraft und Ausdauer steigern kann
  4. Sit ups kann ich immer noch nicht ohne Hilfe… 😀

Die Karate Reihe werde ich dann wohl mit diesem Beitrag schließen und demnächst eine neue Serie anfangen. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich auch dort begleiten würdet….

OSU
derspitzbart

Mein Kampfkunstweg 4 – …und mühsam ernährt sich das Eichhörnchen…

Okay, der November ist quasi um, Zeit für ein weiteres Update.

Ich habe mir ursprünglich für den November eine ganze Menge vorgenommen:

  • mindestens 6x beim Training aufschlagen
  • um spät. 23 Uhr ins Bett gehen
  • auf der Waage vor dem Komma eine 95 sehen

Alle drei Ziele habe ich grandios verpasst. Ich denke mal jeder berufstätige Mensch hat phasenweise das Problem, dass er nicht pünktlich aus dem Büro kommt. Hinzu kommt in meinem Falle noch eine Umstrukturierung, die zusätzliche Energie raubt. Es gelingt mir mittlerweile öfter den Stift für das Training fallen zu lassen, aber eben nicht so oft, wie es der Fall sein müsste, oder gar sollte. Ich arbeite weiter daran.

Abends um 23 Uhr herum ins Bett zu gehen ist für mich eine echte Herausforderung, denn ich bin dann schlicht und einfach noch nicht müde. Wenn ich es dann doch mal gepackt habe, wälze ich mich ewig hin und her und schlafe später ein, als wenn ich noch etwas gewartet hätte. Blöd.

Als ich im September mit Kyokushin begonnen habe, hatte ich etwas über 100 kg auf den Rippen. Um genau zu sein pendelte ich zwischen 101 und 102 Kilo herum. Anfang November lag ich dann bei ~ 98 kg. Mit Disziplin und Durchhaltevermögen hätte ich auf die 95 kg schaffen können… aber gut, immerhin habe ich mein Gewicht gehalten. Auch heute wiege ich noch ~ 98 kg. Die 95 kg, habe ich mir als neues Ziel für Ende Dezember gesetzt… Weihnachtsfresserei Galore…

Aber genug davon, jetzt ab in die Karate-Welt!

Mitte Dezember stehen die nächsten Kyu-Prüfungen an und das Training wurde vollständig darauf ausgelegt. Es geht also nicht mehr großartig darum neue Techniken zu lernen, sondern in erster Linie darum das Gelernte sauber auszuführen.

Fitness ist zweite Schwerpunkt. Und puh… das haut wirklich rein… die erste halbe Stunde läuft dann wie folgt: Technikfolge, 20 Kniebeugen, 20 Situps, 20 Liegestütze, Technikfolge, 20 Kniebeugen, 20 Situps,… etc. In Summe kommt man auf etwa 100 Kniebeugen, 100 Situps, 100 Liegestütze.

Im Adrenalinwahn bekommt das gar nicht so mit. Erst wenn man das Lenkrad bei der Heimfahrt nicht richtig halten kann, weiß man, was man getan hat… 🙂

Situps gehöre für mich immer noch in die Kategorie „nogo„. Trotz morgendlichen Übungen schaffe ich ohne Trickserei immer noch keinen einzigen verdammten Situp!

Erst wenn ich meine Füße unter dem Schrank oder Sofa fixiere funktioniert das … und dann sogar ziemlich problemfrei.

Was aber, wenn kein Schrank oder Sofa in der Nähe ist? Dann bin ich wieder der Käfer, der auf seinem Rücken liegt und vor sich hin wippt. Da gibt es bestimmt irgendeinen Kniff, den ich noch herausfinden muss. Ätzend.

Faustliegestütze gehen mittlerweile ganz gut. Lediglich während aber der dritten 20er Reihe muss ich auf die Handfläche wechseln. Aber das wird schon.

Problembereiche:

Während die Fitness langsam… wirklich langsam besser wird, muss ich an der Koordination arbeiten. Klassiker im Vorwärtsgehen: Zenkutsu Dachi, Gedan Barai, Morote Tsuki, Oi Tsuki, Uke, Schritt, Gedan Barai, etc….

Spätestens nach dem dritten Schritt bin ich durcheinander und verhasple mich. Noch heftiger wird es, wenn Tritte dazu kommen. Bei mehr als drei Techniken hintereinander kreuzt sich Hirn mit Bewegung und ich stehe da wie ein Depp. Okay, hier hilft regelmäßiges Training… jaja…

Arbeitszeit vs. Trainingszeit – eine nicht enden wollende Geschichte. Ja, ich muss pünktlich Feierabend machen um pünktlich zum Training zu kommen. Ja, es gelingt mir oftmals nicht. Ich arbeite daran irgendwie eine Lösung zu finden… zumindest schaffe ich es aktuell 1x wtl. in den Dojo.

Fortschritte

Neben der Fitness wird auch meine Beweglichkeit tatsächlich besser. Ich hätte nicht gedacht, dass es so fix geht, aber nach 2,5 Monaten bin ich recht zufrieden. Im Vergleich stinke ich zwar immer noch ab, aber für mich ist es ok, zumindest auf dem richtigen Weg. Okay… die ein oder andere Zerrung schleppe ich schon mit mir mit – aber es wird langsam… 🙂

Positive Nebeneffekte

Ich freue mich aufs Training. Das hatte ich schon länger nicht mehr so. Ich freue mich tatsächlich, wenn ich in den Gi schlüpfe und mir der Schweiß von der Glatze tropft.

Das Schöne beim Kyokushin ist auch die Abwechslung. Von reiner Technik über die körperliche Abhärtung bis hin zum Freikampf ist alles dabei. Man spult halt nicht so den Stiefel runter, sondern effektiv weiß man nicht, was einen erwartet. Das sorgt regelmäßig für einen Adrenalin-Schub, den ich mittlerweile echt begrüße.

Vor und nach dem Training bin ich wirklich gut drauf, der Alltags-Mist ist einfach wegtrainiert und der Kopf wird frei… Frust und Ärger einfach weggeprügelt und rausgeschwitzt… das sorgt für eine grundlegend andere Ausstrahlung im Allgemeinen…. 😉

Trotz all der Härte gibt es keinen Konkurrenzkampf im Dojo, also auch das positive Miteinander ist eine schöne Abwechslung zum Arbeits-Mist, dem ich tagtäglich ausgesetzt bin. Und es wird kein Unterschied gemacht… ob Weiß-, Gelb-, oder Blaugurt – es ist egal. Du wirst nicht geschont.

So… ich freue mich auf jeden Fall schon mal auf den Dezember (der ja schon läuft). Heute nehme ich mir Trainingsfrei, denn ich habe eine fette, fiese Zerrung und Verhärtung im Oberschenkel (Kiba Dachi Olé).

Mein Kampfkunstweg 3 – Ausfallmonat

Der Oktober ist um, die Herbstpause (bis 04.11.)  ist in vollem Gang und es ist Zeit einen Rückblick auf die letzten 4 Wochen zu werfen.

Ich mach nicht lange rum, der Monat war nix. Ganze 2x habe ich es zum Unterricht geschafft, bevor mich Beruf und ein Infekt ausgehebelt haben. Jetzt, wo ich wieder halbwegs fit bin ist Herbstpause. Murphys Gesetz eben.

Das Wichtigste und auch Schwierigste war es im Oktober nicht in alte Muster zurück zu fallen. Der letzte Beitrag mit der Idee einiger Anpassungen an die Morgenroutine kam nicht von ungefähr, hier ist einiges passiert.

Bevor ich im September mit Karate angefangen habe, habe ich 2-3 Jahre wirklich gar nichts gemacht – bis auf unregelmäßiges Pumpen im McFit. So sah/sehe ich auch aus und so habe ich mich auch gefühlt. Knapp über 101 kg bei etwa 1,80 m machen sich einfach bemerkbar.

des Spitzbarts Morgenroutine:

Begonnen habe ich mit den Fünf Tibetern. Mal abgesehen von dem esoterischen Bullshit und dem pseudowissenschaftlichen und biografischen Buch von diesem Peter Kelder sind die Übungen vor Allem eines: eine gute Übungsreihe um den Kreislauf ein wenig in Schwung zu kriegen und die Wirbelsäule einmal von oben bis unten zu verbiegen und geschmeidiger zu machen. Gerade für „hochgewichtige“ und „unterbewegliche“ Menschen sind die Übungen leicht genug, um sie zu machen und schwer genug, dass sie wirken…

Seit etwa Mitte Oktober, also 1,5 Monate nachdem ich damit begonnen habe, habe ich die Übungsreihe erweitert. Hinzu kommen einige Kniebeugen, Faustliegestütze, Crunches (Situps klappen ja noch nicht), der klassische Plank und etwaige Dehnübungen aus Mas Oyama’s Complete Karate Course – ein Buch, das ich wirklich empfehlen kann. Nur auf Englisch verfügbar.

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Mit dem ganzen Spaß bin ich etwa eine halbe Stunde morgens beschäftigt und derzeit auch ausgelastet… 🙂

des Spitzbarts Abendroutine

Ja, auch abends mache ich noch mal das ein oder andere… Aber kein Stress, das ist wirklich easy. Ich gehe schlicht nochmal die Dinge aus dem Unterricht durch. Schläge Tritte, Blocks, Drehungen, Wendungen und mache zum Abschluß noch mal die Katas, die ich bis dato gelernt habe. Das geht alles nebenbei… beim Zähneputzen, Spülmaschinen aus- oder einräumen, auf dem Weg ins Bett, auf die Couch, immer schön nebenher.

des Spitzbarts Wochenendroutine

Jaaaaa…. auch das Wochenende wird mittlerweile genutzt! 😀

Ich bin ein ziemlich fauler Hund und hier bin ich meiner Frau unendlich dankbar, denn sie zwingt und drängt mich auch am WE aus der Gammelei in die Aktivität. Klar, dazu gehört Überwindung, manchmal auch etwas Streit, aber das Gefühl danach ist wirklich gut!

Neben dem Zeugs morgens und abends kommt am Wochenende noch ein wirklich langer Spaziergang (etwa 1,5 bis 2 Stunden) drauf und / oder (je nach Wetterlage) die Fahrt ins McFit. Hier verlustieren wir uns dann in der Regel etwa 2,5 – 3 Stunden.

Schwierigkeiten

Ganz ehrlich? Es ist jeden Tag eine Überwindung… morgens will ich einfach länger schlafen, noch ein paar Minuten länger im Bett liegen bleiben. Es ist pure Willenskraft, die mich rausholt und die Yogamatte ausrollen lässt. Ich finde das alles hochätzend, aber ich raffe mich auf und ziehe das durch. Danach geht es mir nicht viel besser, genervt steige ich unter die Dusche und zwiebel mir danach eine heiße Zitrone und viel Kaffee rein. Erst dann fängt es an mir besser zu gehen. Ich bin noch lange nicht im Gewohnheitsmodus, das dauert – wenn man diversen Quellen glauben darf – 66 Tage, also etwas mehr als 2 Monate. Da habe ich noch etwas vor mir…

Mein Job ist ein Problem. Ich bin oftmals unterwegs, arbeite auch oft länger, als üblich und entsprechend „durch“ bin ich dann erstmal abends… aber auch im Anschluß morgens. Ohne Willenskraft geht da gar nichts.

An solchen Tagen ist der Griff zu Süßigkeiten, Chips und viel viel Essen ein Leichter und in der Vergangenheit habe ich diesen kurzen Gelüsten viel zu häufig nachgegeben. Heute nicht mehr (so häufig).

Wochenende habe ich immer, IMMER mit lange Schlafen, Gammeln, gut Essen (gehen), vielleicht etwas trinken gehen und weiter gammeln verbunden. Heutzutage die Spaziergänge und Fahrten ins McFit sind eine Quälerei! Wirklich! Aber ich mach’s! Ich bin zwar gefrustet, aber ich mach’s!

Ich habe das Gefühl, als ob dieses Karate-Ding und das harte Training zunehmend einen Funken setzen, der möglicherweise, wenn ich das länger durchziehe, meine lange verloren geglaubte Selbstdisziplin wieder entfachen könnte! Interessant!

Resultate

Um Resultate zu erzielen, muss ja eigentlich vorher ein Ziel definiert worden sein. In meinem ersten Beitrag zu diesem Thema ging es mir in erster Linie darum, ÜBERHAUPT erstmal wieder etwas zu tun – wenn man das so als Ziel sehen mag.

In der Zwischenzeit haben sich aber folgende „Wünsche“ herausgebildet:

  • Gewichtsreduktion (obwohl ich wirklich gerne und viel esse)
  • verbesserte Fitness / Ausdauer
  • mehr Beweglichkeit
  • der verdammte Bauch muss weg

In Punkto Fitness, Ausdauer und Beweglichkeit  merke ich noch nichts. Ich fühle mich immer noch genauso matsch und platt wie zuvor.

Mein Körpergewicht dagegen hat sich von irgendwas >101 kg auf etwa 98 kg eingependelt. Ich denke, wenn ich noch regelmäßiger zum Training gehen würde, wäre es noch weiter unten. Aber den Trend finde ich schon mal gut.

Mein Bauchumfang hat sich von ~106 cm auf nunmehr 98 cm zurückentwickelt. Ich gehe davon aus, dass weitestgehend irgendwelche Gase für die pralle Mulle verantwortlich sind/waren und durch die regelmäßige Bewegung der Spaß einfach besser durchtransportiert wird.

dicker Bauch

Insofern kann man also schon irgendwie von Erfolgen sprechen.

Klar, ich muss weiter am Ball bleiben und weiter zum Unterricht gehen. Im November findet in Summe 8x Unterricht statt. Mein Ziel ist es mindestens 6x im Dojo aufzuschlagen. Neben der aktuellen Arbeitssituation ein straffes Ziel.

Ich halte euch auf dem Laufenden!

Osu!

 

 

 

Mein Kampfkunstweg 2 – körperliche Defizite

Ich muss mal einige Dinge wegnotieren, bevor sie im Alltag verloren gehen. Ich bin jetzt mitten in meinem zweiten Karatemonat und der Bonus / Malus des Neulings ist fast aufgebraucht. Ich bin Teil des Ganzen und ebenso werde ich im Training behandelt. Das ist gut, das bringt mich weiter.

Mein Alter und meine körperlichen Grenzen lassen sich leider nicht verstecken und während ich mich bei manchen Übungen wirklich quälen muss, oder auf Alternativen angewiesen bin, ziehen die Kollegen einfach den Stiefel runter. Das ärgert mich, da muss ich aber durch. Aber jetzt mal weg von der Jammerei, um was geht es denn eigentlich:

  1. Sit ups

Die klassische Rumpfbeuge ist wirklich ein Problem. Ich dachte immer, ich hätte eine stabile Bauchmuskulatur, die irgendwo unter der Wampe schlummert. Neenee… da ist nicht viel drunter. Nicht EINEN Sit up bekomme ich hin. Ich trickse also mit Crunches. Zwar auch anstrengend, ABER machbar – was für mich wiederum bedeutet, dass Crunches nur die light-Variante von Sit ups sind.

Bedeutet also, ich muss außerhalb des Dojos etwas für meine Bauchmuskulatur tun, damit ich irgendwann auch mal meine 20 Sit ups beim Aufwärmen hinbekomme. Crunches für den Einstieg, Planks und für die untere Bauchmuskulatur, das klassische „Beinchenheben“, also auf dem Rücken liegend die Beine anheben und während der Übung nicht den Boden berühren.

2. Ausdauer

Ja, mir wird zwar immer gesagt, das kommt mit der Zeit wieder, nerven tut es mich trotzdem. Zum Aufwärmen laufen wir einige Runden um die Halle. Zumeist bin ich nach 2-3 Runden durch und kann ich nicht mehr, beiße aber die Zähne aufeinander und hechle den anderen hinterher. Macht ja nix, bin eh ein Weißgurt und gehöre sowieso in der Dojo Rangliste nach hinten. Es ist aber trotzdem frustrierend, die teilweise älteren und wuchtigeren Karatekas da locker laufen zu sehen, während ich hinterherkrieche.

Ausdauer kommt automatisch vom regelmäßigen Training. Ich bin derzeit am Überlegen, ob ich morgens eine Laufroutine einrichte und/oder öfter mal das Laufband im Fitnessstudio strapaziere, aber ich muss her auf jeden Fall ran!

3. Beweglichkeit

Beweglichkeit, Schnelligkeit, dehnbare Sehnen, Muskeln und Gelenke gehören nunmal zum Karate. Sicher kann man das ein oder andere mit „Weisheit“ und dem vielleicht „klarem Blick des Alters“ ausgleichen, aber auch ein älterer Karateka kommt nicht um diese Grundeigenschaften  herum. Beweglichkeit ist die Basis.

Auch hier höre ich in stiller Regelmäßigkeit, dass die Beweglichkeit mit der Zeit zunimmt. Okay. Muss ich so stehen lassen, sicherlich hat mein Sensei recht! Ein Blick in den Dojo beweist das ja auch. Dennoch muss ich auch hier dran arbeiten. Ich kenne ja glücklicherweise noch einige Übungen aus meiner Vergangenheit, die ich aktuell als Morgenroutine durchziehe. Dennoch werde ich auch einen Blick in Richtung Yoga werfen, einfach um die Entwicklung auf sanftere Art zu unterstützen.

4. Abhärtung

Schonmal Liegestütze auf der Faust versucht? Klappt? Ja, bei mir auch. . Faustliegestütze sind kein großes Problem, SOFERN ich hier die unteren 3 Fingerglieder benutze. Im Wing Chun sind die unteren drei Fingerglieder (Mittel-, Ring-, kleiner Finger) die Trefferfläche bei einem Fauststoß, daher haben wir damals auch genau diese abgehärtet und die Liegestütze auf dieser Fläche gemacht.

Während meiner letzten Kyokushin Stunde hat mein Sensei mal etwas genauer hingesehen und mich schnell aufgefordert, auf die oberen Fingerglieder (Zeige-, Mittelfinger) zu wechseln. Alleine das Wechseln hat mir echt Mühe gemacht und mehr als 2 (!!!! ZWEI!!!) Faustliegestütze auf den oberen Fingerknöcheln habe ich nicht geschafft!

Ich übe das jetzt jeden Morgen, aber irgendwie wird das nicht besser. Ich hoffe mit der Zeit…

Resümee

Es gibt viel zu tun. Meine Morgenroutine wandle ich derzeit schon etwas ab. Etwas Dehnung, etwas Yoga, etwas Meditation und natürlich Faustliegestütze und Sit ups …;)

Ich werde versuchen das Fitnesstudio  weder in meinen Alltag zu drücken und  –  und das ist das Wichtigste  – REGELMÄßIG zum TRAINING GEHEN! 🙂

In diesem Sinne: OSU!

Mein Kampfkunstweg 1 – der erste Monat

Der erste Karatemonat ist um und daher erlaube ich es mir einfach mal den einen, oder anderen Tipp für den Späteinsteiger hier zu lassen. Los geht’s:

  • Schätze Dich richtig ein!

Schau Dich richtig an. Hast Du Übergewicht? Bist Du wirklich fit? Wie steht es um Deine Beweglichkeit? Deine Ausdauer? Wenn Du Dir nicht sicher bist, oder vielleicht ein körperliches Manko da ist (Bluthochdruck, oder ähnliches) dann gehe vorher zum Arzt und lass Dich durchchecken, bzw. sprich mit ihm. Das ist wichtig!

Kyoshukin Training ist hart. Es wird viel abverlangt. Während meiner ersten Stunde hatte ich mehrfach das Gefühl, dass mein Kreislauf kurz vor dem Kollabieren ist, dass meine Gelenke auseinander springen und mein Schädel platzt. Das muss euch bewusst sein.

Ich kann jetzt leider nicht sagen, ob das harte Training auch für andere Karate-Stile gilt, dennoch würde ich davon ausgehen und auf jeden Fall einen ärztlichen Check anraten.

  • Informiert euch vorher!

Ich habe tatsächlich den „Fehler“ gemacht und mich kaum über die Stile und deren Eigenarten zu Beginn informiert. Ich wusste, dass Shotokan-Karate wohl der am meisten verbreitete Stil ist, ich kannte den Stil meiner Tochter (wobei ich den schon fast in Richtung Kung Fu schieben würde) und natürlich kannte ich Chuck Norris!

Über Kyokushin habe ich mich erst informiert, als eigentlich schon klar war, dass ich dort in der Schule meine erste Probestunde machen will. Ich hatte das Glück, dass die Entscheidung richtig für mich war, das ist aber sicherlich nicht immer so. Daher empfehle ich euch, informiert euch. Sprecht vorher mit anderen Karatekas, lest euch online in die Geschichte und Entwicklung der unterschiedlichen Stile ein und wählt in aller Ruhe aus, wo für euch die Reise hingehen soll.

  • Schau es Dir in Ruhe an, übertreibe nicht!

Ich habe mich in der ersten Trainigsstunde voll reingehängt, wollte als Neuling in Nichts nachstehen und mehr gegeben, als ich eigentlich in der Lage war. Das Resultat war ein Mords-Muskelkater (ohne Witz, so einen Muskelkater hatte ich tatsächlich noch nie) und eine gestauchte rechte Hand. Meine Empfehlung wäre daher, hört auf die körperlichen Grenzen, übertreibt es nicht!

  • Schafft euch einige Utensilien an!

Also ich denke mal, dass ihr einen Gi benötigt, sowie diverse andere Dinge fürs Training ist klar. Für die ersten Stunden würde ich euch noch einen Satz Faustschützer, sowie einen Tiefschutz empfehlen. sofern ihr euch für den gleichen Stil entscheidet wie ich. Euer Verein, eure Schule wird euch hier aber sicher helfen können.

Zu meinen ständigen Begleitern, schon seit vielen Jahren, gehören ein kleiner Tegel Tigerbalm und eine Tube Pferdesalbe.

TIGER BALM WEISS         WEPA Pferdesalbe 100 ml Tube

Beim Tigerbalm bevorzuge ich die weiße Variante. Sie ist ein wenig schärfer und wirkt eher kühlend. Erholsam bei Kopfschmerzen, Erkältung und bei Prellungen, sowie leichten Blutergüssen. In meinen Augen ein MUSS für jeden Kampfkünstler.

Pferdesalbe  gibt es von so einigen Herstellern, aktuell habe ich die von WEPA. Für Pferde entwickelt, für den Menschen hilfreich, sagt man. Hilft bei Muskelkater, nach besonders hohen Belastungen des Bewegungsapparates, etc.

Ihr tut euch echt Gutes mit dem Zeug, besonders wenn ihr das Training in euren Gliedern spürt… und das werdet ihr sicher… 🙂

  • Am Ball bleiben!

Ein wichtiger Satz, den ich gerne hier lassen möchte lautet wie folgt:

„Zu spät kommen ist besser als gar nicht kommen!“ 

Aufgrund meiner Arbeit schaffe ich es nicht immer pünktlich zum Karate, Verspätungen werde künftig wohl eher zur Gewohnheit werden. Ich persönlich stellte bisher an mich den Anspruch, entweder ich bin pünktlich, oder lass es bleiben. Das ist ist Bullshit!

Im ersten Monat habe ich recht schnell gelernt, dass zu spät kommen zwar nicht schön ist, aber eher toleriert wird, als NICHT kommen – sofern kein wirklicher Grund vorliegt.

Im Kyokushin Karate gelangt ihr häufig an eure Grenzen. Immer wieder kommt die Frage auf, ob man sich das wirklich geben muss, ob man sich nicht überschätzt hat. Beisst euch durch, bleibt am Ball! Geht zum Training!

 

So. Der letzte Absatz war auch für mich gedacht. Gerade im ersten Monat habe ich mir öfter diese Fragen gestellt. Die Motivation gibt mir meine Familie, aber auch jedes neu durchgezogene Training. Und wenn ich in die Gesichter meiner Senpais nach dem Training schaue, weiß ich – denen geht es nicht viel anders als mir. Und plötzlich ist der Unterschied in der Gürtelfarbe völlig irrelevant: nach dem Training sind wir alle gleich.

Osu !